Übernahmeangebot für Opera: Browserspezialist könnte chinesisch werden

Kaan Gürayer
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Für mehr 1 Milliarde Euro könnte Opera Software bald den Eigentümer wechseln und an ein chinesisches Konsortium verkauft werden. Der norwegische Browser-Entwickler gehört zu den Pionieren des Internets und bietet seit mehr als 20 Jahren einen gleichnamigen Browser an, der sich sowohl auf klassischen Computern als auch Smartphones einer großen Fangemeinde erfreut. 

Übernahmeangebot für Opera: Browserspezialist könnte chinesisch werden

Die Offerte selbst stammt von den chinesischen Unternehmen Kunlun und Qihoo 360, die ihrerseits Golden Brick and Yonglian ins Boot geholt haben, um mit dem Geld und der Expertise der Investmentbanken die Übernahme zu stemmen. Das Konsortium bietet Opera Software 10,4 Milliarden Norwegische Kronen, was umgerechnet etwa 1,2 Milliarden Euro entspricht und damit gut 53 Prozent über Opera Softwares letztem Aktienkurs liegt. Opera-Chef Lars Boilesen zeigte sich von den Chancen des Übernahmeangebots überzeugt: „Innovation, Expansion und Wachstum“, ermögliche der Kauf durch das Konsortium. Dadurch stärke sich Operas Position am Markt. Der Vorstand des norwegischen Konzerns hat sich für den Verkauf ausgesprochen, die Übernahme erfordert aber noch die Zustimmung der Opera-Aktionäre und verschiedener staatlicher Stellen.

Droht einigen Opera-Versionen das Aus?

Wie sich eine etwaige Übernahme in der Praxis auswirken würde – laut eigenen Aussagen zählt Opera plattformübergreifend 350 Millionen Nutzer – bleibt freilich abzuwarten. Operas Browser-Varianten für Android, iOS, Windows und OSX dürften wohl auf der sicheren Seite sein und weiter fortgeführt werden. Weniger rosig könnte hingegen die Zukunft für die Versionen auf Windows Phone, Bada und anderen Betriebssystemen sein, die keine nennenswerte Nutzerbasis aufweisen können. Im Gegenzug könnte Opera mit dem Konsortium im Rücken aber den wachsenden chinesischen Mobilfunkmarkt in Angriff nehmen.

Neben dem reinen Browser-Geschäft gehören die Norweger auch zu den Vorreitern in Sachen Datenkompression: Das Unternehmen hat Technologien entwickelt, die den mobilen Datenverbrauch über Datenkompression um bis zu 50 Prozent senkt. Unter Android kann man das Feature mit der App „Opera Max – Datenkontrolle“ nutzen, die auch die verbrauchten Daten explizit aufschlüsselt. Unter iOS ist diese Technologie als „Turbo“ in Opera Coast integriert.

Opera Max – Datenkontrolle
Entwickler: Max apps
Preis: Free
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Quelle: Opera (PDF), via: Golem

Weitere Themen: Opera Portable, Opera 64-Bit, Opera, Opera@USB, Opera

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