HP Computer - HP lässt WebOS, Pre-Phones und TouchPad endgültig fallen

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Dass ein neuer CEO sich je nach vorhandener Geschäftslage entweder der Diversifikation der Produktpalette oder der Konzentration auf das Kerngeschäft verpflichtet sieht, kann man aktuell mal wieder prima bei HP beobachten. Kaum den Kinderschuhen entwachsen wird das Geschäft mit Smartphones und Tablets auch schon wieder eingestampft. Im Gespräch ist sogar die Veräusserung der gesamten PC-Sparte.

HP Computer - HP lässt WebOS, Pre-Phones und TouchPad endgültig fallen

Im Wesentlichen scheint es beim Umbau des Konzerns, der seine Planungen mit Veröffentlichung der neuesten Quartalszahlen bekannt gegeben hat, um das Endkundengeschäft zu gehen, dem sich HP ein wenig entziehen will. Für die zur Disposition stehende PSG-Abteilung (Personal Systems Group) weisen die Quartalszahlen im Bereich der Endkunden jedenfalls ein kräftiges Minus von 17% aus, wohingegen mit Firmenkunden 9% mehr Geld verdient wurde. Gerüstet für diesen Schritt hat sich HP mit dem Zukauf der marktführenden Cloudsoftware-Firma Autonomy, die weltweit die 10 grössten Banken und einen Großteil der wichtigsten amerikanischen Konzerne zu ihren Kunden zählt. Sicher ein wichtiger und richtiger Schritt ins Software-B2B-Geschäft, allerdings hat der Spass auch die Kleinigkeit von 10 Milliarden US-Dollar gekostet.

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Mag sein, dass ein Konzern wie HP auf diese Art mehr Geld verdienen kann, aber was interessieren uns die Shareholder-Interessen? Da im gleichen Atemzug auch alle Bemühungen im Smartphone- und Tabletmarkt eingestellt werden, das TouchPad und die Pre-Telefone also wieder verschwinden, wird man insgesamt wohl immer weniger Produkte von HP in den Läden stehen sehen. Das WebOS muss dabei zwar nicht ganz verschwinden, es fragt sich jedoch, wer das kaufen oder lizensieren soll, wenn nicht ein mal HP daran glaubt.

Nach den Meldungen der letzten Tage, wie schlecht sich das noch recht junge TouchPad verkauft, war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Dennoch hätte man dem “weltgrössten PC-Hersteller” schon ein wenig mehr Mut und Durchhaltevermögen zugetraut, vor allem angesichts der 1,2 Milliarden US-Dollar, die man noch im letzten Jahr bereit war, für den Handheld-Spezialisten “Palm” zu zahlen (ganz abgesehen von den dort beschäftigten Mitarbeitern). Ich bin wie einige andere Beobachter der Meinung, dass sehr wohl noch Platz wäre auf dem Markt der Mobil-Betriebssysteme und sich ein etwas intensiveres Bemühen in Form einer amtlichen Werbekampagne vielleicht doch gelohnt hätte . Aber HP sieht das eben anders, beziehungsweise bedient die Interessen der Anteilseigner, von denen viele widerum die Reissleine erst nach Bekanntgabe dieser Pläne gezogen haben. Die HP-Aktie ist jedenfalls stark gefallen seit dem.

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Der Erfolg der iOS-Produkte von Apple begründete sich vor allem auf dem ehemals einzigartigen Bedienkonzept. Auf dieser perfekten Welle des guten Rufs surfen die Cupertinoer noch immer, und gar nicht mal zu Unrecht. Der Erfolg der Android-Produkte kommt eher von der offenen Portierbarkeit für Hardwarehersteller, was den Effekt der sehr vielen unterschiedlichen Devices mit nahezu gleichem OS begünstigt hat. Dass daneben kein Bedarf mehr für ein, zwei, drei weitere Betriebssysteme sein soll, will ich einfach nicht glauben. Im Gegenteil: HP ist meiner Meinung nach lediglich der erste große Player der die Quittung dafür kassiert, die Systemsoftware so viele Jahre lang nicht in den Kampf um Alleinstellungsmerkmale und Kundenbindung einbezogen zu haben. Bei Apple einfach nur das Abschneiden alter Zöpfe zu kopieren wird dagegen wohl kaum helfen.

Mehr zu Apple-Produkten gibts bei Macnews.de. Weitere Infos zu Android-Devices natürlich bei androidnews.de

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