Mit dem Solar Express in 37 Stunden zum Mars

Marco Di Lorenzo
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Ein Forscher aus Montreal hat ein Raumfahrtkonzept vorgestellt, mit dem wir das All viel schneller bereisen könnten, als mit bisherigen Transportmethoden. Sein Plan: Der „Solar Express“ bleibt niemals stehen, sondern wird immer schneller. Dadurch könnte er letztlich 3.000 Kilometer pro Sekunde erreichen – das ist ein Prozent der Lichtgeschwindigkeit.

Mit dem Solar Express in 37 Stunden zum Mars

Das Teuerste und Schwierigste in der Raumfahrt sind die Beschleunigungs- und Bremsphasen eines Shuttles. Sobald es dagegen seine Reisegeschwindigkeit erreicht hat, benötigt es kaum noch Energie um sich fortzubewegen.

Basierend auf diesen Fakten, hat der Forscher Charles Bombardier das Konzept eines Weltraumzugs entwickelt. Der „Solar Express“ wird mittels Raketen in Bewegung gesetzt, umkreist dann Planeten und Monde um von deren Anziehungskraft immer weiter beschleunigt zu werden.

Schließlich soll der Zug ein Prozent der Lichtgeschwindigkeit erreichen; das sind rund 3.000 km/s. Ein Trip von der Erde zum Mond würde dabei nur etwas über zwei Minuten dauern. Zum Mars bräuchte man gerade einmal 37 Stunden. Und auch der entfernteste Planet unseres Sonnensystems – der Neptun – wäre innerhalb von 18 Tagen erreichbar.

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Keine Haltestellen

Damit die Energie der Beschleunigung nicht verloren ginge und man keinen zusätzlichen Treibstoff für Bremsmanöver aufwenden müsste, würde der Solar Express niemals anhalten. Stattdessen wäre er für immer im All unterwegs.

Der Zug besteht unter anderem aus sechs zylinderförmigen Anhängern, die jeweils rund 50 Meter lang sind. Diese bestehen wiederum aus vier Teilen, die unabhängig voneinander abgekoppelt werden können und über eigene kleine Antriebe verfügen. Damit könnten Menschen und Frachtgut von und zum Solar Express befördert werden. Das wäre viel günstiger, als den gesamten Zug anzuhalten.

Allerdings müssten die kleinen Transportkapseln auch die gleiche Geschwindigkeit erreichen. Das bedeutet wiederum: Je schneller der Zug unterwegs wäre, desto energieintensiver wäre auch jedes Andockmanöver.

Wohnen würde die Besatzung des Space Express in einer großen Raumstation am Kopf des Zuges. Diese rotiert die gesamte Zeit um die eigene Achse, um so künstliche Schwerkraft herzustellen. Für die Stromversorgung würde man riese Solarkollektoren entlang der Strecke platzieren, die die Energie per Laser an den Zug übertragen. Wasser würde man von Kometen und kleinen Monden „sammeln“.

Konzept für die Zukunft?

Bei dem Solar Express handelt es sich derzeit natürlich mehr um ein abstraktes Konzept als ein tatsächliches Projekt. Dieses wirft auch noch viele Problem auf, auf welche die Forscher noch keine Antwort haben. Trotzdem ist es ein Ansatz, den größten limitierenden Faktor in der Raumfahrt zu begegnen; nämlich der Reisezeit bzw. Geschwindigkeit.

Klar ist dem Konzeptentwickler jedenfalls, dass ein Projekt wie der Space Express nicht auf der Erde realisiert werden könnte. Man müsste das Raumschiff schon auf einem Himmelskörper mit geringer Anziehungskraft, wie etwa dem Mond, zusammenbauen und von dort aus starten.

Quelle: Science Alert via Imaginactive

Weitere Themen: Mobility, NASA

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