Datenschutz als Sicherheit vor Missbrauch

Sebastian Trepesch
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Phishing kann für die Betrogenen teuer werden. Auch kompetente Internet-Nutzer schützen sich zu wenig vor den Gefahren aus dem Internet, so eine Studie zum europäischen Datenschutztag. Jährlich am 28. Januar erinnern die Europäische Kommission, Verbraucherinitiativen, Organisationen und Unternehmen an das Thema Datenschutz.

Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder haben sich anlässlich des europäischen Datenschutztags vorgenommen, die Reform des europäischen Datenschutzrechts zu erörtern. Für die Piraten-Partei steht allerdings ein anderes Thema im Vordergrund: die Volkszählung zensus2011 am 9. Mai. Es wird bemängelt, dass “eine breite Palette von Daten” abgefragt wird, wie Angaben zur Religionsangehörigkeit, Schulabschlüssen oder Badezimmerausstattung. Der Partei zufolge sei der gigantische Datenpool “höchst anfällig für Missbrauch.”

Gefahr von Missbrauch lauert aber nicht nur durch staatliche Datensammlungen, sondern durch den Umgang mit persönlichen Informationen im Internet. “Das beste Argument, auch selbst auf mehr Datenschutz zu achten, ist die persönliche Sicherheit: Sicherheit vor Angreifern, vor Betrug und vor Manipulation”, erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V. in ihrer Broschüre “Meine Daten!”. Darum zielen einige Informationen, die zum heutigen Datenschutztag veröffentlicht wurden, auf Missbrauchsfälle ab.

„Wer denkt, kostenlose Virenschutzprogramme und Firewalls schützen Computer, Laptop oder Smartphone ausreichend, irrt. Wer wirklich sicher sein will, setzt auf komplette Sicherheitspakete und spielt Sicherheitsupdates konsequent ein“, sagt Claus-Dieter Ulmer, Datenschutzbeauftragter der Deutschen Telekom. Eine Nachricht, wie sie meist von Entwicklern einer Virensoftware bei Vorstellung von Produktneuheiten erwähnt wird. Das Telekommunikationsunternehmen hat eine Studie bei TNS Infratest herausgegeben, die zeigt: 93 Prozent der Internet-Nutzer schützen ihren Desktop-Rechner mit einem Virenschutz, 81 Prozent mit einer Firewall. Gefahren lauern vor allem bei ungeschützten Smartphones und Phishing – nicht nur für “Internet-Einsteiger”, sondern auch für erfahrene Nutzer.

Und hier hilft kein noch so sicheres Betriebssystem und noch so sichere Schutzsoftware: Der Mensch vor dem Bildschirm ist meist die Schwachstelle. Phishing ist der “Versuch, Nutzer zur Preisgabe persönlicher Informationen zu bewegen”, so die Definition von McAfee, ob per Mail, Instant Messaging, oder über Soziale Netzwerke. Der Spezialist für IT-Sicherheit zählt die Methode zu den drei gebräuchlichsten Betrugsstrategien, neben falscher Antivirensoftware und gefälschten Webseiten. Das Bundeskriminalamt und Bitkom rechnen mit bis zu 5.000 angezeigten Phishing-Fällen für 2010 – ein Plus von rund 71 Prozent. Die Schadenssumme dürfte demnach bei 17 Millionen Euro liegen – denn vor allem in Bezug auf Online-Banking ist das Vorgehen für Betrüger attraktiv.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt weitere Fälle, wo Datendiebe lauern: Zum Beispiel werden angebliche Urheberrechtsverletzungen für den Download von pornografischen Videos im Namen von Medienanwälten in Rechnug gestellt – unberechtigt. Oder es werden zweifelhafte Gewinnversprechen getätigt, um an private Daten zu gelangen.

Ein Selbsttest “Datendiebstahl” ist auf der Webseite des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit zu finden.

Wer befürchtet, Opfer eines Cyberverbrechens geworden zu sein, kann sich auf der Website der McAfee Cybercrime Response Unit darüber informieren, welchem Risiko er ausgesetzt war und welche nächsten Schritte er ergreifen kann.

Auch BKA und Bitkom haben eine Information herausgegeben, “Empfehlungen für Sicherheit im Internet” (PDF, 80 Kilobyte). Das 30-seitige Heft “Meine Daten” der Verbraucherzentrale ist für 99 Cent als eBook über die Webseite des Vereins sowie über Apples iBookstore zu finden. Der zentrale Satz der Broschüre: “Wir selbst tragen am meisten zum persönlichen Datenschutz bei, wenn wir das Gebot der Datensparsamkeit ernst nehmen .”

Grafiken aus der Studie “Wie sicher surft Deutschland?” (PDF, 1,7 Megabyte) von TNS Infratest im Auftrag der Deutschen Telekom.

Weitere Themen: Datenschutz, McAfee Labs Stinger, McAfee Consumer Product Removal Tool, McAfee

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