Prospekt-Check: Media Markt Notebooks - KW05

Matthias Schleif

Auch in der dritten Woche nach Zusammenlegung seiner On- und Offline-Strategien legt Media Markt wieder ein Prospekt mit aktuellen Angeboten aus der Technikwelt vor. Erneut sind darunter auch vier Notebooks zu finden, die es – wie alle Prospektprodukte – online auch nicht günstiger geben soll, als in den Media Märkten vor Ort. Aber stimmt das auch?

Prospekt-Check: Media Markt Notebooks - KW05

Anhand der vier angepriesenen Notebooks haben wir einmal versucht herauszufinden, ob vergleichbare Produkte in anderen Onlineshops nicht vielleicht doch günstiger angeboten werden, aber das ist gar nicht so einfach. Denn zumindest hundertprozentig identische Hardware  kann von anderen Online-Händlern gar nicht gelistet werden, da die Hersteller über ihre On- und Offline-Partner jeweils nur unterschiedliche Systeme vertreiben – lediglich Media Markt scheint da eine Ausnahme zu bilden und darf zumindest die Prospektmodelle wohl auch im Onlineshop anbieten. Ein Grund dafür könnte die ziemlich massive Marktstellung der Metro sein, dessen Tochter die Media Markt-Kette ja ist. Ein anderer wäre die nicht gerade veraltete, aber eben auch nicht wirklich topaktuelle Ausstattung der Notebooks.

Missing Things

So kann beispielsweise keines der Lockangebote mit einer schnellen SSD aufwarten, keines hat einen HD-Bildschirm, es gibt kein Bluetooth 3.0 und auch kein USB 3.0 an irgendeinem der Geräte, keins mit Express Card Slot, kein Wireless Display, kein DVI oder gar Thunderbolt, keinen externen eSATA-Anschluß, kein BluRay-Laufwerk, keinen Akku für mehr als 5 Stunden Laufzeit, kein UMTS-Modem, keine HD-Webcam, nichts, nichts, nichts. Und sollte tatsächlich einmal DDR3-Speicher oder “irgendwas Besonderes” verbaut sein, kann man sicher sein, dass es groß und breit angepriesen wird… selbst wenn es eigentlich nur in der Beschreibung als “Option” erwähnt wird.

Doch auch wenn es sich bei den Notebooks aus dem aktuellen Media Markt Prospekt lediglich um Auslaufmodelle und/oder Ladenhüter der Hersteller handelt – nach nichts Anderem sehen die MM-Notebooks aus- ein paar Unterschiede gibt es schon.

Technik-Vergleich

Bereits beim Titelseiten-Modell * wird die Absurdität dessen, was der Media Markt da eingekauft hat, offensichtlich: die eingesetzte AMD E450-Plattform mit Radeon HD6320 GPU ist zwar sehr sympathisch und wird von Kunden allgemein auch als recht gut bewertet, ist mit ihrer geringen Taktung von 1,65 GHz aber nicht nur “eigentlich für Netbooks” gemacht, sondern für diese auch viel geeigneter. Das Format von 17 Zoll bietet sich ja bereits vortrefflich als Desktop-Ersatz an, und von einem solchen erwartet man halt in der Regel ein wenig mehr Dampf (und Anschlüße), als von einem Netbook, so dass Enttäuschungen vorprogrammiert sein dürften. Urteil+Prognose: Abverkauf eines Ladenhüters, nächste Woche vermutlich wieder im Prospekt. Vergleichbare Modelle zu empfehlen erübrigt sich.

Bereits in der letzten Woche bot der Media Markt ja zwei unterschiedliche * in 15.6 Zoll an, diese Woche kommt ein drittes hinzu. Die Kritik an der verwendeten CPU des günstigeren Modells, eine Intel iCore i3-370M in der letzten beziehungsweise eine i3-380M CPU in dieser Woche kann dabei 1:1 wiederholt werden: beide CPUs sind Modelle der ersten iCore-Generation von Intel und somit eben nicht brandaktuell. Der um 50 Euro höhere Preis zwischen diesen zwei Prozessorvarianten lässt sich eigentlich nur über die hohe Taktung von (bis zu) 2,53GHz rechtfertigen. Und dass ihr auf sowas nicht reinfallt, dafür habt ihr ja uns!

Es gibt nämlich genügend Notebooks mit aktuelleren CPUs der zweiten iCore-Generation zu einem nur geringfügig höheren Preis, wie zum Beispiel das * Modell für 499,- Euro. Für Interessenten könnte auch das * in Frage kommen, das auf den großen AMD-Fusion Plattformen basiert, die im Schnitt etwas günstiger sind.

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