Jobs spricht zu Quartalszahlen: Konkurrenz mit RIM, Google, Nokia und eine Absage für 7-Zoll-iPads

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</a Steve Jobs ließ es sich nicht nehmen, die jüngsten Apple-Quartalszahlen in der Konferenzschaltung mit Analysten zu kommentieren. Der Apple-CEO spricht über RIM, Google undAndroid, Apple TV und die Zukunft von Tablet-Rechnern – und erteilt Spekulationen um ein kleineres iPad eine klare Absage.

Normalerweise überlässt Jobs seinen Kollegen Tim Cook und Peter Oppenheimer diese Aufgabe. Für das erste 20-Milliarden-Dollar-Quartal des Unternehmens wollte er dann aber doch selbst an der Schaltung teilnehmen. Zunächst hielt Jobs einen kleinen Vortrag und stellte sich dann den Fragen der Analysten.

Research in Motion

Mit 14,1 Millionen iPhones habe Apple erstmals die Zahl der von RIM verkauften BlackBerrys überholt – der Konkurrent aus Kanada konnte im letzten Quartal 12,1 Millionen Smartphones verkaufen. Apple liege nun vor RIM – und Jobs glaubt nicht, dass der Konkurrent in absehbarer Zeit wieder aufholen wird. RIM müsste sich dafür aus dem gewohnten Geschäftsbereich herausbewegen und ein Software-Plattform-Unternehmen werden. Es werde schwierig sein, Entwickler zu überzeugen, neben dem iOS und Android noch eine dritte Plattform zu unterstützen – womit Jobs klarstellt, wer in seinen Augen der Hauptkonkurrent ist. Windows Phone 7 von Microsoft erwähnte der Apple-CEO erst gar nicht.

Google und Android

Die Zahl der Android-Smartphones habe zwar im Juni-Quartal die Verkaufszahlen des iPhones überholt. Allerdings wisse Apple noch nicht, wie viele Android-Geräte sich im letzten Quartal verkauft haben. Auf diese Zahl warte das Unternehmen gespannt – bisher lasse sich nur an eine Aussage von Google-CEO Eric Schmidt anknüpfen, der verlauten ließ, dass Google täglich 200.000 Android-Geräte aktiviere. Apple aktiviere seinerseits jeden Tag 275.000 iOS-Geräte. Im App Store befänden sich 300.000 Apps in Googles Android Market gebe es 90.000 Anwendungen.

Jobs geht dann darauf ein, dass Google die eigene Plattform gerne als “offen” und das iOS als “geschlossen” charakterisiere. Das halte Apple für “etwas unaufrichtig”: Das erste, woran man beim Wort “offen” denke, sei Windows, das auf vielen Geräten laufe. Anders als Windows laufe Android auf vielen Geräten aber mit verschiedenen Benutzeroberflächen – Googles OEMs wie HTC und Motorola installierten eine proprietäre Benutzeroberfläche, um das Betriebssystem entsprechend anzupassen. Das iOS sehe auf allen iPhones gleich aus.

Der Entwickler des Twitter Clients TweetDeck habe damit zu kämpfen gehabt, seine Anwendung für 244 verschiedene Geräte zu entwickeln. Die zahlreichen Varianten von Hard- und Software stellten die Entwickler vor große Herausforderungen, viele Apps funktionierten nur auf einigen Geräten. Darüber hinaus werde es in Zukunft mehrere App Stores für Android von Unternehmen wie Amazon, Verizon und Vodafone geben, mit denen sich Kunden auseinandersetzen müssten. Dem gegenüber stehe Apples integrierter App Store

Letztendlich sei der entscheidende Unterschied zwischen Android und dem iOS also nicht die Offen- und Geschlossenheit. Stattdessen stehe eine fragmentierte Plattform einer integrierten gegenüber. Die Diskussionen um Offenheit vernebelten nur die Frage, was von diesen beiden Optionen besser für die Kunden sei.

