HP: Erneuter Führungswechsel bringt Hoffnung für PC-Sparte

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Hewlett-Packard hat wieder einmal seinen Vorstandsvorsitzenden ausgetauscht: Gestern musste der frühere SAP-Chef Léo Apotheker gehen, der nur elf Monate im Amt war. Seine Nachfolgerin ist die frühere eBay-Chefin Meg Whitman. Nun stellt sich die Frage, ob Whitman Apothekers umstrittene Entscheidung, die PC-Sparte abzuspalten, rückgängig machen wird. Eine Wiederbelebung des Tablet- und Smartphone-Marktes ist allerdings unwahrscheinlich.

Erst vor rund einem Monat traf Apotheker die Entscheidung, HP quasi in zwei Sparten aufzuteilen: Eine sollte sich um lukrative Business-Lösungen kümmern, die vor allem auf dem Cloud-Computing-Prinzip aufbauen würden. Dafür sollte HP unter anderem das Unternehmen Autonomy für rund 10 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die zweite Sparte sollte wiederum das PC-Geschäft umfassen – das vor allem mit immer weiter sinkenden Gewinnmargen zu kämpfen hat. Lediglich Apple konnte diesem Trend bislang trotzen.

Mittelfristig könnte sich HP dann ebenso wie vor einigen Jahren IBM ganz von seinem PC-Geschäft trennen. Die Smartphone- und Tablet-Sparte, die erst 2010 durch die Übernahme von Palm entstanden war, wollte Apotheker wiederum direkt einstellen. Die Zukunft des oft gelobten iOS- und Android-Konkurrenten webOS ist seitdem ungewiss, das webOS-Tablet TouchPad erlebte nach der Entscheidung aufgrund von eines Ausverkaufs zum stark reduzierten Preis immerhin einen späten, wenn auch kurzen Höhenflug.

Nun folgt auf Apotheker aber Meg Whitman. In Folge dessen stellt sich die Frage, ob die frühere eBay-Chefin die Entscheidungen ihres Vorgängers, aufgrund derer Apotheker wohl letztendlich gehen musste, rückgängig machen wird. Notebook-Produzenten aus Asien glauben zumindest, dass die Abspaltung der PC-Sparte nun nicht mehr eintreten wird, wie DigiTimes berichtet. Die Zulieferer, deren Vertrauen in stabile Geschäftsverbindungen mit HP zwischenzeitlich nachließ, zeigen sich angesichts der jüngsten Entwicklungen wieder zuversichtlicher.

Die Entscheidung der Einstellung des ehemaligen Palm-Geschäftsbereichs, den der frühere iPod-Manager Jon Rubinstein führte, lässt sich derweil wohl kaum rückgängig machen: Nachdem HP die Produktion des TouchPads in Reaktion auf den erfolgreichen Ausverkauf zwischenzeitlich noch einmal ankurbelte, soll das Unternehmen diese bald wieder zurückfahren. Insgesamt sollen rund 500 ehemalige Palm-Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen – einige sollen bereits ihre Kündigung erhalten haben. Es ist daher sehr fraglich, ob es sinnvoll wäre, diesen Prozess noch umzukehren.

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