Testbericht zum LG E400 L3

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Nach annähernd vier Wochen mit den beiden Testgeräten, glaube ich, mir ein Urteil bilden zu können. Sicherlich darf man von einem 130 Euro Gerät keine Höchstleistungen erwarten, doch kann man, wie man am LG E-400 L3 sieht, auch am falschen Ende sparen.

Testbericht zum LG E400 L3

Für die Tonqualität des Videos entschuldige ich mich schon im voraus. Leider ist mein Equipment nicht so gut, wie das von GIGA, daher werde ich das nächste Mal wohl lieber ins Studio wechseln.

Die Hardware – Günstig aber solide

Auf den ersten und den zweiten Blick macht das Gehäuse des LG E-400 L3 von der Verarbeitung her einen guten Eindruck. Alle Teile sind gut und passend verbaut, nichts knarrt oder wackelt. Der Alurahmen sorgt neben der Stabilität auch für ein angenehmes Gewicht, so dass es gut in der Hand liegt. Die Rückseite ist an den Rändern leicht abgerundet, wodurch es auch bei längerem halten angenehm bleibt. Der Akkudeckel aus biegsamen Kunststoff scheint stabil genug für diverses öffnen und schließen zu sein, jedoch machen mir da auf lange Sicht die Noppen Sorgen, die den Deckel an Ort und Stelle halten sollen. Hier könnte nach einer Weile ein Ermüdungsbruch entstehen.

Der Akku – ausreichend Power

Ich muss sagen, dass der 1540 mAh Akku ausreichend dimensioniert ist und mit zwei Tagen eine gute Laufzeit bietet. Dies liegt aber unter anderem am Display, welches mich nicht gerade zum Schmökern einlädt, dazu später mehr. Die Micro USB Buchse ist ein wenig tief im Gerät verbaut und das anstecken des Ladekabels verlangt einiges an Fingerspitzengefühl, damit man diese nicht beschädigt.

Das Display – Das Manko des L3

Für mich ist das Display bei einem Smartphone eines der wichtigsten Teile. Schließlich bietet es sich durch die Internetverbindung an, zu jeder Zeit und an jedem Ort ein wenig zu surfen oder sich über die sozialen Netzwerke mit seinen Freunden auszutauschen. Hier sehe ich den größten Minuspunkt beim LG E-400 L3! Mit nur 3,2 Zoll und 320 x 240 Pixeln ist es auf Dauer äußerst unangenehm, die dadurch auch noch verpixelte Schrift zu lesen. Ein surfen mit dem Browser ist in meinen Augen (und denen meiner Frau) nahezu unmöglich, da fast nichts zu erkennen ist. Die Farben sind blass und teilweise verfälscht. Ich bin durch mein Galaxy Note zwar ein wenig verwöhnt, jedoch habe ich ja den direkten Vergleich mit dem L7 gehabt, welches mit der für mich minimalen Auflösung von 800 x 480 Pixeln daher kommt. Hier hat LG am falschen Ende gespart.

Der Prozessor und der Speicher – passt aber ist verwirrend

Der 800 MHz Qualcomm Prozessor ist sicher kein Höchstleistungssportler, jedoch reicht er für die allermeisten Anwendungen absolut aus, schließlich verbietet die geringe Auflösung des Displays viele Rechenaufwändige Spiele. Das wischen durch den Homescreen ging immer flott und ohne Hackler von der Hand, im Gegensatz zum L7 mit seinen 1 GHz. Von den 512 MB internen Speicher sind 356 für den RAM reserviert, womit nur noch 156 MB für die Apps bleiben. Da Apps standardmäßig auf dem internen Speicher installiert werden, bekam ich hier sehr bald die Meldung, dass der Telefonspeicher voll wäre. Zum Glück verfügt das L3 noch um einen zusätzlichen internen 1 GB Speicher, auf den die Apps, sofern möglich, per App2SD verschoben werden können. Leider bieten immer noch nicht alle Apps dieses an und auch Widgets könnten dann Probleme bereiten. Interessant und verwirrend zugleich ist die Beschriftung des Buttons zum verschieben: Befindet sich die App im kleinen internen Speicher steht da “Auf Telefon verschieben”, anders herum steht “Alle in Telefon verschieben”. Diese Kleinigkeit sollte man sich merken, wenn man nicht erst in die Speicherverwaltung schauen möchte, um festzustellen, ob eine App intern oder “extern” gespeichert ist. Glücklicherweise besitzt das LG E-400 L3 zusätzlich einen Micro SD Slot für bis zu 32 GB zusätzlichen Speicherplatz. Hier kann man dann seine Musikdateien ablegen.

