Google Knowledge Graph: Grundlage für „Project Majel“?

Frank Ritter
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Strukturierte Daten, Microformate und Knowledge Graph – Google baut neue Funktionen in sein Kernprodukt, die Suche, ein. Aber was hat das alles mit Android und dem vielbeschworenen Google Assistant zu tun, der auch als Project Majel bekannt ist?

Google Knowledge Graph: Grundlage für „Project Majel“?

In dieser Woche hat Google sein neues Suchkonzept „Knowledge Graph“ vorgestellt: Damit werden zur jeweiligen Suchanfrage relevante Informationen in der Seitenleiste der Google-Suche angezeigt – wer nach Leonardo da Vinci sucht, erhält gleichzeitig Informationen zu seinem Leben und Wirken, Thumbnail-Bilder seiner bekanntesten Werke und Links zu Informationen zu weiteren Künstlern der Renaissance. So weit, so praktisch; aber was hat das mit Android zu tun?

Project Majel: Googles „Assistant“ als Antwort auf Siri

Bis jetzt noch nicht offiziell bestätigt, geistern seit Monaten Gerüchte zu Googles „Project Majel“ durch die Tech-Presse (wir berichteten), das als Endprodukt wohl Google Assistant heißen wird. Es soll sich dabei um einen persönlichen Assistenten im Smartphone handeln, der Fragen des Nutzers beantwortet und Anweisungen ausführt – Googles Antwort auf Apples Siri, wenn man so will. Viele Ingenieure bei Google sind begeistert vom Bordcomputer aus den Star Trek-Serien – daher auch der Projektname „Majel“: Majel Barett-Roddenberry war Ehefrau von Star Trek-Erfinder Gene Roddenberry und spielte Gastrollen in den verschiedenen Serien, unter anderem eben als Stimme des Bordcomputers.

Google und die neue Lust an Microdata

google knowledge graph

Um eine Funktion wie diesen „Bordcomputer“ auf Android-Geräten zu realisieren, ist freilich nötig, auf schematisiertes Wissen zuzugreifen. Während Google in der Vergangenheit mehr oder weniger „dumm“ den Volltext von Webseiten durchsucht hat, lancierte man in den letzten 12 Monaten Maßnahmen, die Webseitenbetreiber dazu animieren sollten, Daten auf ihren Seiten strukturiert darzustellen, etwa über das gemeinsam mit anderen Suchanbietern entwickelte Mikrodatenformat schema.org.

Grob gesagt ist dies der erste Schritt zu einer „mitdenkenden“ Suchmaschine. Als Webseitenbetreiber kann man mit Microdata Meta-Informationen zur Verfügung stellen, die in ihrer Struktur an objektorientierte Programmierung erinnern. Jemand der eine Webseite zu Leonardo da Vinci ins Netz stellt, kann im Quelltext der Webseite definieren, wann Leonardo da Vinci geboren wurde und gleichzeitig über ein spezielles Format dessen einzelne Werke verlinken, zum Beispiel die Mona Lisa. Auf der Website zur Mona Lisa wiederum kann es Informationen zum Motiv geben, wann und wo das Gemälde entstand und so weiter.

Google hat es mittlerweile geschafft, auf diese Weise eine halbe Milliarde Objekte zu indizieren, die auf insgesamt 3,5 Milliarden Wegen miteinander verknüpft sind. Diese Daten und deren Verknüpfungen ermöglichen die neuen Informationen, die man nun in der Google-Suche erhält. Das Konzept wird in diesem Video von Google erklärt:

Die Zukunft

All diese Meta-Informationen ergeben die perfekte Grundlage für den Google Assistant. Konkret könnte das etwa so aussehen, dass man auf ein Homescreen-Widget tappt, die Frage „Wann wurde Leonardo da Vinci geboren?“ stellt und vom Assistant die Antwort „1452“ erhält – komplett per Sprachein- und -ausgabe. Google wäre aber nicht Google, wenn nicht noch weitere Funktionen und Komfortfeatures implemetiert würden, die den Assistant von Apples Siri abheben.

Man darf also wirklich gespannt sein. Ob der Assistant wirklich schon auf der Google I/O vorgestellt wird, wie androidandme vermutet, ist aber aus unserer Sicht fraglich. Als Start des Service ist nämlich verschiedenen Quellen zufolge erst das vierte Quartal 2012 anberaumt.

Was haltet ihr vom Android Assistant (bzw. dem, was wir dazu wissen) und den neuen Meta-Informationen in der Google-Suche, die momentan in der englischsprachigen Google-Suche ausgerollt werden?

>> Google Knowledge Graph

Bild: androidandme

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

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