LG 34UC98-W im Test: Curved-Monster als Allround-Talent

Robert Kern
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Es kommt doch auf die Größe an! Sowohl das Arbeiten als auch Gaming sind am LG 34UC98-Monitor dank 21:9-Kino-Format, enger 1900R-Wölbung und hervorragendem AH-IPS-Panel mit satten 3.440 x 1.440 Pixel eine Wonne.

LG 34UC98-W im Test: Curved-Monster als Allround-Talent
Zusammengefasst: Der LG 34UC98-W zeigt sich im Test als absoluter Allrounder und brilliert als 21:9-Curved-UltraWide-Display in vielerlei Hinsicht. Die starke Wölbung zieht Gamer in ihren Bann, Bildschirm-Arbeiter dürfen sich auf ein scharfes Bild und hohe Farbtreue freuen und generell steht für Multitasking mit allen erdenklichen Anwendungen jede Menge Platz zur Verfügung.

PRO:

  • Riesige Bilddiagonale im 21:9-Kinoformat
  • Scharfe Darstellung mit 3.440 x 1.440 Pixel
  • Hohe Helligkeit, Farbtreue und Brillanz
  • 5 ms Reaktionszeit, OnScreen Control

KONTRA:

  • „Nur“ 60 Hz Wiederholrate
  • Kein G-Sync-Modell
  • Verarbeitung könnte besser sein

Zwei Drittel der Distanz zwischen Nutzer und Display – das ist eigentlich die Faustformel für die optimale Bilddiagonale eines PC-Monitors, die vom LG 34UC98-W jedoch geflissentlich ignoriert wird. Dieser 1.100-Euro-Monitor erschlägt auf den ersten Blick fast schon mit seiner 34-Zoll-Diagonale, auf den zweiten Blick ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für den produktiven und spielerischen Einsatz. Denn dank der UWQHD-Auflösung von 3.440 x 1.440 Pixel und einer Pixeldichte von 110 ppi entsprechend scharfer Darstellung starrt man nicht mehr auf einen ausgefransten Pixelmatsch, sondern gestochen scharfe Texte. Unterstützt wird das Bild durch gute Kontrastwerte, hohe Farbtreue ab Werk und nicht zuletzt von einem klasse Design. Hatte der Vorgänger LG 34UC97 teilweise noch mit argem Backlight-Bleeding zu kämpfen, so räumt LGs 2016er Modell die Mängel aus und legt mit Thunderbolt-Unterstützung und AMD FreeSync noch Features oben drauf. Natürlich sind 1.100 Euro eine Stange Geld für ein Display, doch wer täglich davorsitzt und vielleicht sogar sein Geld mit der Arbeit am Bildschirm verdient, sollte ein solches rundum kompetentes High-End-Display in Betracht ziehen.

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Bildschirm, wohin man auch schaut: Das 21:9-Format auf gebogenen 34 Zoll

Nicht nur bei Smartphones und Fernsehern gibt es den Trend hin zu immer größeren Displays. Auch Computer-Monitore machen diese Entwicklung mit und ehemals monströse 27-Zoller gelten heutzutage als Standard. Den 34-Zoller LG 34UC98 erachten wir im Jahr 2016 noch als Giganten. Jede Menge Bildschirm-intensive Berufe und High-End-Gaming profitieren mit Multi-Monitor-Setups jedoch seit Jahren von mehr Sicht- und Arbeitsfläche, mit dem Nachteil einer Unterbrechung durch Bildschirmränder und hohe Kosten, sowohl, was die Hardware als auch die Energie angeht. Da kann man doch auch auf ein einzelnes ultrabreites Display setzen. So ergibt sich zumindest ein Komfortgewinn und Immersion. Das Eintauchen in die virtuelle Welt, ist hier das Zauberwort. Wir sind tatsächlich mittendrin statt nur dabei. Im Grusel-Shooter Alien: Isolation steigert das die Beklemmung nochmal deutlich und wir fühlen uns an das Spiel mit dem Virtual-Reality-Headset Oculus Rift erinnert. Mit seiner engen Biegung im 1,9-Meter-Radius schmiegt sich das LG-Display förmlich an das Sichtfeld des Nutzers an. Es ergibt sich tatsächlich ein sehr plastischer Effekt, von dem unbefleckten Nutzern vielleicht erstmal ein wenig schwindelig wird. Bei der Arbeit mit Texten und Bildern in mehreren Fenstern sorgt der gleichmäßige Abstand jedoch für eine Entspannung.

Der geschwungene Standfuß in dezenter Metalloptik unterstreicht den Curved-Charakter, der LG 34UC89-W (W für die weiße Farbvariante des Testgerätes) ist ein eleganter Hingucker im Büro und zuhause.

