Ab heute keine Roaming-Gebühren mehr – oder?

Monika Mackowiak
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Ab heute, den 15. Juni 2017, fallen die Roaming-Gebühren weg und das Telefonieren und Surfen im Ausland kostet genauso viel wie zu Hause. Doch wie so oft gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel und getrickst wird immer.

Ab heute keine Roaming-Gebühren mehr – oder?

Heute ist ein guter Tag für alle, die viel im EU-Ausland unterwegs sind und deren Mobiltelefon dabei nie still steht, denn ab heute gilt der Grundsatz „roam like at home“ – im Ausland darf ab dem heutigen 15. Juni zu Inlandskosten telefoniert und gesurft werden. Obwohl die neue EU-Regelung viele Vorteile und Einsparungen mit sich bringt, sollten Verbraucher dennoch einen Blick in ihren bestehenden Mobilfunkvertrag werfen beziehungsweise bei Neuverträgen das Kleingedruckte lesen.

Abschaffung der Roaminggebühren mit zwei Besonderheiten

In den von der Bundesnetzagentur herausgegebenen ak­tu­el­len „Ro­aming-Re­ge­lun­gen in der Eu­ro­päi­schen Uni­on“ heißt es, dass die Roaming-Gebühren grundsätzlich abgeschafft werden, es gilt jedoch, zwei Besonderheiten zu beachten:

„Fair-Use-Grenze“ soll vor Missbrauch schützen

Durch den Wegfall der Roaming-Gebühren wäre es theoretisch möglich, einen Mobilfunkvertrag im Ausland abzuschließen, der deutlich günstiger ist als hierzulande, diesen in Deutschland zu nutzen und somit monatlich viel Geld zu sparen. Um diesen Missbrauch vorzubeugen und ein „Dauer-Roaming“ zu verhindern, können Mobilfunkanbieter eine „Fair-Use-Grenze“ festlegen und Roamingaufschläge in Rechnung stellen, falls der Kunde diese Grenze überschreitet.

Surfen im Ausland kann gedeckelt werden

Die zweite Besonderheit dürfte für die meisten interessanter sein: Während eine Allnet- und SMS-Flat oder Inklusiveinheiten ab sofort problemlos im Ausland genutzt werden können, ist es Anbietern beim Datenvolumen möglich, eine Obergrenze festzulegen. Diese muss dem Kunden auf jeden Fall mitgeteilt werden, ebenso die Kosten bei Mehrverbrauch. Laut EU-Regelung darf nicht mehr als 7,70 Euro pro Gigabyte in Rechnung gestellt werden.

Soweit, so gut, doch wie setzen die drei großen deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und o2 die neue EU-Regelung um?

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