Lange Dateinamen gehören wohl doch nicht Microsoft

Bernd Korz

Es war so schön als damals FAT32 auf den Markt kam. Nicht nur, dass man seine Speichermedien mit höherer Kapazität formatieren konnte, die Tatsache, dass man nun endlich langedateinamen.bat nutzen konnte, machten FAT32 zu einem echt innovativen Dateiformat.

Wo wir von Innovationen sprechen, da gab es doch ganz lange Zeit nur ein Unternehmen, nämlich Microsoft Ob die Sachen geklaut oder unter der Hand gekauft waren interessierte die Redmonder nicht, man schrieb sich förmlich alles auf die eigene Fahne (heute sorgen da auch andere Namhafte Unternehmen ebenso dafür).

FAT32 war der Rundumschlag für Microsoft und in Zeiten des USB Sticks wollte man noch mal so richtig absahnen, so ging die Klagewelle über Jahre an alle Hersteller bzw. Vertreiber von USB Sticks und USB Platten, denn diese wurden von Haus aus mit FAT32 formatiert.

Während bei den Amis wahrscheinlich sogar der CO2 Patentierbar ist, sieht man das in Europa, respektive in Deutschland, doch etwas anders, hier werden Patente nicht so einfach vergeben und längst ist auch nicht alles Patentwürdig. Besonders FAT32 scheint dem deutschen Patentamt nun ein Dorn im Auge. Besonders wenn man berücksichtigt, dass es wahrscheinlich doch nicht Microsoft waren, die FAT32 erfunden haben. So zeigt das Patentamt an, dass das Patent EP0618540 wohl ein entscheidendes Element nicht berücksichtigt, nämlich das Rock Ridge Interchange Protokoll.

Für Microsoft geht es hier um einiges, denn die Einnahmen durch die Lizenzierung von FAT32 sind nicht unerheblich. Doch Klagen seitens Microsoft gegen TomTom und andere haben nun einen bitteren Beigeschmack, denn das Unternehmen aus den Niederlanden sieht das Patent als nichtig an und erhob Klage gegen Microsoft. Und es schaut nicht gut aus für Microsoft, denn die deutschen Gerichte geben TomTom recht.

Aber auch Unternehmen wie Apple werden sich darüber freuen, denn auch dort wird FATx seitens des Betriebssystems unterstützt.

Aber nicht nur TomTom dürfte hier der große Gewinner sein, auch namhafte Hersteller von USB Massenspeichern werden sich mehr als nur darüber freuen und Microsoft dürfte nun einen erheblichen Betrag an unrechtmäßig vereinnahmter Lizenzen zurückzahlen dürfen.

Weitere Themen: Skype, Microsoft .NET Framework 4.6.2, Windows 10, Internet Explorer 11, Microsoft PowerPoint 2016 Download, Microsoft Visio Premium 2010, Windows Device Recovery Tool, Windows 10 Mobile, Microsoft Office 2016, Microsoft

Neue Artikel von GIGA

GIGA Marktplatz