Nvidia - bremst absichtlich PhysX auf der CPU aus

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PhysX ist Nvidias API zur Berechnung von Physik in Spielen. Steckt keine Nvidia-GPU im System, kann auch die CPU die Berechnungen übernehmen. Wie es scheint, hält Nvidia die Performance dann aber absichtlich niedrig.

Realworldtech haben in einem Artikel analysiert, was passiert wenn Physikberechnungen in einem PhysX-Spiel nicht auf der GPU sondern auf einer CPU ausgeführt werden. Dabei kam man einem interessanten Phänomen auf die Spur. Es scheint, als würde Nvidia gleich in mehrfacher Hinsicht die Performance absichtlich niedrig halten.

Mit dem Intel VTune Profiling Tool hat man genauere Einblicke in die Abarbeitung des PhysX-Codes bekommen. Dabei zeigten sich zwei Dinge. Zum einen kennt der CPU-Code kein Multi-Threading, während der Nvidia-Treiber bei der Grafikkarte automatisch dafür sorgt, dass Aufgaben in mehrere Threads aufgespalten werden. Allein dadurch ließe sich die Performance also schon anheben.

Mindestens genauso nachteilig wirkt sich aber Nvidias Entscheidung aus, bei Fließkommaberechnungen fast ausschließlich x87-Code zu nutzen und weitgehend auf den Einsatz von SIMD-Befehlen zu verzichten. Die x87-Fließkommaeinheit stammt praktisch den Urzeiten der x86-Entwicklung. Heutzutage bevorzugen viele Programmierer für eine ganze Reihe Berechnungen aber SIMD-Befehle, die viele Aufgaben weitaus schneller und effizienter abarbeiten, da sie einen Vorgang auf mehrere Daten gleichzeitig anwenden können. Es mutet also mehr als merkwürdig an, dass Nvidia hier nicht beispielsweise auf SSE oder sogar SSE2 setzt, denn beide sind heute in allen aktuellen CPUs von AMD und Intel zu finden und könnten die Performance im Schnitt verdoppeln, ohne größeren Programmieraufwand nach sich zu ziehen

Es drängt sich also der Verdacht auf, man wolle die PhysX-Performance auf der CPU absichtlich niedrig halten, um so ein stärkeres Verkaufsargument für die eigene Hardware zu haben.

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