Microsoft-Chef Ballmer: Platz eins auf Liste der schlechtesten CEOs

Florian Matthey
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Microsoft ist unter Desktop-Betriebssystemen immer noch mit großem Abstand die Nummer eins. Auf den großen Wachstumsmärkten der Smartphones und Tablets tut sich das Unternehmen aber sehr schwer. Dementsprechend deutlich fällt die Kritik am Chef Steve Ballmer aus: Eine Zeitschrift hält ihn für den schlechtesten CEO der USA.

Microsoft-Chef Ballmer: Platz eins auf Liste der schlechtesten CEOs

Das Wirtschaftsmagazin Forbes nennt insgesamt fünf börsennotierte Unternehmen, die ihre Chefs schon vor einiger Zeit hätten feuern sollen. Als Anlass nimmt Forbes die Skandale um den bisherigen Yahoo-CEO Scott Thompson, in dessen Lebenslauf ein tatsächlich nicht absolviertes Universitätsstudium auftauchte, sowie um den J.P.-Morgan-Chase-Chef Jamie Dimon, der kürzlich zwei Milliarden US-Dollar verzockt hatte.

Ballmer in Schlechtesten-Liste auf Platz eins

Auf dieser Liste der fünf Unternehmen mit schlechten Chefs stehen Cisco, General Electric, WalMart, Sears und eben Microsoft – wobei Steve Ballmer in dieser wenig schmeichelhaften Liste den Spitzenplatz einnimmt. Ohne Zweifel sei der Nachfolger von Bill Gates der schlechteste CEO einer großen börsennotierten US-Firma.

Ballmer habe es nicht nur geschafft, Microsoft aus wachstumsstarken und lukrativen Märkten wie denen der Musik-Downloads, Handys und Tablets heraus zu befördern. Nebenbei habe er so auch das Wachstum einiger mit Microsofts “Ökosystem” verbundenen Unternehmen wie Dell, Hewlett-Packard und Nokia geschmälert. Er habe also Börsenwerte und Jobs nicht nur in seiner eigenen, sondern auch in anderen Firmen zerstört.

Microsoft: Keine Fortentwicklung in den Ballmer-Jahren

Microsoft habe es auch geschafft, so unbeliebte Software zu veröffentlichen, dass Kunden versucht haben, Upgrades zu vermeiden – Windows Vista lasse grüßen. Zu den Flops der letzten Jahre gehörten Windows-Tablets, der Musik-Player Zune und Windows CE. Microsoft habe sich seit der Zeit, als Ballmer das Unternehmen übernahm, kaum fortentwickelt: Microsoft sei heute immer noch nicht mehr als eine PC-Firma, während die Nachfrage sich auf den Mobil-Markt verlagere.

Microsofts Zukunft hänge heute vom Erfolg von Windows 8 und anderer Unternehmen wie HP, Dell und Nokia ab. Das sei für jeden CEO eine “verrückte Wette”, die Microsoft hätte vermeiden können, wenn das Unternehmen Ballmer vor zehn Jahren ausgetauscht hätte – mit einem CEO, der die Schnelllebigkeit des IT-Marktes besser versteht. Ballmer sollte am besten zurücktreten, um sein stattliches Vermögen zu genießen, statt Risiken für Geld der Investoren und Arbeitsplätze einzugehen.

Rücktritts-Forderung bereits im letzten Jahr

Die Forbes-Auflistung dürfte für Diskussionen sorgen. Allerdings gab es bereits im letzten Jahr eine Rücktritts-Forderung von Seiten des Präsidenten des Hedgefonds Greenlight Capital, der damals Microsoft-Anteile im Wert von 230,2 Millionen Dollar hielt. Ballmers Stuhl wackelte seitdem allerdings zumindest nicht öffentlich.

Erinnerung an iPhone-Kommentar

Dass Steve Ballmers mit seinem Gespür für zukünftige Trends nicht immer richtig liegt, zeigt die Erinnerung an ein Video, das nach der Präsentation des ersten iPhone die Runde machte: Ballmer musste lachen; das Gerät sei viel zu teuer und eigne sich überhaupt nicht für den Profi-Bereich, da es über keine Tastatur verfüge. Heute ist Apple zusammen mit Google auf dem Smartphone-Markt führend, während Microsoft keine nennenswerten Marktanteile hält.

Weitere Themen: Skype, Microsoft .NET Framework 4.6.2, Windows 10, Internet Explorer 11, Microsoft PowerPoint 2016 Download, Microsoft Visio Premium 2010, Windows Device Recovery Tool, Windows 10 Mobile, Microsoft Office 2016, Microsoft

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