Mozilla bringt ein umfangreiches Update für seinen Browser heraus. Der neue Firefox Quantum ist teilweise schneller als der große Rivale Chrome und soll Firefox endlich wieder konkurrenzfähig machen. Unser erster Eindruck:

Neuer Firefox schneller als Chrome: Gebt dem Browser noch eine Chance!


Mozilla
beschreibt seinen neuen Browser als den besten Firefox aller Zeiten. Kein Wunder, denn im Vergleich zu den letzten Versionen haben die Entwickler eine Generalüberholung gestartet: Er ist schneller, sicherer, komfortabler und sieht moderner aus als die betagten Vorgänger. Die wichtigste Neuerung steckt allerdings in der Architektur des Programms, denn die neue Version kann den Prozessor des Computers besser verwenden. Für den Nutzer bringt das den Vorteil, dass Firefox effizienter und gleichzeitig schneller läuft. Im Video seht ihr, wie sich der neue Firefox Quantum gegen Google Chrome schlägt:

Firefox Quantum (Beta) vs. Chrome
2.046 Aufrufe

Mehr Sicherheit – weniger Werbung

Vor allem beim Thema Sicherheit hat Mozilla nachgebessert: Es gibt eine neue Funktion die Tracker aussperrt, mit denen Nutzer beim Besuch verschiedener Websites identifiziert werden können. Allerdings muss dazu der „Private Modus“ aktiviert werden.

Auf den ersten Blick am auffälligsten ist das neue Design: Klar strukturiert, modern und einfach zu bedienen. Über die Adresszeile kann beispielsweise mit einem Klick ein Screenshot erstellt und geteilt werden. Beim ersten Ausprobieren gefällt uns das sehr flüssige Scrollen und der schnelle Seitenaufbau. Hier erkennt man, dass Mozilla das Programm von Grund auf neu entwickelt hat.

Mit Multi-Prozessen gegen Chrome

Die größte Neuerung bleibt aber unsichtbar: Firefox läuft nun erstmals über mehrere Prozesse. Der normale Computernutzer kennt Prozesse vom Task-Manager in Windows. Jedes Mal, wenn man ein Programm öffnet, startet auch ein Prozess. Multi-Prozess-Programme laufen auf mehreren Prozessen, um mehr Leistung und eine bessere Stabilität zu erreichen. Chrome ist auch ein Multi-Prozess-Browser, bei dem für jeden Website-Tab ein eigener Prozess läuft. Der Vorteil: Wenn eine Webseite abstürzt, reißt sie nicht gleich das ganze Programm mit. Der Nachteil: Es verbraucht enorm viel Arbeitsspeicher, was den Computer verlangsamt. Firefox ist clever und startet nur maximal vier Prozesse, diese können aber mehrere Tabs organisieren. Dadurch kombiniert Firefox die Vor- und Nachteile und findet den Mittelwert aus einem schnellen und stabilen Browser, der aber wenig Speicher verbraucht.

Die Marktanteile von Firefox lagen in Deutschland im September 2017 bei knapp 32 Prozent, sind in den letzten Jahren aber deutlich gesunken. Bei uns liegt Chrome nur knapp vorne.  Im weltweiten Vergleich sehen die Unterschiede größer aus: Chrome liegt mit 64 Prozent klar auf dem ersten Platz, Firefox folgt mit weitem Abstand und nur 13 Prozent auf Platz 2.

Gebt Firefox eine zweite Chance

Als Firefox 2004 auf den Markt kam, war der Internet Explorer der einzige große Browser auf dem Markt. Er war jedoch langsam, nicht innovativ und lähmte die Entwicklung des Internets. Firefox konnte mit seiner Schnelligkeit und Funktionen wie der Integration von Tabs innerhalb weniger Jahre Microsoft in die Schranken weisen. Doch in letzter Zeit ist es ruhig geworden. Mit dem Update hofft Mozillas Marketing-Chef Jascha Kaykas-Wolf auf die „Wiedergeburt“ des Browsers. Ob ihm das gelingt und die Nutzer Firefox eine zweite Chance geben? Verdient hätte er es.

Bei uns könnt ihr euch die neue Version von Firefox herunterladen. In unserem Artikel beschreiben wir auch noch einmal alle neuen Funktionen.

Quelle: Mozilla, Statista, via: Medium

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