Bildergalerie LG 34UC98-W Design

Die Metalloptik beim Standfuß täuscht, LG verwendet Kunststoff für das Gehäuse des 34UC98 und verstärkt diesen für die Aufhängung mit einer Stahlplatte. Die Verarbeitung haut uns nicht vom Hocker: Hier und da sind die Spaltmaße erweitert oder ungleichmäßig, beispielsweise an den Seiten des Edge-to-Edge-Displays. Die Rückseite klingt etwas klapprig und die Verkleidung für den Standfuß hat geringfügig Spielraum. In der Gesamtbetrachtung ist das aber alles halb so wild, immerhin handelt es sich um sehr große Kunststoff-Formteile.

Gaming, Bildbearbeitung, Multitasking – es gibt nichts, was LGs 34UC98 nicht kann

Das AH-IPS Panel im LG 34UC98-W bietet eine hervorragende Bildqualität. Die Darstellung ist gestochen scharf, kontrastreich und deckt den sRGB-Farbraum komplett ab. Über ein DisplayPort-Kabel mit einer entsprechend fähigen Grafikkarte verbunden, können bis zu 1,073 Milliarden Farbabstufungen dargestellt werden. Nicht jede GPU unterstützt den 10-Bit-Farbmodus, Apples Mac-Computer beispielsweise bieten nur 8 Bit und damit 16,7 Millionen Farben.

Bildergalerie LG 34UC98-W Bildqualität

Die homogene Helligkeitsverteilung, der geringe IPS-Glow-Effekt und ein Betrachtungswinkel von 178° machen den LG 34UC98 zur idealen Station für Bild- oder Videobearbeitung. Im Test springen uns die Farben förmlich in die Augen, im Direktvergleich mit einem Notebook-Display oder günstigeren Monitoren entdeckt man bei Icons auf dem Desktop des LG 34UC98 auch Abstufungen, die man vorher nicht wahrnehmen konnte. Auch der Sound überrascht mit erstaunlichem Tiefgang. Für den Arbeitsalltag kann man auf separate Boxen verzichten, mit den 2x7W-Stereolautsprechern integriert LG nicht die schlechteste Lösung. Dass es jedoch Gamer gibt, die an einem solchen Panel spielen und dann beim Sound Kompromisse eingehen, können wir uns schwer vorstellen. Übrigens: Weder Netzteil noch Elektronik im Monitor geben ungewünschte Geräusche wie Spulenfiepen von sich.

Fast schon eine Docking-Station mit gelungenem Schnittstellen-Angebot

Die Ausstattung des LG 34UC98 umfasst natürlich auch das Anschluss-Portfolio auf der weiß gehaltenen Rückseite. Mit seiner Schnittstellen-Vielfalt und der Software schwingt sich der LG 34UC98 schon zum Commander auf dem Schreibtisch auf. Er bietet einen DisplayPort 1.2, je zwei HDMI-, Thunderbolt-2-Ports und auch zwei USB-3.0-Anschlüsse. Der erste dieser USB-Ports lädt mit der Quick-Charge-Technologie auch Smartphones in Rekordzeit, verzichtet bei Aktivierung der Funktion jedoch auf den Datentransfer.

Bildergalerie LG 34UC98-W Ausstattung

Als Docking-Station kann der LG 34UC98 Backup-Festplatten, Spiele-Konsolen, Eingabegeräte oder sogar weitere Displays über Thunderbolts Daisy-Chain anbinden. Dieser Anschluss eignet sich auch ideal für den Betrieb am Mac. Der Bildschirm kann im Split-Screen-Modus oder Picture-in-Picture problemlos gleichzeitig Signale von zwei Geräten nebeneinander darstellen und empfiehlt sich durch seine erstklassige Hardware für ein vielfältiges Anwendungsgebiet. Da wir es gewohnt sind, als Redakteure mehrere Fenster nebeneinander anzupinnen und LG auf die Windows-eigene Splitscreen-Funktion zurückgreift, ist die Teilung des Bildschirms keine Revolution für uns. Auch die Darstellung mehrerer Eingangssignale nebeneinander haben wir nicht wirklich gebraucht.

Bequem mit der Maus konfigurieren und Profile automatisch wählen lassen

Einstellungen und Bildmodi können über den Menü-Knopf unter dem Display oder aber noch einfacher über das OnScreen Control gewechselt werden. Man ruft die Software ganz einfach über ein Symbol in der Taskleiste auf und bestimmt über die Eingänge, Anzahl der Fenster, Bildsettings und Wiederholfrequenz. OnScreen Control registriert Anwendungen wie den Browser, Acrobat Reader oder Photoshop und wählt auf Wunsch bei deren Start das zugewiesene Profil.

Ähnlich ergonomisch agiert nun auch die Hardware: Mit dem schneeweißen Standfuß lässt sich erstmals auch die Neigung bei LGs 34-Zoll-Curved-Displays zwischen -5° und 15° anpassen und mit einer variablen Höhe von 11 cm sollte eigentlich jeder einen optimalen Blickwinkel finden. Überraschend für uns: Der Stand ist weitaus stabiler als man anhand des filigranen Fußes vermutet. Eine Display-Drehung ohne Standfuß gibt es allerdings nicht – hier würde der sichere Stand darunter leiden und ein derart teures Display wirft man ungern um. Mit einem Klick lässt sich der Standfuß auch entkoppeln und gibt die Befestigung nach Vesa 100×100 Norm frei.

Für jedes Szenario das richtige Setting

Die Gaming-Qualitäten dieses Monster-Displays hören nicht bei der Dreingabe des Lizenzcodes für Tom Clancy's The Division auf. Für ein Panel dieser Größe bietet der LG 34UC98 mit 5 Millisekunden eine äußerst schnelle Reaktionszeit, am besten funktioniert das in den Bildprofilen „FPS Game 1 und 2“ sowie TRS Game“. Besitzer von AMD-Grafikkarten kommen zudem in den Genuss der AMD-FreeSync-Technologie, welche die Bilderneuerung des Monitors im Bereich von 55-75 Hz direkt mit der Grafikkarte synchronisiert und so ein gestochen scharfes Bild ohne Bildrisse (Tearing) erzeugt und gegenüber Vsync den Input Lag verringert. Der Bereich von 55 bis 75 Hz ist nach unserem Dafürhalten allerdings zu klein; schade ist zudem, dass der Monitor die 75 Hz nicht auch ohne FreeSync erreichen kann.

Mit dem Black Stabilizer wird zusätzlich der Kontrast in dunklen Bildbereichen für eine bessere Erkennbarkeit von Gegnern erhöht. Die Modi „Reader“, „Dark Room 1“ und „Dark Room 2“ reduzieren die sehr hohe Helligkeit in mehreren Stufen, sonst kann dieses Display in dunkler Umgebung tatsächlich auch blenden. Bei der Farbtemperatur wählen diese Presets ebenso eine wärmere Darstellung mit einer augenschonenden Reduktion des Blauanteils. Direkt nach dem Wechsel fällt das noch auf, später gewöhnen sich die Augen jedoch an den neuen Weißpunkt. In jedem Fall bietet der LG 34UC98 auch professionellen Anwendern volle Kontrolle, ein ab Werk sehr gut kalibriertes Display und ein erstklassiges Bild.

Fazit zum LG 34UC98: Gelungener Curved-Allrounder

Besitzer des LG 34UC98 sind durchaus beneidenswert. Sie müssen keine Kompromisse eingehen: Das Display bietet eine Wahnsinns-Bildqualität, tolle Software-Features, ein vielfältiges Schnittstellen-Angebot und sieht auch noch unverschämt gut aus. Besonders beeindruckt sind wir von der aggressiven Biegung, dem 1900R- oder 1,9-Meter-Radius. Das Design und die Bildqualität können vollends überzeugen und lassen wenig Wünsche offen. Wenn man uns zum Mäkeln zwingen würde, dann käme wohl fehlender Support für Nvidias G-Sync-Technologie auf den Tisch, im Gegensatz zum verbauten freien Konkurrenten FreeSync hätte das aufgrund der Lizenzierungskosten an Nvidia den Monitor aber teurer gemacht. Weh tut ein wenig, dass die Bildwiederholrate auf 60 Hz festgesetzt ist (mit aktivem FreeSync: 75 Hz) statt auf im High-End-Bereich zeitgemäßere 100 Hz. Auch die Verarbeitung könnte etwas besser ausfallen aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Unsere Test-Wertung zum LG 34UC98-W

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Ergonomie: 4/5
  • Auflösung/Bildqualität: 5/5
  • Ausstattung/Anschlüsse: 5/5
  • Software: 5/5
  • Preis-Leistung: 4/5

Gesamt: 93 %

Pro

  • Erstklassige Bildqualität
  • Elegantes Design mit enger 1900R-Curvature
  • Satte Anschlussvielfalt
  • Bequeme OnScreen-Steuerung
  • Werkskalibriert mit 99% sRGB

Kontra

  • Keine 100 Hz
  • Hoher Preis

Weitere Themen: LG G6, LG X power2, LG G5, LG Stylus 2 , LG K10, LG K7, LG G Watch Urbane (2nd Generation), LG V10 , Nexus 5x, LG Electronics: Eines der größten Tech-Unternehmen der Welt

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