Rekordstrafe für Google: EU-Kommission verhängt Bußgeld für unfairen Wettbewerb

Rafael Thiel
2

Die EU-Kommission brummt Google eine Rekordstrafe über 2,42 Milliarden Euro auf. Nach jahrelangen Ermittlungen kamen die Wettbewerbshüter zum Schluss, dass das US-amerikanische Unternehmen tatsächlich „unfairen Wettbewerb“ betreibt.

Rekordstrafe für Google: EU-Kommission verhängt Bußgeld für unfairen Wettbewerb

Dabei kam Google sogar noch glimpflich davon. Normalerweise richten sich EU-Strafen nach dem weltweiten Umsatz eines Unternehmens. So hätte die Strafe auch bis zu 8 Milliarden Euro betragen können – 10 Prozent des Alphabet-Jahresumsatzes, dem Mutterkonzern Googles.

EU-Kommission kritisiert: Suchmaschine bevorzugt Google-Dienste

Die EU-Kommission ist der Ansicht, dass Google seine Marktmacht missbraucht habe. Konkret geht es darum, dass die eigene Suchmaschine bevorzugt Google Shopping einblendet. Auf diese Weise wurden, so die EU-Kommission, Millionen von Nutzern möglicherweise bessere Preisvergleiche vorenthalten und Wettbewerbern die Möglichkeit genommen, durch Leistung zu überzeugen. „Vor allem aber hat es verhindert, dass die europäischen Verbraucher wirklich zwischen verschiedenen Diensten wählen und die Vorteile der Innovation voll nutzen können.“, beschwerte sich EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, die die Entscheidung verkündete.

In der Vergangenheit hat Google alle Vorwürfe stets zurückgewiesen und stattdessen die Untersuchungen bemängelt. Die Wettbewerbshüter sollten dem Unternehmen zufolge auch Amazon und eBay berücksichtigen. Allerdings sieht die EU-Kommission das anders und ordnet Vergleichsdienste und Händlerplattformen unterschiedlichen Märkten zu. Die Untersuchungen laufen schon seit 2010 und wurden kürzlich sogar auf Android ausgeweitet, wo die Vorinstallation diverser Google-Dienste für Hersteller mandatorisch ist.

1.363
Dein Google Assistant: Bereit zu helfen
Der TECH-Tag in fünf Bildern: Amazon verkauft Konzertkarten

Google sieht die EU im Unrecht

Mit einem Blogeintrag hat Google zudem bereits auf die Entscheidung reagiert und die eigene Vorgehensweise zu rechtfertigen versucht. Darin heißt es, dass Nutzer direkt zum Verkäufer und nicht erst einen Zwischenstopp bei einer weiteren Preisvergleichsseite einlegen wollen. Es handle sich, so Google, um eine Win-Win-Situation, da das Unternehmen, Werbepartner und Kunden letztendlich davon profitieren. Außerdem beteuert Google, dass Amazon und eBay ob ihrer Stellung mittlerweile die größte Konkurrenz beim Online-Shopping und oftmals erste Anlaufstelle sind – Nutzer shoppen nicht nur von der Google Suche ausgehend, so die Verteidigungsstrategie. Das Unternehmen kündigt an, die Entscheidung im Detail zu analysieren, und zieht eine Berufung in Betracht.

Quelle: European Commission, Google Blog

Weitere Themen: Google I/O 2016, Google I/O 2015, Google I/O 2014: Termin und Ort der Entwicklerkonferenz stehen fest, Chrome Cleanup Tool, Google Chrome, Google Chrome 64-Bit, Android 8.0 Oreo, Google Earth Pro, Google Earth, Google

Neue Artikel von GIGA TECH