SOPA und PIPA – Google, Facebook und Co. drohen mit Abschaltung

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Bereits seit Wochen wird in den Vereinigten Staaten über die geplanten Gesetzesvorhaben Stop Online Piracy Act (SOPA) und Protect IP Act (PIPA) heftig diskutiert. Sie sollen in erster Linie den Urheberrechtschutz im Internet stärken aber Webgrößen wie Google, Facebook oder auch eBay sehen darin eine Zensur und drohen mit einem Boykott.

SOPA und PIPA – Google, Facebook und Co. drohen mit Abschaltung

Zwar entscheiden nur das US-Repräsentantenhaus bzw. der US-Senat über die geplanten Gesetze, aber sollten sie verabschiedet werden, hätte dies weltweite Auswirkungen. Mit dem “Stop Online Piracy Act” sollen in erster Linie die Rechte der Medienunternehmen geschützt werden. Dagegen ist sicherlich auch nichts einzuwenden, aber der Umfang der geplanten Befugnisse, um gegen mögliche Copyright-Verletzungen vorzugehen, ist schon erschreckend. So sieht das Gesetz vor, dass in Zukunft Provider und Serviceanbieter dazu verpflichtet werden können, nicht nur die entsprechenden Inhalte aus dem Index einer Suchmaschine zu entfernen, sondern auch komplette Webangebote zu sperren. Dasselbe gilt auch für Dienstleister im Bereich der Werbung und Zahlungsübermittlung. Sie müssen dann die Zahlungen an die betroffenen Webseiten einstellen. Für viele Firmen würden diese Schritte das endgültige Aus bedeuten. Die geplanten Gesetze sind eine erhebliche Gefahr für das weltweite Internet und die Meinungsfreiheit. Dies wird auch in etlichen Videos im Netz thematisiert.

Aus diesem Grunde haben sich jetzt die Mitglieder der netCoalition, in der sich die Gegner von SOPA zusammengeschlossen haben, zu einem radikalen Schritt entschlossen. Unternehmen wie Facebook, Google, eBay, Twitter, Amazon und Yahoo planen den Druck auf die Politiker zu erhöhen, indem sie ihre eigenen Angebote über einen gewissen Zeitraum abschalten und ihre Nutzer über die geplanten Gesetzesvorhaben mit Hinweisen informieren. Markham Erickson, Leiter der netCoalition, sagte gegenüber CNET, dass ernsthaft über ein derartiges Vorhaben diskutiert wird, dass es noch niemals zuvor gegeben hat. Mit dieser Aktion würde die Interessengruppe mehrere hunderte Millionen Nutzer erreichen und sie über die geplante Zensur informieren.

Inzwischen haben auch einige große Rechteinhaber aus der Games- und Softwarebranche ihre Unterstützung für das Gesetz zurückgezogen und einige Politiker distanzieren sich ebenfalls von dem Vorhaben. Vor allem der Rückzug von Sony, Nintendo und Electronic Arts wird positiv aufgenommen. Jedoch sollte man nicht zu euphorisch sein. Wie der amerikanische Autor Jim Sterling in einem Artikel auf der Webseite Destructoid mitteilt, haben sich die drei Unternehmen zwar distanziert aber sie seien weiterhin Mitglieder der Entertainment Software Association, die die Gesetzesvorlage auch weiterhin unterstützt. Daraus folgert Sterling, dass Sony, Nintendo und EA das geplante Gesetz nun nur noch zu 50 Prozent unterstützen. In einigen Videos wird bereits aufgerufen, sich gegen SOPA stark zu machen.

Durch die geplante Aktion der großen Unternehmen könnten die Politiker wirklich gezwungen werden ihren Standpunkt nochmals zu überdenken. Schließlich sollte man die öffentliche Meinung nicht unterschätzen und der Aufruf seinen zuständigen Angeordneten zu kontaktieren würde den Druck auf die Politiker zusätzlich erhöhen. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen bei den Verantwortlichen Wirkung zeigen.

Weitere Themen: Project Tango, Nexus 10 FHD (2013), Nexus 5, Motorola X Phone, Google Play Geschenkkarten, Google Chromebook Pixel, Google Smartwatch, Google Nexus 10, Google Time, Google


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