Nie mehr aufladen: Diese Smartwatch erzeugt ihren Strom selbst

Stefan Bubeck

Aus der Schweiz kommt ein Kickstarter Projekt, das dem größten Smartwatch-Problem ein Ende bereiten soll: Das ständige Aufladen entfällt, denn Sequent lädt sich selbst auf. Das technische Prinzip ist bewährt und könnte auch auf Smartphones übertragen werden. Leider ist die Uhr nicht das, was sich so mancher vielleicht erhofft.

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SEQUENT: Die selbstladende kinetische Smartwatch

Smartwatches könnten sich besser am Markt durchsetzen – wenn sie nicht ein Akkuproblem hätten. Nützlich sind sie ja, aber alle zwei Tage oder sogar täglich aufladen – das kennt man schon vom Smartphone und auch da nervt es. Die mögliche Lösung: Bei klassischen Uhren gibt bereits seit rund 100 Jahren die Gattung der Automatikuhren, die ihre Energie aus der die Armbewegung des Trägers gewinnen. Ein kugelgelagerter Rotor übt durch seine Masseträgheit ein Drehmoment auf einen Aufziehmechanismus aus und sorgt so für Power mit unendlicher Ausdauer. Hier ein solcher Klassiker von Junghans, gestaltet vom Architekten Max Bill:

Sequent: Vollgestopft mit Technik, aber keine Konkurrenz für die Apple Watch

Zugegeben: Die Sequent eine Smartwatch zu nennen, ist schon etwas gewagt. Denn mit typischen Vertretern wie der Apple Watch 2 oder Samsungs Gear S3 kann sie nicht mithalten – die Sequent hat kein Display, sondern nur eine LED als Signalgeber. Ob der gleichnamige Hersteller aus Luzern hier mit seiner Bezeichnung zu weit geht, kommt darauf an, wie eng man die Definition einer Smartwatch fasst. An Konnektivität und Features mangelt es der Sequent gewiss nicht.

Bildergalerie Sequent: Die kinetische Smartwatch aus der Schweiz

Die mechanische Energie wird in der gleichen Weise erzeugt, wie man es von althergebrachten Automatikuhren kennt – wird hier aber in Strom umgewandelt. So kommt die Sequent ohne Zusatzbatterien aus, auch muss sie nie an ein Ladegerät gehängt werden. Ansonsten an Bord: GPS, Pulsmesser und Schrittzähler. Dazu gibt es eine passende Biofeedback-App fürs Smartphone, die Anbindung erfolgt per Bluetooth 4.2. Die Benachrichtigungen, die das LED-Lämpchen zum Aufleuchten bringen, können gefiltert werden, sodass nur die wichtigsten Ereignisse als Auslöser dienen.

Die Sequent geht insgesamt also mindestens als „connected watch“ durch, die ein spannendes Konzept zur Energiegewinnung umsetzt. Einem Patent-Antrag zufolge hat Apple wohl etwas ganz Ähnliches vor. Ein „kinetisches Smartphone“ bleibt allerdings vorerst Zukunftsmusik, dazu gibt es noch keine Pläne.

Das sind die beliebtesten Smartwatches im Preisvergleich:

6 Gründe für eine Smartwatch – und 3 dagegen

Das Kickstarter-Projekt zur Sequent läuft noch, die Uhr soll ab Dezember 2017 verkauft werden. Wer die Kampagne unterstützt, kann von großzügigen Rabatten auf den späteren Verkaufspreis von 409 Euro profitieren und zahlt beispielsweise nur 172 Euro (Early Bird Black Edition).

Quelle: Kickstarter

Weitere Themen: Wearable, Kickstarter

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