iPad und 7-Zoll-Tablets

Dann kommentierte Jobs die bevorstehende “Tablet-Lawine” durch Geräte von Apples Konkurrenten. Die Bezeichnung sei eine Übertreibung, weil es nur einige vernünftige Geräte gebe. Fast alle seien mit einem 7-Zoll-Display ausgestattet, dass nur 45 Prozent der Fläche des 10-Zoll-Displays des iPads darstelle. Hierin liege ein großer Nachteil: Auf einem 7-Zoll-Display lasse sich kein vernünftiges Tablet-Betriebssystem betreiben. Zwar lasse sich die Auflösung erhöhen, um den Größenunterschied auszugleichen. Die Hersteller sollten ihre Geräte dann aber mit Schmirgelpapier ausliefern, damit die Kunden ihre Finger verkleinern könnten, um die GUI-Elemente zu treffen.

Jeder Tablet-Benutzer sei auch ein Smartphone-Benutzer. Mit der Mobilität eines Smartphones werde ein Tablet aber nie mithalten können. Wertvolle Display-Fläche einzusparen, damit die Kunden die Tablets auch in ihre Tasche stecken könnten, sei der falsche Kompromiss. 7-Zoll-Tablets seien zu groß, um es mit Smartphones aufzunehmen und zu klein, um mit dem iPad zu konkurrieren. Außerdem setzten fast alle Tablets Googles Android ein – wobei doch Google selbst erklärt habe, dass die aktuelle Android-Version Froyo noch nicht für Tablets konzipiert sei.

Zusätzlich habe Apple mit dem iPad einen Vorsprung von 35.000 Apps, die Konkurrenz stehe noch bei Null. Auch könnten andere Hersteller nicht mit dem Preis-/Leistungsverhältnis des iPad mithalten. Da Apple selbst die Hardware konzipiere, den Apple-A4-Chip entiwckelt habe und auch die eigene Software entwickle, könne das Unternehmen effizienter arbeiten als die Konkurrenz. Für 7-Zoll-Tablets sagt Jobs “Dead on Arrival” voraus.

Dass das iPad seinerseits die Verkaufszahlen von Notebooks beeinträchtigen werde, sei abzusehen. Es stelle sich nicht die Frage nach dem Ob, nur nach dem Wann. Das iPad erzeuge viel Interesse im Bereich Bildung und überraschenderweise auch auf dem Business-Markt. Apple habe sich noch nicht so sehr auf Business konzentriert, und trotzdem werde dem Unternehmen das iPad aus der Hand gerissen.

Apple TV

Für die neue Generation der Set-Top-Box Apple TV konnte Jobs verkünden, dass das Unternehmen bereits 250.000 Geräte verkauft habe. Wenn Apple AirPlay auf iOS-Geräten integriere, werde sich das Interesse an dem Gerät noch steigern. Apple sei zufrieden damit, wie sich der Markt entwickle.

Der Handy-Markt und Nokia

Der Apple-CEO erklärte auf Fragen der Analysten auch, dass er glaube, dass sich der Mobiltelefon-Markt zu einem Nullsummenspiel entwickeln könne. Immer mehr Handys würden zu Smartphones, und Android und das iPhone seien bereits jetzt dabei, das Rennen um den Smartphone-Markt zu gewinnen.

Auf potentielle Marktanteile auf dem gesamten Mobiltelefon-Markt angesprochen erklärte Jobs, dass der weltweite Marktführer Nokia Geräte für 50 US-Dollar herstelle. Apple sei noch nicht clever genug, ein gutes Smartphone für 50 Dollar zu entwickeln, werde aber Bescheid sagen, wenn es soweit ist. Apple bewundere Nokia dafür, der größte Handy-Hersteller zu sein, habe aber gar nicht vor, es mit den Finnen aufzunehmen. Nokia sei gut darin, so zu sein, wie Nokia ist, Apple wolle Apple bleiben und die besten Geräte herstellen.

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Nokia

  • von Sebastian Trepesch

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