Windows 8 – Microsoft veranstaltet Entwicklerkonferenz W8PC

von

Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 wirft seine Schatten voraus. Nachdem die Redmonder vor kurzem bereits die Windows 8 Consumer Preview für den öffentlichen Download freigegeben haben, wurde jetzt auf der Entwicklerkonferenz W8PC (=Windows 8 Premiere Club) in Berlin die Roadmap des Windows 7-Nachfolgers vorgestellt.

Windows 8 – Microsoft veranstaltet Entwicklerkonferenz W8PC

Die Entwicklerkonferenz – Entwickler für Metro-Apps gesucht

Angesprochen wurden – wie von einer Entwicklerkonferenz nicht anders zu erwarten – vorrangig App-Programmierer, denen die Möglichkeiten der neuen Metro-Oberfläche vorgestellt wurden. Diese an den Startbildschirm von Windows Phone 7 erinnernde Oberfläche soll im neuen Windows 8 den bekannten Bildschirm weitgehend ersetzen. Das Konzept sieht sogenannte Live Tiles als Gestaltungselement vor, hinter denen sich kleine Software-Programme verbergen wie die Mail-Applikation oder eine Wetter-App.
Bis jetzt ist der eigens für Metro Apps gegründete Windows Store allerdings nur mit wenigen Beispiel-Apps bestückt. Akzeptanz wird die neue Oberfläche von Windows 8 bei den Usern beim Start im Herbst aber wohl nur bekommen können, wenn es ausreichend spannende und interessante Metro-Apps gibt. Für Microsoft ging es auf dem W8PC daher in erster Linie darum, Entwickler für die neue Metro-Oberfläche und deren Möglichkeiten zu begeistern. Neben den zahlreichen Panels, auf denen Experten von Microsoft App-Entwickler in die Programmierung von Metro-Apps einführten, hat der Software-Hersteller aber auch in zahlreichen Keynotes das Windows 8-Konzept näher erläutert. Aufschlussreich waren dabei vor allem die beiden Vorträge von User Experience Manager Clemens Lutsch und Technical Evangelist Sebastian Weber.

Neues Design – Do more with less

Grundsätzlich handelt es sich bei Windows 8 um ein klassisches Windows 7 mit neuer grafischer Oberfläche (UI). Das bedeutet zum Beispiel, dass alle Hard- und Software, die unter Windows 7 lauffähig war, dies auch unter Windows 8 bleiben wird. Bei der Bedienung müssen sich die Nutzer aber auf das neue Metro-Design umstellen, mit dem Microsoft die Unterstützung von Tablets mit ARM-Prozessoren und Touchscreen verpflichtend für alle Computer macht. Damit geht Microsoft einen radikal anderen Weg als die beiden konkurrierenden Ökosysteme Apple und Google. Während die beiden Konkurrenten strikt die Betriebssysteme für Intel/AMD-Prozessoren und ARM-Prozessoren trennen, möchte Microsoft mit nur einem Betriebssystem alle Devices außer Smartphones abdecken. Im Vordergrund des Metro-Designs steht dabei Einfachheit. Jede Kachel dient im Idealfall für eine einzige Aufgabe, die mit dem dahinterliegenden Programm (oder App) gelöst werden kann. Clemens Lutsch umschrieb diese Fokussierung auf eine Aufgabe mit “Do more with less”. Daher soll es mit Windows 8 möglichst immer nur einen Schritt brauchen, um weiterzukommen. Das Durchhangeln durch endlose Menüs soll also weitgehend abgeschafft werden.

Den User durchs System leiten – Verkehrsleitsysteme als Vorbild

Als Beispiel für das Windows 8 Design-Konzept nannte er Verkehrsleitsysteme wie Flughäfen oder Bahnhöfe, wo Menschen sich ebenfalls mit nur wenigen Hinweisen schnell zurechtfinden müssen. Diese Hinweise finden User von Windows 8 entweder in der Charm Bar rechts, wo kontextuell passende Tasks angeboten werden oder in der Application Bar links mit den gerade aktiven Apps. Beide Bars sind normalerweise nicht sichtbar und müssen entweder mit einem Fingertipp oder einem MouseOver geöffnet werden. In der Gegenrichtung werden dem User wichtige Informationen in Form von kleinen Pop-Ups (Toasts) oder den Push Notifications der Live Tiles angezeigt. Ziel sei es nicht nur, den Usern möglichst schnell Zugriff auf benötigte Aktionen zu verschaffen, sondern auch die Vermeidung von Ablenkung.

Die Zukunft von Windows 8: Alle Devices in derselben Cloud

Welche langfristigen Ziele Microsoft mit ihren Betriebssystemen erreichen will, erläuterte am zweiten Tag in einem mitreißenden Vortrag Microsoft-Evangelist Sebastian Weber. Demnach plant Microsoft die enge Verzahnung von Devices und Service-Diensten. Für letzteres wurden in den letzten Jahren bereits massiv Rechenzentren weltweit aufgebaut, die die zahlreichen Cloud-Dienste übernehmen sollen. In der Zukunft sollen dann Prozesse nicht mehr wie bisher geräteabhängig ablaufen, sondern accountabhängig durch die mit der Microsoft Live ID erreichbaren Cloud-Services. Das bedeutet zum Beispiel, dass man zu Hause auf seinem PC zwei neue Apps installiert und deren Live Tiles verschiebt. Öffnet man nun bei der Arbeit seinen Arbeitscomputer, startet dort der Startscreen bereits so, wie man ihn sich zu Hause eingestellt hat. Oder man spielt auf dem Tablet ein Xbox-Spiel. Später öffnet man das gleiche Spiel auf dem Laptop und kann dort einfach mit dem Spielstand weiterspielen, den man auf dem Tablet zuletzt erreicht hatte. Ein Film läuft an der Stelle weiter, wo man ihn mit einem anderen Gerät abgebrochen hatte, usw.

Kinect für Windows – Gesten- statt Touchsteuerung

Auch bei den Devices plant Microsoft große Änderungen. So soll insbesondere die Interaktion zwischen Mensch und Maschine weiterentwickelt werden. Nachdem wir gerade erst gelernt haben, wie man Touchscreens bedient, plant Microsoft bereits die nächste Stufe, in der eine Berührung des Bildschirms gar nicht mehr notwendig sein soll. Ermöglichen soll diesen Schritt die bereits vorhandene Kinect-Technologie, die zu einer generellen Gestensteuerung für Computer ausgebaut werden soll. Als Beispiel demonstrierte Weber eine Skeleton Tracker genannte Funktion, mit der Kinect als Personenerkennung funktioniert. Als Ausblick aus den Microsoft Entwicklerstudios wurde zudem bereits eine Omni Touch genannte Funktion vorgestellt, mit deren Hilfe quasi alle Gegenstände (oder einfach die Hand oder der Unterarm) als Touchscreen dienen können.

Bis es soweit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Windows 8 stellt in der Planung Microsofts jedoch einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zum perfekt vernetzten Ökosystem aus Devices und Services dar, die die User an eine völlig neue Art Computer zu bedienen und mit Computern zu arbeiten langsam heranführen sollen.

Weitere Themen: Windows 8, Microsoft LifeCam VX-6000, Microsoft LifeCam VX-7000, Microsoft LifeCam VX-800, Microsoft LifeCam VX-3000, Microsoft LifeCam VX-5000, Microsoft LifeCam VX-5500, Microsoft LifeCam Studio, Microsoft LifeCam VX-1000, Microsoft


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

Anzeige
GIGA Marktplatz