Microsoft greift Google erneut in einer Web-Kampagne an

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Es ist nicht das erste Mal, das Microsoft in einer Werbekampagne öffentlich gegen Google vorgeht. In der neuesten „Attacke“ warnt Microsoft wieder einmal davor, dass man als Google Mail-Nutzer nicht „gescroogled“ werden soll und lieber auf Microsofts Outlook umsteigen soll.

Microsoft greift Google erneut in einer Web-Kampagne an

Solche vergleichende Werbung, wie sie vor allem in Amerika gerne immer mal wieder praktiziert wird, finde ich ja immer etwas fragwürdig: „Kauft unser Produkt, weil das Konkurrenzprodukt schlechter ist“ hat bei mir noch nie gezogen. Ähnliches hat ja gerade auch erst Amazon mit Apple gemacht. Nun gut.

Microsofts Wortschöpfung „Scrooglen“ lässt sich nicht wortwörtlich ins Deutsche übersetzen. Wer die amerikanische Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ kennt, wird auch mit dem Namen „Scrooge“ etwas anfangen können, der längst zum Synonym von Geiz und Gier geworden ist. Wer also Google Mail benutzt, soll laut Microsoft darauf aufpassen, dass er dabei nicht von Google übers Ohr gehauen wird. Angriffspunkt ist hierbei, dass Google die Inhalte privater E-Mails regelmäßig durchliest („jedes Wort in jeder E-Mail“) um so interessante Inhalte zu finden, aufgrund derer dann Werbung verkauft und geschaltet werden kann.

In der neuesten Scroogle-Kampagne will Microsoft aber nicht nur darüber informieren, wie toll doch das eigene Produkt (im Vergleich zu Gmail) ist, sondern sieht sich außerdem noch als Aufklärer.  In einer Studie will das Unternehmen erfahren haben, dass 70% der befragten Nutzer nicht wussten, dass große E-Mail-Anbieter ihre Nachrichten regelmäßig nach interessanten Inhalten durchforsten. Gleichzeitig würden 90% der Befragten damit nicht einverstanden sein.

Scroogled

Microsoft sieht die Sache so: „Wir glauben, dass die Leute die Wahl bei und Kontrolle über ihre privaten Nachrichten haben sollten, egal, ob es dabei um Bankinformationen, Familienfotos oder um deren Krankengeschichte geht”.

Deshalb ruft Microsoft auch zusätzlich zu einer Petition gegen Google auf, um das Unternehmen aus Mountainview dazu zu bringen, das Scannen der privaten Mails zu unterlassen, um damit Werbung zu verkaufen.

Google selbst ist schon des Öfteren ins Kreuzfeuer geraten und wurde für das Scannen von E-Mails kritisiert, gleichzeitig teilte das Unternehmen aber auch bereits mit, dass der automatisierte Scan-Vorgang nicht die Privatsphäre  seiner Kunden angreifen würde. Und die Werbung, die aufgrund dieser in Erfahrung gebrachten Informationen geschaltet wird? Nun, diese sorgt dafür, dass viele von Googles Diensten kostenlos angeboten werden können. Wie sagt man so schön: Nichts ist umsonst (nicht einmal kostenlose Angebote).

Was haltet ihr von der ganzen Sache? Macht ihr euch Sorgen um eure Privatsphäre und verzichtet deshalb möglichst darauf, Googles Dienste zu verwenden oder seid ihr bereit, den Preis für das “kostenlose” Angebot in Form von personalisierter Werbung auf Basis eurer eigenen Informationen in Mails etc. zu bezahlen?

Quellen: Microsoft “Scroogled” via cnet

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