Spiele wie Angry Birds laufen einwandfrei, sind jedoch, des 3,2 Zoll Displays wegen, nur umständlich zu spielen. Mehr als einmal flog mein Vogel nicht dahin, wohin ich ihn haben wollte, weil meine Wurstfingerchen im letzten Moment an einer anderen Stelle erkannt wurden. Spiele mit Bewegungssteuerung ließen sich gut spielen.

Die Kamera – Schnappschüsse sind OK, die Qualität aber nicht

Im direkten Vergleich zum L7 kann das L3 nicht nur wegen der 2 Megapixel weniger nicht mithalten, auch die Bildqualität insgesamt ist nicht gerade berauschend. Die Bilder haben ein leichtes Grundrauschen und Farbecht ist was anderes. Wer nur eine kleine Erinnerung an einen Ausflug braucht ist damit gut beraten, jedoch benötigen die Bilder eine kleine Korrektur am PC, um wenigstens ein wenig ansehnlich zu werden. Unten habe ich die Bilder des LG E-400 L3 und des LG P-700 L7 mal mit dem gleichen Motiv völlig unbearbeitet untereinander gestellt, damit ihr seht, was ich meine.

Die Weichware – Top für ein Gerät dieser Klasse

Wie in meinem Unboxing erwähnt, bekam ich gleich zu Beginn drei kleinere Updates. Dass das LG E-400 L3 kein Ice Cream Sandwich bekommt, dürfte jedem, der sich mit der Materie ein wenig auskennt, klar sein. Somit ist es mit 2.3.6 Gingerbread auf dem fast letzten Stand. Eine Prüfung hat keine Sicherheitslücken an den Tag gebracht. Nur die eine oder andere App schreibt leider die IMEI ins Logcat, was lediglich zum Problem werden könnte, wenn es jemand wirklich böse mit einem meint. Die App X-Ray, die das Betriebssystem auf bekannte Lücken überprüft, hat keine einzige feststellen können. Sogar der Gingerbreak, der es Apps ermöglicht Superuser Zugriff zu erlangen, ist gestopft. Negative Folge hiervon: Das LG E-400 L3 lässt sich nur mit sehr viel Aufwand rooten und Custom Roms sind zur Zeit gar nicht vorhanden.

Mein persönliches Fazit

Das LG E-400 L3 wird gerne als Einsteiger Gerät bezeichnet, dieses kann ich so nicht bestätigen. Sicherlich funktioniert es einwandfrei, die meisten Apps laufen, doch finde ich das Display als absolut unterdimensioniert, was die Auflösung angeht. Die 3,2 Zoll sind für Einsteiger, die das L3 nicht unbedingt zum surfen nutzen wollen sicherlich ausreichend, doch die Auflösung von nur 320 x 240 Pixeln verleidet einem jeglichen Spaß. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses potentielle Käufer abschrecken kann.

Während meine Frau zu Beginn vom L3 begeistert war, hat sie im täglichen Einsatz genau das bemängelt und würde doch lieber zum L7 greifen, obwohl ihr dieses insgesamt ein wenig zu groß ist und das L3 besser in der Hand liegt.

Sollte LG bei einem Folgemodell noch bei der Auflösung nachbessern, werde ich meine Meinung sicher wieder ändern, auch wenn es nichts für mich persönlich ist. Ich zähle eher zu den 4+ Zoll Liebhabern und habe mit dem Note mein Smartphone gefunden.

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Weitere Themen: LG G3, G Watch, LG G2 Mini , LG Z, LG G2, LG L5 II, LG Optimus GJ, LG Optimus F-Serie, LG Optimus G Pro, LG


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