Hewlett-Packard: Pläne für PC-Branchen-Abspaltung sind vom Tisch

Florian Matthey
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Während Apple sich weiterhin auf allen Märkten über eine Gewinnmarge freut, hat die Konkurrenz vor allem auf dem PC-Markt zu kämpfen. Nach dem kürzlich erfolgten Führungswechsel bei Hewlett-Packard will sich das Unternehmen von diesem Markt aber nun doch nicht mehr verabschieden: Die neue Chefin Meg Whitman machte die Entscheidung ihres Vorgängers nun rückgängig.

Die Entscheidung erinnerte an die von IBM aus dem Jahr 2004: Der Ex-HP-CEO Léo Apotheker wollte den Konzern neu ausrichten, die PC-Sparte ausgliedern und das Tablet- und Smartphone-Geschäft um das mit Palm übernommene Mobil-Betriebssystem webOS herum komplett einstellen. Hauptsächlich wollte sich HP dann auf das lukrativere Geschäft der Business-, hauptsächlich Software-Lösungen konzentrieren. Mittelfristig dachte HP über die Option nach, das ausgegliederte PC-Geschäft dann auch zu verkaufen.

Diese Pläne sind nun zumindest zum Teil vom Tisch: Der HP-Verwaltungsrat war von Apothekers Ideen nicht begeistert und trennte sich rund einen Monat später von dem früheren SAP-Chef. Die neue HP-Chefin Meg Whitman ließ nun gestern über Pressemitteilung bekannt geben, dass das Unternehmen an der PC-Sparte festhalten möchte. Das Unternehmen habe die strategischen Optionen für die “Personal Systems Group”, also die PC-Hardware-Sparte, miteinander abgewogen und sich für ein Beibehalten entschieden. Die Entscheidung sei laut Whitman die “richtige für unsere Kunden und Partner, die richtige für Anteilseigner und die richtige für unsere Mitarbeiter. HP bleibt der PSG treu, und zusammen sind wir stärker.” Dem Wall Street Journal zufolge wäre eine Abspaltung teurer geworden als zuvor gedacht.

Was wiederum aus dem Erbe des 2010 übernommenen Smartphone- und PDA-Hersteller Palm werden soll, bleibt weiterhin offen. Laut Whitman soll eine Entscheidung über das webOS “in den nächsten paar Monaten” folgen, bezüglich des Mobil-Betriebssystems benötige HP eine in größerem Umfang “ganzheitliche Herangehensweise”. Internen HP-Quellen zufolge soll Whitman den Tränen nahe gewesen sein, als der frühere Palm-Chef und heutige HP-Manager Jon Rubinstein ihr vom Ausmaß der Pläne Apothekers berichtet hatte.

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