Nokia: Ideen für Touchscreen-Smartphone und -Tablet schon Ende der 1990er

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Nokia, einst mit Abstand Marktführer auf dem Handy- und auch dem Smartphone-Weltmarkt, hat den Anschluss an Apple und die Hersteller von Android-Smartphones verloren. Dabei hätte die Geschichte ganz anders laufen können: Schon Ende der 1990er hatten die Finnen Produkte entwickelt, die dem iPhone und sogar dem iPad ähneln.

Nokia: Ideen für Touchscreen-Smartphone und -Tablet schon Ende der 1990er

Das Wall Street Journal widmet einen ausführlichen Artikel der aktuellen Krise des Unternehmens. Die Zeitung sprach unter anderem mit dem CEO Stephen Elop, der eine Allianz mit seinem früheren Arbeitgeber Microsoft eingeleitet hatte, und dem früheren Nokia-Designer Frank Nuovo. Letzterer hat Interessantes aus der Nokia-Geschichte zu berichten.

Ende der 1990er Jahre habe Nokia ein Mobiltelefon mit einem Farb-Touchscreen entwickelt, unterhalb dessen sich nur ein einziger Knopf befand. Als Beispiele für die Einsatzgebiete der Internet-Anbindung hätten Präsentationsfolien damals das Auffinden eines Restaurants oder das Bestellen eines Lippenstifts genannt. Auch sollte der Benutzer mit dem Gerät spielen können – beispielsweise ein Rennspiel. Ein weiteres zu dieser Zeit entwickelte Produkt sei ein Tablet-Computer mit Touchscreen gewesen, den die Entwickler ebenfalls mit einer Internet-Anbindung ausstatten wollten.

Nuovo schmerzt es, wenn er sich an die Ideen zurückerinnert: Nokia hatte alle Voraussetzungen, um der Konkurrenz zuvor zu kommen. Als Apple im Jahr 2007 das erste iPhone vorstellte, sei ihm das Herz gebrochen. “Wenn die Leute sagen, dass das Konzept des iPhone als Stück Hardware einzigartig ist, dann macht mich das traurig.”

Nokia habe im letzten Jahrzehnt rund 40 Milliarden US-Dollar in Entwicklung investiert – fast das Vierfache der entsprechend Apple-Ausgaben. Allerdings habe es die Unternehmensführung verpasst, gute Ideen auch in fertige Produkte umzusetzen. Der CEO Elop räumt ein, dass Nokia “an einem anderen Ort” wäre, wenn das Unternehmen die oben genannten Ideen nur zu Produkten gemacht hätte.

Der Artikel zitiert auch Paul Jacobs, den Chef des Chip-Herstellers Qualcomm, der seit 2008 mit Nokia zusammen arbeitet. Immer dann, wenn Qualcomm Nokia neue Ideen vorstellte, durch die sich tolle Möglichkeiten ergaben, habe Nokia sechs bis neun Monate gebraucht, um über diese Möglichkeiten nachzudenken und zu diskutieren. Nach Ablauf dieser Zeit seien die Chancen aber vertan gewesen.

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Weitere Themen: Nokia N1, Nokia X, X+ und XL, Nokia Lumia 920, Nokia Lumia 900, Nokia Lumia 710, Nokia Lumia 800, Nokia


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