Nintendo: Investoren fordern Spiele für iPhone und Co.

Florian Matthey
8

Apples iOS-Geräte treten nicht nur in Konkurrenz zu anderen Smartphones und Tablets, sondern auch zu den tragbaren Videospielekonsolen von Nintendo und Sony. Und während sich im App Store viele Konsolen-Klassiker finden, fehlt von Nintendo-Spielen mit Super Mario und Co. jede Spur. Nintendos Investoren halten diese Strategie für falsch – und erhöhen den Druck auf das japanische Unternehmen.

Der Unmut der Nintendo-Aktionäre lässt sich vor allem durch den enttäuschenden Start des neuen Handheld-Systems Nintendo 3DS erklären. Die Verkaufszahlen des Geräts mit integriertem 3D-Display liegen seit der Veröffentlichung Anfang des Jahres weit unter den Erwartungen – weshalb Nintendo in Japan bereits mit einer Preissenkung um 40 Prozent reagierte. Einen solchen Schritt hat es von dem GameBoy-Erfinder in seiner Geschichte so kurz nach der Veröffentlichung einer Konsole noch nicht gegeben.

Dennoch will Nintendo bei der Strategie bleiben, die eigenen Spiele nur für die eigene Hardware zu veröffentlichen. Nintendos Präsident Satoru Iwata bekräftigt immer wieder, dass es Nintendo-Spiele nur für Nintendo-Konsolen geben werde, solange er an der Spitze des Unternehmens steht. Damit sind viele Investoren aber nicht glücklich, wie Bloomberg berichtet.

Nintendos Tochter Pokémon Co. hatte im Juli angekündigt, auch Apps für Apples iOS- und Android-Smartphones entwickeln zu wollen. Ein Blick auf die Börse zeigte, dass sich Nintendos Aktionäre genau das wünschten: Der Kurs des Wertpapiers stieg prompt an. Danach erklärte Nintendo, dass es sich lediglich um eine Entscheidung der Nintendo-Tochter handle – das Unternehmen selbst werde keine Spiele für Smartphones entwickeln. Wieder reagierte die Börse – mit Kursverlusten.

Viele fragen sich, ob Nintendo einfach die Zeichen der Zeit übersieht. Der japanische Fonds-Manager Masamitsu Okhi erklärt gegenüber Bloomberg, dass Smartphones “das neue Schlachtfeld der Spieleindustrie” seien. Nintendo sollte entweder versuchen, sich seinen Weg zu diesen Plattformen über Einkäufe zu ebnen – “oder etwas komplett Neues entwickeln”.

MF Global Securities Ltd. richtete nach dem “Pokémon-Vorfall” harte Worte in Richtung des Nintendo-Hauptquartiers: “Die verstehen es einfach nicht. Verkauft die Aktien, denn ein Management, das einst für seine kreative Out-of-the-Box-Denkweise gefeiert wurde, hat gerade gezeigt, wie sehr sie der Zeit hinterher hinken.”

Weitere Themen: iPhone, Picross 3D: Round 2, The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Kirby: Planet Robobot, Pikmin 4, The Legend Of Zelda: Tri Force Heroes, Yoshi's Woolly World, Super Smash Bros. 3DS/Wii U, The Legend Of Zelda: A Link Between Worlds, Nintendo

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz