LG schafft es mit seiner Smartphone-Sparte trotz respektabler Testergebnisse für seine Flaggschiffe einfach nicht, schwarze Zahlen zu schreiben. Nun soll ein grundlegender Kurswechsel neue Perspektiven eröffnen. Kann LG so aus dem Schatten von Samsung treten?

LG V30 im Hands-On
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Seit elf Quartalen am Stück macht der südkoreanische Tech-Konzern Verluste mit dem Smartphone-Geschäft. Jetzt wird umgedacht: Statt sich an die ungeschriebene Regel „In regelmäßigem Abstand neue Flaggschiffe“ (G-Serie zum MWC, V-Serie zur IFA) zu halten, wird LG seine Produktvorstellungen zukünftig wohl lieber flexibel gestalten.

LG-Boss: „Neue Smartphones, wenn sie gebraucht werden“

Im Rahmen der CES 2018 wurde Seong-Jin Jo, Vice Chairman bei LG Electronics, mit der Frage nach dem Marktstart des kommenden LG G7 gefragt. Offenbar plant er eine Änderung der klassischen Taktung:

Wir werden neue Smartphones vorstellen, wenn sie gebraucht werden. Aber wir werden es nicht auf den Markt bringen, nur weil es andere Konkurrenten tun. Wir planen, bestehende Modelle länger beizubehalten, indem wir z.B. weitere Varianten der G-Serie oder der V-Serie vorstellen.

Das aktuelle Spitzenmodell V30 ist bereits günstiger zu haben:
LG V30: Preisverfall im Vergleich

LG will sozusagen sein eigenes Süppchen kochen und sich dem durch die Marktbegleiter ausgelösten Zugzwang entziehen. Unklar ist, ob der Strategiewechsel bereits beim G7 greift oder erst nach der Vorstellung des Flaggschiffs, die im Rahmen des MWC 2018 erwartet wird. Hier eine Übersicht, was dieses Jahr voraussichtlich noch ansteht:

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Neue Handys 2018: Smartphone-Neuheiten im Überblick

Eine Begründung für die Neuausrichtung liefert der LG-Chef auch. Allerdings wirkt diese nicht ganz rund und etwas schwammig:

Wir glauben, dass es wichtig ist, eine gute Plattform für eine lange Zeit beizubehalten. Die Sorge um die Versorgung mit Lithium-Materialien steigt.

Zukünftiges Flaggschiff von LG: neuer Name, neues Glück?

Womöglich könnten mit der neuen Strategie Vergleiche wie „Galaxy S8 gegen LG G6“ verhindert werden, wenn ein neues LG-Flaggschiff nicht in zeitlicher Nähe und als „Antwort“ auf Samsung platziert wird. Dort steht in Kürze das Galaxy S9 auf dem Plan. LG könnte also die Bühne erstmal eine Weile lang Samsung überlassen, um dann – nach dem S9-Hype – ein „LG G7“ auf den Markt zu bringen.

Falls der Name „G7“ dann überhaupt noch verwendet wird. Denn laut dem Branchen-Insider Evan Blass hat sich LG die Markennamen „LG Icon“ für Smartphones sowie „Iconic“ für Smartwatches gesichert.

Flaggschiffe in festgelegten Abständen als „Antwort“ auf die Vorstellungen der beiden Marktführer Samsung und Apple – diese Regel dürfte zukünftig bei LG nicht mehr gelten. Was haltet ihr von diesem Strategiewechsel?

Quelle: The Korea Herald

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