Opera Neon ausprobiert: Was taugt die Chrome-Alternative für Mac und Windows?

Kaan Gürayer
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Mit „Neon“ hat Browser-Anbieter Opera einen neuen Konzept-Browser für macOS und Windows vorgestellt, der einen Ausblick auf die Zukunft des Internetbrowsers liefern soll. Wir haben geprüft, ob diese verwegene Aussage zutreffend ist:

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Opera Neon: Konzept-Browser vorgestellt

Mit Opera Neon kommt wieder frischer Wind in den eingeschlafenen Browsermarkt. Der gleichnamige norwegische Softwarehersteller, der bereits 1995 das Licht der Welt erblickte und somit zu den Internet-Urgesteinen zählt, hat mit Neon einen neuen Konzept-Browser für macOS und Windows vorgestellt.

Kern von Opera Neon ist eine neue Benutzeroberfläche, die eine minimalistische Optik mitbringt und mit dem 08/15-Design von Chrome, Safari und Co. bricht.

Startseite passt sich an den Desktop-Hintergrund an

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Die Startseite passt sich etwa automatisch dem Desktop-Hintergrund an und verfügt über eine kombinierte Adress- und Suchleiste. Darunter befinden sich die Lesezeichen, die ebenso wie Tabs als runde Icons dargestellt werden. Hier erinnert das Interface etwas an die Oberfläche der PlayStation Vita.

Tabs als runde Icons am rechten Bildschirmrand

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Offene Tabs fixieren sich in einer vertikal scrollbaren Leiste am rechten Bildschirmrand. Sollen sie zu Lesezeichen gemacht werden, können sie per Drag and Drop auf die Startseite gezogen werden. Das Löschen von Lesezeichen funktioniert über eine kleine„X“-Schaltfläche, die erscheint, wenn man mit dem Mauszeiger über die Icons fährt.

Screenshot-Tool und Downloadmanager

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Gegenüber am linken Rand sind bei Opera Neon hingegen eine Reihe von wichtigen Funktionstasten und neue Features untergebracht. Dazu gehört ein Button zum Öffnen eines neuen Tabs, ein Tool zur Erstellung von Screenshots samt integrierter Galerieübersicht, ein Downloadmanager sowie ein Medienbutton.

Picture-in-Picture-Modus à la Safari

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Mit einem Klick auf diesen Medienbutton können Ton- und Videoinhalte von Webseiten abgespielt werden, ohne zwingend auf dem Tab verweilen zu müssen. Ähnlich wie beim Picture-in-Picture-Modus in Safari öffnet sich auf Wunsch ein Videofenster, das frei auf dem Bildschirm platziert werden kann.

Opera Neon: Durchwachsener Ersteindruck

Insgesamt hinterließ Opera Neon in einem kurzen Test einen recht durchwachsenen Eindruck – die Software kämpft noch mit Kinderkrankheiten und einigen Inkonsistenzen im Interface. Die Performance ließ an manchen Stellen noch zu wünschen übrig, der Browser fühlte sich oftmals schwerfällig an. In die gleiche Kerbe schlagen die zum Teil langsamen Animationen beim Öffnen neuer Tabs, was den Workflow behindern kann.

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Die Darstellung von Tabs als runde Icons in einer scrollbaren Leiste mag sich im ersten Augenblick innovativ anhören, tatsächlich verliert man bei vielen Tabs aber schnell den Überblick. Zur selben Zeit wurden auf unserem 28-Zoll-Bildschirm mit 4K-Auflösung immer nur acht Tabs beziehungsweise Icons gleichzeitig angezeigt – wer mehr Tabs offen hat, muss schrollen. Und warum der „Plus“-Button zum Öffnen neuer Tabs am linken Bildschirmrand untergebracht wurde, während die Tabs rechts zu finden sind, weiß wohl nur Opera selbst.

Die große Offenbarung ist Opera Neon also noch nicht, hat aber durchaus Potenzial. Wir hoffen daher, dass Opera die kleinen wie großen Schwachstellen alsbald ausmerzt.

Opera Neon ist sowohl für macOS als auch Windows erhältlich und kann direkt auf der Webseite von Opera heruntergeladen werden.

Quelle: Opera

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