Mozilla kämpft weiter gegen die Zensurgesetze SOPA und PIPA

Hüseyin Öztürk

Zwar ist es in den letzten Tagen etwas ruhiger um die Anti-Piraterie-Gesetze  in den USA geworden, aber der Widerstand wird auch weiterhin fortgesetzt. Schließlich sind die Entwürfe und die dazugehörigen Abstimmungen noch lange nicht vom Tisch, sondern wurden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Mozilla kämpft weiter gegen die Zensurgesetze SOPA und PIPA

Die umstrittenen Gesetze wurden nach den heftigen Protesten weltweit zunächst einmal auf Eis gelegt. Die geplante Abstimmung am 24. Januar 2012 wurde abgesagt und soll in ihrer jetzigen Form nicht mehr vorangetrieben werden. Zunächst einmal sollen die Probleme, auf die man durch die Proteste aufmerksam gemacht wurde, gelöst werden. Kritiker und Befürworter von SOPA und PIPA müssen sich auf einen Kompromiss einigen, bevor die Gesetze zur Abstimmung freigegeben werden können.

Aus diesem Grunde engagieren sich auch weiterhin viele Organisationen und Unternehmen gegen die geplante Internet-Zensur. Mozilla hat nun mit 73 weiteren Kritikern einen offenen Brief an den US-Kongress geschrieben. Darin fordert man die Senatoren auf, sich von dem Vorhaben zu distanzieren und keine weitere Abstimmung anzustreben. Zwar haben sich bereits einige Firmen und Politiker von den Gesetzen abgewandt, aber es darf bezweifelt werden, dass sich alle Befürworter in Zukunft gegen SOPA und PIPA aussprechen werden. Wie die Webseite  The Verge vermutet, haben sich viele Politiker aus reinem Kalkül und Taktik von den Entwürfen distanziert. Der offene Brief dient in erster Linie auch dazu, das Thema auch weiterhin öffentlich zu machen und den Widerstand weiter am Leben zu erhalten. Man darf davon ausgehen, dass die Politiker und vor allem die Musik- und Filmindustrie in nächster Zeit einen neuen Anlauf starten werden.

Sicherlich hoffen viele Befürworter, dass sich die Aufregung um die Gesetze in naher Zukunft legt und man ohne großen Widerstand eine Abstimmung ansetzen kann. Wie gut das funktionieren kann hat man schon bei ACTA sehen können.  Aus diesem Grunde  ist die Aktion von Mozilla wichtig, damit letztendlich nicht die Freiheit des Internets beschnitten wird. Sollten die Gesetze nämlich in ihrer jetzigen Form durchkommen, hätten Medienunternehmen freie Hand im Netz alles zu kontrollieren und auf Wunsch auch zu zensieren. Deshalb sollte sich auch in Zukunft jeder mit diesem Thema beschäftigen.

Weitere Themen: Mozilla Firefox, Mozilla Thunderbird, Mozilla Thunderbird für Mac, Firefox OS: erste Smartphones vorgestellt, Firefox ESR, Lightbeam für Firefox, Mozilla

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