Motorola: Kein ICS für Dual Core-Geräte – mangels „Verbesserung“

Frank Ritter
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Motorola beweist Chuzpe: Nachdem entschieden wurde, dass zwei US-Geräte kein Ice Cream Sandwich erhalten sollen, die nach allgemeiner Auffassung durchaus ausreichend Leistung für Android 4.0 hätten, begründete man diese Entscheidung lapidar mit „das Update verbessert die Geräte nicht“.

Motorola: Kein ICS für Dual Core-Geräte – mangels „Verbesserung“

Motorola Mobility hat kürzlich in einem Blogeintrag zur Frage der ICS-Updates Stellung bezogen und eine Tabelle veröffentlicht, in der geräte- und regionsbasiert die Planung zur Auslieferung der Updates auf Ice Cream Sandwich verzeichnet ist. Besitzer zweier US-Geräte schauen ganz besonders in die Röhre: Das Droid X2 und das Droid 3 werden trotz Dual Core-CPU nicht mit der neuesten Android-Version versorgt. Begründung: Weil die Geräte dadurch nicht verbessert würden.

Konkret liest sich das Motorola-Statement so (Übersetzung von uns):

Vielleicht fragt ihr euch, warum nicht alle Geräte mit Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ aktualisiert werden. Es geht um folgendes: Wir arbeiten sehr eng mit Google und den Mobilfunkanbietern zusammen. Dabei versteht sich von selbst, dass wir möchten, dass ein Update unsere Geräte verbessert. Und wenn wir herausfinden, dass das nicht erreicht werden kann, dann ist es eben auch nicht möglich, dieses bestimmte Gerät zu aktualisieren.

Auch wenn dieser Fall nur US-Geräte betrifft, wirft er doch erneut ein fahles Licht auf die Update-Politik Motorolas und die Art, wie diese kommuniziert wird. Denn jeder, der schon einmal ein Gerät mit Ice Cream Sandwich in der Hand hatte, weiß, wie sehr die neue Android-Iteration dieses verbessert. Dass zwei Geräte, die erst vor rund einem Jahr auf den Markt gekommen sind und die Dual Core-CPUs (!) aufweisen, sich mit ICS verschlechtern würden, ist schon eine sehr verwegene Aussage. Schließlich wurde schon an diversen Geräten anderer Hersteller bewiesen, dass Android 4.0 in der Leistungsklasse Dual Core und 512 MB RAM absolut zufriedenstellend läuft.

Womöglich ist in diesem Fall aber auch gar nicht Motorola der Schuldige: Wenn es stimmt, was ein Brancheninsider Anfang letzten Jahres bei den XDA-Developers ausplauderte, tragen nämlich in den USA die Mobilfunkanbieter vertraglich vereinbart die Kosten für größere Software-Updates. Wenn sich der Provider nun weigert, die Kosten des Updates für ein Modell zu übernehmen, dürfte auch der Gerätehersteller, in dem Fall Motorola, kein größeres Interesse an dem Entwicklungsaufwand haben. Aber selbst wenn das der Fall ist, kann man Motorola zumindest attestieren, das Dilemma schlecht zu kommunizieren.

Quelle: Motorola [via Droid-Life]

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

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