Logitech Harmony 900 - Eine für alles! Der Heimkino-Test

casi
11

(Carsten) Als im Jahr 1956 die erste drahtlose Fernbedienung in Deutschland erschien, ging wahrscheinlich ein seliges Seufzen durch die Reihen der Radio- und Fernsehbesitzer. Endlich sitzen bleiben und bequem vom Sessel aus umschalten. Dass sich dieser Luxus mit der Zeit als Fluch darstellte, konnte ja keiner ahnen.

Logitech Harmony 900 - Eine für alles! Der Heimkino-Test

Denn was damals für eine kleine Wohnzimmer-Revolution sorgte, ist im 21. Jahrhundert zur Qual geworden. Die Fernbedienung ist immer noch eine tolle Erfindung, jedoch haben wir mittlerweile so viele Geräte und damit auch Fernbedienungen, dass wir gar nicht mehr wissen wohin damit. Der Fernseher, DVD-Spieler, Stereo-Anlage, Receiver, Spielkonsole und vieles mehr wartet nur darauf eingeschaltet zu werden. Solange der Besitzer dieser Geräte anwesend ist, nur lästig – will sich ein Gast jedoch am Heimkino versuchen, beginnt das große Grübeln. Welche Fernbedienung für was?

Genau für diesen Zweck gibt es schon seit einigen Jahren “Multifunktions-Fernbedienungen”. Eine Kontrolle über alle Geräte – so zumindest das jeweilige Versprechen. Die Praxis sah jedoch lange so aus, dass man die neue und einzige Fernbedienung erst einmal programmieren musste. Ein oftmals nerviger und langwieriger Vorgang, der oft dazu führte, dass die Multi-Bedienung in der Ecke landete.
Genau an dieser Stelle kam Logitech mit der Produktpalette der Harmony ins Spiel. Diese hat das komplizierte Prozedere nämlich vereinfacht und um diverse gute Features erweitert.

Wir wollen euch heute die Logitech Harmony 900 vorstellen. Diese Multifunktions-Fernbedienung ersetzt bis zu 15 andere Geräte und glänzt durch durchdachte und logische Bedienung.

Auf den ersten Blick ist sie eine “normale” Fernbedienung mit der bekannten Tastenanordnung. Unten befindet sich das Zahlenfeld, darüber der Navigationsbereich – spannend wird es erst, wenn man ganz oben beim Touchscreen angelangt ist. Dort fällt auf, dass die Harmony mehr kann, als die Konkurrenz.

Die Unterschiede beginnen mit der Konfiguration – ist es bei anderen Vertretern dieses Produktfeldes noch üblich Gerätecodes nachzublättern und in die Fernbedienung einzugeben, wird die komplette Konfiguration von einer von Logitech mitgelieferten Software für den PC übernommen. Diese ist selbst für Anfänger leicht zu lernen und verständlich.

Zuerst gebt ihr einfach den Produktnamen und Typen des Gerätes in der Suchmaske ein, das ihr steuern wollt. Die Software durchsucht anschließend eine riesige Datenbank von mehr als 5.000 Herstellern und über 225.000 Komponenten. Die Wahrscheinlichkeit ein Gerät nicht zu finden, ist also verschwindend gering. Da die Datenbank erweiterbar ist und von Logitech ordentlich gepflegt wird, könnt ihr sicher sein, dass sich auch zukünftige Geräte steuern lassen. Und wenn tatsächlich einmal ein Gerät nicht in der Datenbank vorhanden ist, kann die Harmony die einzelnen Befehle mittels Infrarot-Übertragung von der anderen Fernbedienung lernen.

UE Megaboom GIGA Bilderstrecke UE Megaboom

Ein Klick und alles geht an

Einmal die Komponente ausgewählt, werden die benötigten Daten an die Fernbedienung via USB-Kabel übertragen. Ein besonderes Highlight ist hier die Möglichkeit Aktion in der Software zu programmieren. An eine Aktion sind mehrere Ereignisse gebunden. Die Aktion “DVD Schauen” schaltet so den Fernseher ein, wählt die Signalquelle, startet den DVD Player und falls gewünscht die Surround-Anlage. Einfacher geht es nicht mehr. Beliebige Aktion lassen sich dadurch erstellen – egal ob Xbox, oder den Fernseher direkt auf seinem Lieblings-Sendeplatz starten. Alles ist möglich und kann mit einigen simplen Klicks in der Software eingestellt werden. Die wichtigsten Aktionen (TV, DVD schauen) werden euch bereits bei der ersten Konfiguration vorgeschlagen und sind dadurch einfach einzustellen.

