Neuausrichtung: HP gliedert PC-Sparte aus und stellt Smartphone- und Tablet-Geschäft ein

Florian Matthey
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Hewlett-Packard, der weltweit größte PC-Hersteller, will seinen PC-Geschäftsbereich womöglich ausgliedern. Einen ähnlichen Schritt wagte vor einigen Jahren IBM. Ganz zurückziehen will sich HP sogar aus dem Smartphone- und Tablet-Geschäft. Erst kürzlich machte die Meldung die Runde, dass die Endverbraucher-Verkaufszahlen des HP-Tablets TouchPad bedenklich niedrig liegen.

Konzentration auf Business-Geschäft – Cloud Computing als Zukunftsinvestition

HP möchte sich zunächst in ein Business- und ein Consumer-Unternehmen aufteilen, wobei Letzteres den PC-Geschäftsbereich übernehmen würde. Daraufhin soll sich das Unternehmen eher auf den Business-Bereich konzentrieren, der für den Konzern deutlich erträglicher ist: Die Gewinnmarge liegt bei Software-Lösungen für Unternehmen deutlich höher als beim Verkauf von PCs.

Dazu passt, dass der vom Ex-SAP-Chef Léo Apotheker geführte Konzern das britische Unternehmen Autonomy für rund 10 Milliarden US-Dollar übernehmen will. Autonomy entwickelt unter anderem auf Such- und Knowledge-Management-Software, die HP dabei helfen soll, sich in Zukunft stärker auf Cloud Computing zu konzentrieren. Die wenig lukrative PC-Sparte könnte HP hingegen letztendlich sogar verkaufen. Einen ähnlichen Weg ging IBM im Jahr 2004, als es seine PC-Sparte an das chinesische Unternehmen Lenovo verkaufte.

Einstellung des früheren Palm-Geschäfts – unklare Zukunft für webOS

Noch schneller will sich HP derweil aus dem Smartphone- und Tablet-Geschäft zurückziehen. Erst im April letzten Jahres hatte HP den Smartphone- und früheren PDA-Hersteller Palm übernommen, den seinerzeit der frühere Apple-Mitarbeiter Jon Rubinstein führte, der bei Apple unter anderem den iPod mit erschaffen hatte. Auch bei HP kümmerte sich Rubinstein weiter um den früheren Palm-Geschäftsbereich, der in diesem Jahr noch eine neue Smartphone- und Tablet-Generation mit Palms Betriebssystem webOS veröffentlichte.

Die im Februar 2011 vorgestellten Smartphones Pre 3 und Veer und das Tablet TouchPad sollten es mit Apples iPhone und iPad sowie den Android-Geräten von Samsung, HTC, Motorola und Co. aufnehmen. Offenbar blieb der erwünschte Erfolg jedoch aus – das webOS erlangte in beiden Sparten keine nennenswerten Marktanteile, die TouchPad-Verkaufszahlen sollen sehr enttäuschend gewesen sein.

Was nun mit dem von Experten immer wieder gelobten webOS geschehen wird, ist unklar. Das Handelsblatt spekuliert mit einer Übernahme der Technologie durch Samsung oder HTC, die sich so weniger abhängig von Google machen könnten. Der Android-Entwickler plant, die Mobil-Sparte von Motorola zu übernehmen, um so eigene Android-Smartphones und Tablets herzustellen. Angesichts anhaltender Patentstreitigkeiten auf dem Smartphone- und Tablet-Markt könnten die Unternehmen auch am früheren geistigen Eigentum Palms interessiert sein.

Weitere Themen: Tablet, HP Pavilion x2 10, HP Spectre 13 2016, HP Elite x3, HP Elitebook Folio G1, HP Envy Note 8, HP Spectre x2 12, HP Spectre 13 x360, HP LaserJet 1022, HP

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