Intel Friday Night Game in Moskau - das Blog (Tag 1)

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(Uli) Moskau kennt man normalerweise nur im Zusammenhang mit Liedern, die bei Alkoholpegeln von weit mehr als 1 Promille auf irgendwelchen Parties gespielt werden. Dass es auch andere Seiten hat, ist unbestritten. Am vergangenen Freitag gingen die Extreme Masters das Wagnis Intel Friday Night Game in Russland ein – wie das ablief und was uns alles auf dem Weg dahin passierte, erzählt dieses Blog.

Intel Friday Night Game in Moskau - das Blog (Tag 1)

Tag 1

Ein milder Winter in Deutschland, kaum Schnee, Temperaturen von teilweise über 10 Grad Celsius – was koennte man sich Schöneres vorstellen, wenn man eisige Temperaturen nur beim Wintersport mag? Experten vermuten, dass es Gründe hat, warum die Malediven zur Winterzeit ein beliebteres Urlaubsziel als die Russische Föderation sind – man könnte hier beispielsweise die Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius anführen. Aber es half alles nichts, wir hatten uns vorgenommen, auch unseren russischen Freunden die Faszination Intel Friday Night Game näher zu bringen.

Erste Hürden zeigten sich schon bei der Planung der Reise. Wir erfuhren aus erster Hand, wie sich die chinesischen eSportler bei der Reise zu internationalen Events fühlen müssen – denn genau wie für die Ausreise aus China benötigt man für eine Reise nach Moskau ein gültiges Visum, selbst wenn es nur für wenige Tage ist. Eine etwas umständliche Prozedur inklusive Ausfüllen eines Formulars, dessen Design vermutlich vor 50 Jahren das letzte Mal geändert wurde, sollte uns aber nicht an der Reise hindern – zumindest all die mit deutschem Reisepass nicht. Unser herzallerliebster Will de Gryse allerdings hatte nicht das Glück, die Einreise genehmigt zu bekommen – ein in Deutschland arbeitender Belgier mit Hauptwohnsitz in seinem Heimatland, der ein ziemlich gutes Englisch spricht? Das war dann wohl doch etwas zu suspekt für die Offiziellen in Moskau.

Unsere Reisepässe mit dem begehrten Visumsaufkleber im Gepäck reisten wir am frühen Montagmorgen zum Flughafen Köln-Bonn. Der Pilot verstand es schon während des Fluges, uns die Vorfreude auf die russische Hauptstadt zu nehmen: “Die Reisedauer beträgt 3 Stunden und 15 Minuten. Die Temperatur in Moskau: -13 Grad Celsius.” – es hatte sich also ausgezahlt, mehrere Pullover, die seit Jahren im Schrank verstaubenden warmen Unterhosen und die Skijacke mitzunehmen.

Nach der Ankunft am Flughafen ging es zunächst durch die Passkontrolle, wo wir einen Einreiseantrag ausfüllten. Es wurde uns auch gleich unmissverständlich beigebracht, dass wir unseren Durchschlag des Antrages auf keinen Fall verlieren dürften, sonst würden wir nicht mehr ausreisen können. Notorischen Zettelverlierern rutschte das Herz in die Hose, denn aus eingeweihten Kreisen hatten wir erfahren, dass “Fundbüro” im russischen Wortschatz nicht existiert.

Während wir am Flughafen auf unseren Bus warteten, gingen wir noch einmal die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes durch: Nicht zuviel Bargeld herumtragen, Geld auf mehrere Stellen am Körper verteilen, den Polizisten kein Geld zahlen, notfalls auf die Wache mitkommen – kaum zu glauben, dass wir tatsächlich in einer europäischen Großstadt unterwegs waren und nicht in den Bergregionen von Kirgisistan. Unser Busfahrer legte gleich noch einen obendrauf mit der Geschichte, wie er von einem Lexus gerammt und dann per Pistole zur Zahlung des Schadens aufgefordert wurde. Vermutlich eher eines der typischen Busfahrermärchen (“Damals bin ich mal zum McDrive gefahren und habe 60 Junior Menüs bestellt!”), aber trotzdem nicht gerade unser Vertrauen in die Stadt bestärkend.

Geschlagene zwei Stunden später wussten wir dann auch, womit der Durchschnittsbürger in Moskau hauptsächlich seine Zeit verbringt: Er wartet und steht im Stau. Dass man auf sechsspurigen Straßen mehr als 20 Minuten für einen Kilometer brauchen kann, war mir bisher nicht bekannt. Immerhin war der Bus warm und es fuhr uns auch kein Lexus in die Seite.

Unsere Ankunft im Hotel war dann von mehreren Erkenntnissen geprägt:
1. Niemand spricht Englisch.
2. Das Hotel war in den 60er Jahren gebaut und seitdem offenbar nie renoviert worden.
3. Wir hatten eine Tabledance-Bar im Hotel.

Nachdem wir den Schock überwunden hatten, der uns beim Betreten der Zimmer ereilt hatte, wollten wir nur noch essen. Dass wir im Hotelrestaurant dann alle unterschiedliche Sachen bestellten, im Endeffekt quasi das Gleiche bekamen und unverschämt viel Geld für eine winzige Portion bezahlten, bildete den krönenden Abschluss des ersten Tages, der für jeden unterschiedlich endete – im Bett, in der Tabledance-Bar oder auch einfach in der Hotellobby. In den Zimmern gab es fürs Schlafen übrigens zwei Varianten – mit geschlossenem Fenster bei gefühlten 30 Grad Celsius oder mit geöffnetem bei etwa 5 Grad.

Ein mäßig erfolgreicher Tag 1 also – Tag 2 gibt’s morgen!

Weitere Themen: Intel Driver Update Utility, Intel PROSet/Wireless Software and Drivers, Intel PROSet/Wireless Software and Drivers, Intel Remote Keyboard, Pocket Avatars, Intel Chipset Device Software (INF Update Utility), Intel® PRO Netzwerk Treiber, IntelProSet/ Wireless und Treiber, Intel Grafik Treiber, Intel

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