Apple vs. Proview: iPad-Namensstreit eskaliert weiter

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Das biblische Bild von David, der gegen den Philister-Krieger Goliath antritt, drängt sich beim Blick auf den Streit zwischen Proview Technology und Apple geradezu auf. Es geht um die Rechte an dem Produktnamen „iPad“. Für Proview geht es in diesem Prozess aber vor allem um die eigene Existenz.

Apple vs. Proview: iPad-Namensstreit eskaliert weiter

In einem Urteil aus dem Dezember des vergangenen Jahres stellten die Richter in Shenzhen fest, dass Apple die Namensrechte Proviews verletzt hatte. Die Berufung des Urteils läuft noch, bis dahin mussten aber bereits einige Händler die Tablet-Computer aus Cupertino aus dem Schaufenster und dem Sortiment entfernen.

Hiergegen wehrt Apple sich mit der Behauptung, man habe bereits vor Jahren die weltweiten Rechte an dem Namen „iPad“ durch eine Tarnfirma für 55.000 US-Dollar kaufen lassen — von Proview Technology, Taiwan. Doch die sind nun Pleite; seit 2010 läuft das Insolvenzverfahren.

Die desolate Situation des chinesischen Unternehmens könnte auch ein Grund für die immer hitzigeren Duelle sein, die sich die Vertreter der Streitparteien vor Gericht liefern. In Shanghai geriet eine Verhandlung am heutigen Mittwoch beinahe außer Kontrolle.

Einer Meldung in CNNs Fortune-Blog zufolge musste der Richter die Anwesenden ermahnen, sich an die Regeln des Gerichts zu halten. Bis sich beide Seiten etwas beruhigen, wurde die Anhörung vertagt. Die englischsprachige Zeitung China Daily kommt zu der wenig überraschenden Erkenntnis, dass es „nur ums Geld“ ginge.

In den USA versuchen derzeit Gläubigervertreter der insolventen Proview Shenzhen, Apple auf 2 Milliarden US-Dollar Schadensersatz zu verklagen. Ob „David aus Taiwan“ gegen „Goliath aus Kalifornien“ auch die gottbegnadete Zwille zur Seite steht, ist allerdings fraglich.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein chinesisches Gericht sich sicherlich sehr gut überlegen wird, ob es den Exportstopp für das weltweit verkaufsstärkste Tablet anordnet. Die Folge wäre ein erheblicher Verlust bei einheimischen Unternehmen sowie mehrerer Tausend Arbeitsplätze.

In einem Brief an Powell Yang von Proview Technology Shenzhen bekräftigen Apples Anwälte ihren Standpunkt, dass dem Unternehmen sehr wohl bekannt sei, dass man auch von ihm sämtliche Namensrechte gekauft habe. Beweise hierfür könne man mehr als genug liefern. Außerdem behalte man sich „rechtliche Schritte“ vor, was im Falle einer Klage wegen übler Nachrede oder Verleumdung Konsequenzen weit jenseits der Insolvenz hätte.

Hierfür können chinesische Gerichte nämlich die Todesstrafe aussprechen.

Weitere Themen: iPad 2, Apple


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