Microsoft will Gebühr für Chrome OS: Google rüstet sich

Flavio Trillo
10

Im Patent-Dschungel gilt das Gesetz des Stärkeren. Wer das größte Portfolio hat, wird am wenigsten verklagt. Nach der verpassten Gelegenheit, mehr als 6.000 Mobilfunk-Patente auf einen Schlag zu gewinnen, muss Google sich jetzt nach neuen Verteidigungsmitteln umsehen. Derweil droht dem Unternehmen auch Gefahr aus Redmond.

Zunächst wurde das Patent-Paket des insolventen Unternehmens Nortel Networks aus Kanada als einzigartige Gelegenheit gesehen. Ganz so selten scheinen derartige Angebote aber nicht zu sein. “Es werden eine Menge phänomenaler Portfolios zum Verkauf angeboten”, versichert ein Vertreter des weltgrößten Patentmaklers ICAP Patent Brokerage gegenüber Bloomberg.

Googles erstes Gebot in der Nortel-Auktion von 900 Millionen US-Dollar könnte sogar bereits für einige hochwertige Patente genügen, so ein weiterer Makler. In jedem Fall sollte das Unternehmen sich tunlichst nach einer geeigneten Quelle umsehen, um sein Portfolio aufzustocken, denn die Patentklagen nehmen explosionsartig zu.

Dies konstatiert Googles Chef-Anwalt in einem Blogeintrag. “Mit eine der besten Verteidigungsstrategien gegen diese Art von Prozesse ist ironischerweise ein hervorragendes Patent-Portfolio”, schreibt Kent Walker. Dabei gilt es, keine Zeit zu verlieren, denn potentielle Aggressoren stehen bereits vor der Tür.

Microsoft hat in der jüngeren Vergangenheit vermehrt solche Unternehmen unter Druck gesetzt, die Android-Geräte herstellen. Fortan sollen diese für die Verwendung von Technologien, an denen Redmond die Rechte besitzt, Lizenzgebühren bezahlen. Viele dieser oft kleineren Hersteller haben eingelenkt – andere, wie etwa Motorola setzen sich zur Wehr.

Der jüngste Deal mit einem Hersteller namens Wistron beinhaltet jedoch nicht nur Android sondern auch Chrome-OS. Damit geht der Software-Riese erstmalig auch gegen dasjenige Google-Produkt vor, das sein Kerngeschäft berührt: Betriebssysteme und Office-Pakete.

Die Strategie scheint bisher aufzugehen. Statt die Konkurrenz direkt anzugehen, überzeugt Microsoft die Hersteller der Hardware davon, pro Gerät eine Gebühr zu entrichten. Doch will man in Redmond seine Freunde nicht verprellen. Es sei bekannt geworden, dass solche Unternehmen, die auch Smartphones für die Windows Phone Plattform fertigen, großzügige Rabatte erhalten.

Dell und LG seien bislang in dieser Sache noch gar nicht kontaktiert worden, und das, obwohl Google einen sehr viel größeren Anteil an deren Geschäften hat. Samsung soll angeblich zwischen 10 und 15 US-Dollar pro verkauftem Android-Gerät bezahlen. Die Summe richtet sich einer Meldung bei Mashable.com zufolge danach, ob das Unternehmen weiterhin mit Microsoft bezüglich Windows Phone 7 zusammenarbeiten will.

Weitere Themen: Google Chrome, Chrome OS , Google I/O 2016, Google I/O 2015, Google I/O 2014: Termin und Ort der Entwicklerkonferenz stehen fest, Google Chrome 64-Bit, Google Earth, Google Earth Pro, Google

Neue Artikel von GIGA GRUEN

GIGA Marktplatz