Motorola und “pures Android”

Updates auf die neueste Android Version kurz nach dem Release durch Google, das ist neben der Hardware der Grund für die große Beliebtheit der Nexus Geräte. Andere Hersteller können da bisher nicht mithalten, doch ein Sinneswandel deutet sich an.

Motorola und “pures Android”

Die User sind genervt davon, monatelang auf ein Update des Systems durch den Hersteller zu warten. Dieser benötigt häufig lange Zeit, um Upgrades liefern zu können.Treiber und Bibliotheken müssen an das neue System angepasst werden, damit Hard-und Software reibungslos arbeiten und zusätzlich wird die hauseigene Benutzeroberfläche aufgebügelt (Samsung: TouchWiz, Motorola: Motoblur, etc.). Diese stellt nicht nur ein Unterscheidungsmerkmal dar, sondern erweitert das System auch oftmals um nützliche Funktionen (z.B. Notification-Toggles bei Samsung-Smartphones), die es nicht in die Standard-Oberfläche geschafft haben.

Motorola und Android uncut

Motoblur

Tatsache ist, dass sich durch diese Benutzeroberflächen das Ausrollen von Android Updates nicht nur stark verzögert, sondern teilweise auch komplett eingestellt wirdAus diesem Grund hat sich Rick Osterloh, Senior Vice President of Product des Unternehmens Motorola, vorigen Montag geäußert: Man wolle sich von einem stark angepassten Motoblur trennen und das System auf den eigenen Geräten in zukünftig möglichst nahe am originalen Google-Betriebssystem halten. Da Motorola nun seit einiger Zeit zu Google gehört und in der Vergangenheit nicht gerade ein Musterbeispiel für zeitnahe Updates war (Man erinnere sich an die ICS-Update-Katastrophe beim RAZR), ist dieser Schritt nachzuvollziehen. Die Käufer achten mittlerweile nicht mehr nur auf die Hardware, sondern auch darauf, welcher Hersteller seine Geräte schnell und zuverlässig auf den neuesten Stand bringt.

Google lässt Motorola wie angekündigt als eigenes Unternehmen weiterbestehen. Jedoch gibt der Internetgigant ganz klar die Marschrichtung vor und krempelt das Unternehmen gehörig um, wozu auch Stellenabbau gehört. Viele hatten bereits mit einer Ankündigung eines Motorola Nexus bei der vergangenen Motorola Keynote gerechnet und vielleicht darf man das in Zukunft auch erwarten. Die richtigen Schritte in die Richtung unternimmt Motorola auf jeden Fall: Der Schlankheitskur sind innerhalb kürzester Zeit nicht nur Motoblur, sondern auch bereits das Motorola Lapdock und der Motorola-eigene Webtop-Modus bei Smartphones zum Opfer gefallen.

Ganz so einfach ist es doch nicht

Jelly Bean Logo

Leider gibt es auch eine Kehrseite der Medaille: Rick Osterloh betont, dass man „sich so nahe wie möglich“ an das pure Android halten möchte. Worauf spielt er dabei an? Man darf nicht vergessen, dass die Provider in Amerika weit mehr Einfluss auf die Mobilfunkhersteller haben, als hierzulande. Da passiert es schnell, dass ein Provider den Hersteller auffordert, die Software eines Smartphones für die eigenen Kunden besonders anzupassen (Beispielsweise der Lock des Bootloaders des Galaxy S3 unter dem Provider Verizon). Genau dies ist bei Verizon und Motorola der Fall. Beide Unternehmen haben sich vertraglich aneinander gebunden, so ist der Name „DROID“, der vielen Smartphones des „Big M“ gemeinsam ist, lizenziert von Verizon. (Deshalb heißen die amerikanischen RAZR-Modelle üblicherweise DROID RAZR, während sie hierzulande meist nur RAZR genannt werden.) Somit ist klar, dass ein reines Android ohne Softwareanpassungen für alle Motorola weltweit noch nicht in Sicht ist.

Es bleibt also abzuwarten, wie die Aussagen des Produktmanagers von Motorola gedeutet werden können. Fest steht aber, dass der Kunde zu Recht die Forderung nach schnelleren Updates und Minimierung der Android-Fragmentierung stellt. Mit dem im Vergleich zu Gingerbread abgespeckteren ist das Unternehmen in die richtige Richtung gestartet und es lässt sich nur hoffen, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und keine leeren Versprechungen macht.

Wenn Ihr Euch zum Beispiel für das neue RAZR i interessiert, das vielleicht schon bald von den Neuerungen betroffen sein könnte, könnt Ihr mal hier vorbeischauen:

Quelle: The Verge

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Update

Weitere Themen: Motorola RAZR i, Motorola RAZR, Motorola Droid Turbo, Nexus 6, Moto 360, Moto Stream, Moto E, Moto G Forte, Backflip (Motorola), Motorola

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