Lionhead: Schließung laut Pachter der richtige Schritt

Marco Schabel
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Am Anfang der Woche gab Microsoft bekannt, dass Fable Legends eingestellt und das verantwortliche Studio Lionhead vielleicht geschlossen wird. Das rief einige negative Reaktionen hervor – nur nicht beim Vorzeige-Analysten Michael Pachter.

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Fable Legends – Offizieller Trailer

Wenn ein milliardenschweres Unternehmen eine Zweigstelle schließt und deren Produktion einstellt, dann ist das meist ein Zeichen dafür, dass entweder in dieser Zweigstelle, oder beim Mutterkonzern etwas gehörig schief läuft. Das gilt in allen Branchen, auch der Videospielindustrie, die sich zwar weniger durch rauchende Schornsteine, aber rauchende Köpfe auszeichnet. Da wirft es viele Fragen auf, wenn Microsoft beschließt, das dänische Studio Press Play zu schließen und auch über die Schließung von Lionhead verhandelt – neben 5 weiteren Studios, die einfach verschwunden sind. Die britische Entwicklerschmiede Lionhead war am Sonntag noch mit der Produktion von Fable Legends beschäftigt und äußerte via Twitter Freude darüber, am kommenden Sonntag mit dem Spiel im Gepäck an einer Show teilzunehmen – und am Montag war eben jenes Projekt eingestellt. Nur einer scheint in diesen Tagen zu erkennen, welchen tieferen Sinn das Ganze hat.

Lionhead hat schlechte Arbeit geleistet

Fable-Legends

Und das ist unser aller Lieblingspachter, der Michael, seines Zeichens Analyst bei Wedbush Securities und durchaus eine prominente Persönlichkeit in der Industrie. Jüngst fand sich dieser zum Interview mit den Kollegen von Gamesbolt ein, die ihn direkt fragten, was diese Entwicklung bei Microsoft, mit der Schließung eines High Profile-Studios, zu bedeuten habe. Geht Microsofts Gaming-Sektion vor die Hunde? Überraschenderweise äußerte der Analyst sogar großes Verständnis für diese Entscheidung. Lionhead sei in der Tat ein großes und namhaftes Studio – es hat aber ganz einfach keine Spiele hervorgebracht, die diesen Status rechtfertigen. Fable sei zwar eine der bekanntesten Marken Microsofts, in Verkäufen habe sich dies aber nicht niedergeschlagen.

“Ein großes Studio mit kleinen Spielen. Ich habe irgendwo gelesen, und ich könnte mich irren, dass alle Fable-Spiele zusammen gerade einmal 7 Millionen Exemplare verkauft haben. Fable 1, 2 und 3 haben zusammen nur 7 Millionen Kopien verkauft – das ist nicht im Geringsten beeindruckend. Der Fakt ist also, dass dieses große und teure Studio in Sachen Verkaufszahlen ganz einfach unproduktiv war. Sie haben guten und auch von den Kritikern gelobten Content geliefert, aber keine großen Verkaufsschlager. Ich denke also, dass Microsoft ganz einfach eine Business-Entscheidung getroffen hat. Es ist nach allem immer noch eine Gewinngetriebene Industrie, die Leute versuchen also Geld zu machen. Und ich denke, Lionhead hat keine gute Arbeit verrichtet, profitable Franchises zu entwickeln” — Michael Pachter

Microsoft macht gerne Spiele und mag auch die Xbox One noch immer

Laut VGChartz, einer Plattform, auf der Verkaufszahlen von Spielen und Konsolen geschätzt werden, hat die Fable-Serie 12,05 Millionen Verkäufe generiert – ebenfalls nicht wirklich beeindruckend nach 14 Jahren. Dieses Problem haben laut des Wedbush-Analysten übrigens nicht nur die insgesamt 7 geschlossenen Studios, sondern auch andere große First Party-Entwickler bei Microsoft. Abgesehen von 343 Industries (und Bungies) Halo (65 Millionen) und The Coalitions (und Epic Games) Gears of War (mehr als 23 Millionen Kopien) habe keines der anderen Studios eine wirklich profitable Marke hervorgebracht. Selbst die Forza-Serie wird aktuell „nur“ mit ungefähr 16 Millionen Kopien gelistet – bei 8 Spielen.

Ein kommender großer Hit, so Pachter, ist dagegen Quantum Break von Remedy Entertainment. Das Spiel der Alan Wake-Macher erscheint am 5. April exklusiv für Xbox One und Windows 10-PCs.

Weitere Themen: Fable Legends, Fable Trilogy, Fable Anniversary, Fable Heroes, Fable: The Journey, Fable 2, Fable III, Microsoft Games

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