PowerPC und Mac OS: Das Ende einer Ära

Flavio Trillo
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Mac OS X Lion kommt im Juli und bringt einen ganzen Sack voll neuer Funktionen und Verbesserungen. Was es gänzlich vermissen lässt, ist die Unterstützung der PowerPC-Plattform. Auch immer mehr Programme laufen nur noch auf aktuellsten Systemen – PowerPC-User gucken in die Röhre. Ein Nachruf. 

Die Geschichte der PowerPC-Architektur in Apple-Computern begann im Jahr 1991. IBM trat an Apple heran, man wollte gemeinsam mit Cupertino Mikroprozessoren nach dem Vorbild des eigens entwickelten RSC (RISC Single Chip) bauen. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit Motorola holte Apple das Unternehmen für diesen Zweck als Dritten ins Boot und so wurde die AIM-Allianz (“Apple-IBM-Motorola”) gegründet.

Insgesamt ging es den beteiligten Unternehmen vornehmlich darum, der gemeinsamen Front aus Intel und Mircoroft Paroli zu bieten. Damals beherrschten x86-Chips mit CISC-Architektur den Markt und die Entwicklung der nächsten Generation namens “Pentium” war in vollem Gange. Es bedurfte also eines Produktes, das der Dominanz der “Wintel-Allianz” etwas entgegensetzen konnte.

Das Heil sollte “Performance Optimization With Enhanded RISC – Performance Computing” bringen – kurz: PowerPC, das prominenteste Produkt des AIM-Zusammenschlusses. Dank einer unkomplizierten Anpassung an bereits vorhandene Strukturen auf seinen Platinen konnte Motorola sehr schnell mit der Produktion marktreifer Prozessoren beginnen.

Die CPUs kamen über mehrere Jahre in Apple-Rechnern zum Einsatz. Angefangen beim G1, der den ersten Power Macintosh im Jahr 1994 befeuerte, bis hin zum 2,5-Gigahertz-G5, der im gleichnamigen Power Mac ab Ende 2005 verbaut wurde. Doch schon bald stellten sich die ersten Probleme ein. Motorola konnte zum Ende der neunziger Jahre keine ausreichenden Leistungssprünge mehr mit den Prozessoren erzielen und IBM schaffte es nicht, die magischen 3 Gigahertz Taktgeschwindigkeit mit dem G5 zu erreichen.

Also musste ein Systemwechsel her. Den Grundstein hierfür legte Steve Jobs bereits im Jahr 2002. Schon damals experimentierte man in Cupertino mit einer Intel-fähigen Version des damals aktuellen Mac OS X 10.2 Jaguar. Die beiden Varianten wurden parallel entwickelt und es fand ein ständiger Austausch zwischen den jeweils verantwortlichen Teams statt. Beobachter hielten dies damals für eine “Rückversicherung”, falls das Konzept PowerPC wider Erwarten keinen Erfolg haben würde. Ein kluger Schachzug, wie sich herausstellen sollte.

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