Ricoh goes Leica - Neues GXR-Modul für Leica-Objektive

Holger Blessenohl

Ricoh hat seit etwa zwei Jahren ein weltweit einmaliges Kamerasystem namens GXR im Programm. Das hat vor allem einen Nachteil, nämlich nur vier Objektive. Mit dem neuen A12-Modul vervielfacht Ricoh allerdings auf einen Schlag die Zahl der Objektive.

Ricoh goes Leica - Neues GXR-Modul für Leica-Objektive

Am ehesten kann das GXR-System von Ricoh noch den spiegellosen Systemkameras bzw. EVIL-Kameras zugeordnet werden. Bevor Ihr auf dumme Gedanken kommt, EVIL steht für Electronic Viewfinder Interchangeable Lens. Im Gegensatz zu diesen, also beispielsweise den Sony Nex-Kameras oder Panasonics Lumix-G-Serie und allen anderen Kamerasystemen kann man bei der Ricoh GXR keine einzelnen Objektive auswechseln, sondern nur ganze Moduleinheiten aus aufeinander abgepasstem Sensor und Objektiv.

Beziehungsweise konnte. Seit heute. Denn mit dem neuen GXR Mount (A12), gibt es erstmals jetzt ein Modul für Wechselobjektive. Und da der kleine Kamerahersteller Ricoh immer für eine Überraschung gut ist, ist es auch nicht irgendein Objektivanschluss, den sie sich da ausgesucht haben, sondern das Leica M-Bajonett. So ganz überraschend kommt die Sache natürlich nicht, denn Ricoh hat bei der Markteinführung schon versprochen, dass das System sehr flexibel sei und noch einige Überraschungen kommen würden. Über die grundsätzlich sehr hohe Bildqualität der Ricoh GXR könnt Ihr Euch zum Beispiel im Testbericht von zoomyboy informieren.

Leica hat den berühmten M-Anschluss erstmals 1954 für die Leica M3 eingeführt, eine ganze Reihe noch heute bekannter Reportage-Kameras des Traditionsunternehmens besaßen das Leica M-Bajonett. Grundsätzlich sind dann alle jemals gebauten Objektive mit entsprechendem Anschluss an der Ricoh mit GXR Mount nutzbar, auf einen Autofokus muss man allerdings verzichten. Dafür wird wie früher am Objektiv selbst scharf gestellt. Zum besseren Fokussieren bringt das Modul ein paar Fokussierhilfen mit.

Wie der Zusatz A12 verrät, hat Ricoh wieder einen großen CMOS-APS-C-Sensor im Modul verbaut. Da nicht alle Leica-Objektive gleich sind (und möglicherweise schon sehr alt), gibt es einige Anpassungsmöglichkeiten für Fotografen wie Verzeichniskorrektur oder Farbton-Abstimmung.

Ab dem 9. September will Ricoh das neue A12-Modul für Leica M-Objektive anbieten. Zum Preis hat sich Ricoh noch nicht geäußert. Das ist ja auch immer so eine Sache bei Ricoh.

Was meint Ihr? Ausweg aus der Sackgasse mit zu wenig GXR-Objektiven oder Irrweg, weil niemand Objektive ohne AF haben will, selbst wenn das von Leica kommt?

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