Hol Dir jetzt die neue kino.de App     Deutschland geht ins kino.de

Palm: Was aus dem iPhone-Herausforderer wird

Thomas J. Weiss
35

Am vergangenen Freitag ist die Palm-Aktie kollabiert, das Unternehmen hat innerhalb eines Tages 29 Prozent seines Wertes verloren. Jetzt stellt sich die Frage nach einem Käufer für den Hersteller von Smartphones wie dem Pre, der bei seinem Erscheinen im Jahr 2009 zunächst euphorisch als iPhone-Herausforderer gefeiert wurde. Wahrscheinlicher als ein Aufkauf sei allerdings, dass das Unternehmen ganz von der Bildfläche verschwinde, schreibt beispielsweise der Journalist Jean-Louis Gassée in seinem Blog Monday Note. Auch andere haben Palm bereits aufgegeben.

Die Idee war klar formuliert: Im Sommer 2009 jährte sich in den USA die Einführung des iPhones zum zweiten Mal, die Verträge der ersten Käufer liefen aus. Die ersten Käufer des iPhones aber seien Leute, hat zuvor Roger McNamee erklärt, die stets das neueste Produkt auf dem Markt haben wollten – im Sommer 2009 werde dies der Palm Pre sein.

McNamee gehörten seit Oktober 2007 30 Prozent von Palm und er hatte gute Gründe, auf einen Switch der ersten iPhone-User zu hoffen. Dieser aber trat niemals ein – Apple kündigte eine Woche nach der Markteinführung des Pre das iPhone 3GS an und platzierte es erfolgreich als nun das hippeste Gerät auf dem Markt.

Auch die wahren iPhone-Herausforderer kündigten sich damals bereits an und bis heute sind gar zahlreiche neue hinzugekommen, das viel zitierte Motorola Droid und viele weitere Android-basierte Neuheiten etwa. Auch Microsoft scheint derzeit mit Windows Phone 7 wieder gut platziert.

Und Palm? Am 18. März hat das Unternehmen die letzten Quartalszahlen vorgelegt (wir berichteten). Demnach hat es zwischen Dezember 2009 und Februar 2010 zwar 960.000 Geräte ausgeliefert, hauptsächlich an Netzbetreiber, von diesen aber wurden nur 408.000 verkauft, nicht einmal die Hälfte. Palm hat in den vergangenen Monaten immer wieder neues Kapital aufgenommen und Schulden gemacht, die Produkte aber sind trotz aller Bemühungen Ladenhüter geblieben.

Nun ist das Schicksal in der Hand von Spekulanten, die noch auf einen neuen Investor oder Käufer hoffen, der seinerseits noch an die Marke oder das aktuelle Portfolio Palms glaubt. Dass dies immer unwahrscheinlicher wird, legt unter anderem Monday Note dar, mehrere Analysten haben ihr Kursziel für das Wertpapier bereits auf null Dollar gesenkt.

Ars technica titelt: RIP Palm: Es ist vorbei. Gizmodo fügt mit Blick auf die Anwender hinzu: “Man müsste verrückt sein, um sich jetzt ein Gerät von Palm zu kaufen.” Etwas positiver gibt sich alleine Engadget, das Blog hat eine lesenweserte Anleitung zum Überleben für das Unternehmen geschrieben. Allerdings zeigt auch diese hauptsächlich die groben Fehler der Vergangenheit auf.

Bild: Global X, “Multitasking in the subway with the Palm Pre”. Some rights reserved. Flickr.


Externe Links

Weitere Themen: iPhone, HP Palm

Neue Artikel von GIGA

GIGA Marktplatz