Je nach Umfang eures “Fuhrparks” kann das Ganze jedoch eine Weile dauern. Doch selbst wenn ihr einen Fehler gemacht habt, kann euch die Fernbedienung durch die eingebaute Kontrollfunktion helfen. Sollte einmal etwas nicht funktionieren geht die Fernbedienung jeden Schritt noch einmal durch und fragt euch, ob dieser erfolgreich war. So hat man schnell den Fehler gefunden und vor allem behoben.

Mit der Fernbedienung zielen war gestern

Die Harmony 900 kommt mit einem weiteren Ausstattungsmerkmal zu euch. Dank Funktechnologie, verbunden mit weiteren, mitgelieferten Sendern (Haupt- und Mini-Blaster genannt), könnt ihr auch Geräte bedienen, die sich bis zu 30 Metern entfernt oder hinter Schranktüren befinden. Mit der Fernbedienung auf das jeweilige Gerät zielen ist also nicht mehr nötig.

Neben all den Funktionen wurde zum Glück weder das Design noch die Verarbeitung vernachlässigt. Das Gerät hat einen gut sichtbaren Farb-Touchscreen, der angenehm und schnell auf Eingaben reagiert und eine hochwertige und angenehme Verarbeitung. Durch die beleuchteten Tasten kann man sein Heimkino auch im Dunkeln bedienen. Schön ist hierbei, dass die Harmony auf Berührung reagiert. Wenn ihr sie in die Hand nehmt, gehen also automatisch die Lichter an – ihr müsst nicht erst eine Taste drücken.
Zusätzlich wird die Harmony 900 mit einer ansehnlichen Station geliefert, auf der ihr sie immer aufgeladen und einsatzbereit ablegen könnt.

Fazit

Im Praxistest hat mich die Fernbedienung vollkommen überzeugt. Alle meine Geräte wurden schnell erkannt und durch die programmierbaren Aktionen hat, Achtung Klischee, auch meine bessere Hälfte kein Problem mehr, mein kleines Heimkino zu starten und zu bedienen. Als jemand, dessen letzte Multi-Fernbedienung noch mittels Gerätecode-Eingabe und dem Erlernen von Befehlen via Infrarot programmiert wurden musste, ist die Harmony 900 schon eine kleine Offenbarung. Das liegt vor allem an der umfangreichen und einfachen Programmierung über die Software, aber auch an Verarbeitung und Design. Bei Fernbedienungen bin ich diesbezüglich immer sehr skeptisch, da 90 Prozent aller Geräte einfach nur ein unförmiger Plastikklotz sind. Die Harmony ist dagegen ergonomisch geformt, hat eine angenehm gummierte Rückseite und liegt vortrefflich in der Hand. Überrascht hat mich auch die Qualität und Haptik des Touchscreens, welches ein echter Mehrwert des Gerätes ist. So ist das Display hochauflösend und hat einen hohen Betrachtungswinkel.

Das Gerät ist derzeit mit ca. 280 Euro gelistet, wem das zu viel erscheint, der kann auf den Vorgänger, die Harmony One zurückgreifen. Diese wird zwar ohne die Blaster und Funktechnik geliefert, steht der 900 jedoch in kaum etwas nach und kostet dafür ca. 140 Euro.

Die Frage stellt sich natürlich, warum man soviel Geld in eine Fernbedienung investieren sollte. Will man mit der Harmony 900 nur seine alte Fernbedienung ersetzen, schießt man wohl ein wenig über das Ziel hinaus. Besitzt man jedoch mehr als vier oder fünf Bedienungen, räumt die Harmony nicht nur kräftig auf, sondern erleichtert die Bedienung ungemein und ist eine sinnvolle Investition. Es sei denn man gehört zu der Gattung Mensch, die seine Fernbedienungen alle paar Minuten fallen lässt – dann sollte man sich nach Einweg-Lösungen umsehen.

Weitere Themen: Logitech SetPoint, Logitech Harmony Software, Logitech Webcam Software, Logitech, Logitech Webcam Treiber Software Smart, Logitech 1.3 MP Webcam C100, Logitech QuickCam Pro 9000 Business, Logitech Alert 700i Add-On Camera, Logitech HD Webcam C615, Logitech

Neue Artikel von GIGA GRUEN

GIGA Marktplatz