Streit um Namensrechte: So kam Apple ans "iPad"

Holger Eilhard
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Seit langem streiten sich Apple und die diversen asiatischen Proview-Unternehmen vor Gericht um die Namensrechte vom iPad. In einer Pressemitteilung veröffentlichte der taiwanesische Ableger nun, wie Apple an die Namensrechte gelangte und erhofft sich die Rückgewinnung einiger internationaler Rechte.

Streit um Namensrechte: So kam Apple ans "iPad"

Proview Taiwan beschreibt in der Pressemitteilung, wie Apple durch angebliche Täuschung an die Namensrechte gelangt sei. Die Mitteilung erscheint nur wenige Tage nachdem das Unternehmen gegen den kalifornischen Hersteller vor der eigenen Haustür in den USA eine Klage eingereicht hatte.

Proview gibt zu, dass das Unternehmen im Dezember 2009 – kurz vor der Vorstellung des iPad – eine indirekte Vereinbarung mit Apple eingegangen sei. Die Namensrechte in China werden in der Mitteilung nicht erwähnt, denn diese sind bekannterweise Bestandteil eines eigenen Rechtsstreits im fernen Osten.

Diese indirekte Verbindung zu Apple nimmt Proview zum Anlass, um gegen das Unternehmen zu klagen. Apple habe die britische Firma Farncombe International und dessen Chef Graham Robinson angeheuert, um als geheimer Mittelsmann zu agieren. Robinson habe im Auftrag von Apple die Briefkastenfirma IP Application Development Limited, kurz “IPAD Ltd.”, gegründet. An diese sollen die Namensrechte übertragen worden sein.

Unter dem Alias Jonathan Hargreaves nahm Robinson dann Kontakt mit Proview Taiwan auf. Seinen Auftraggeber nannte er dabei nicht. Die Begründung, warum er die Namensrechte an IPAD benötige: es ist eine Abkürzung für IP Application Development.

Auf die Frage, was sein Unternehmen überhaupt mache, wollte Robinson laut Proview nichts sagen. Die Pressemitteilung zitiert ihn mit den Worten: “Sie können sicherlich verstehen, dass wir das derzeit noch nicht sagen können, da wir noch keine öffentlichen Ankündigungen gemacht haben”. Gleichzeitig habe er versprochen, dass sein Unternehmen nicht mit Proview konkurrieren werde.

Proview erhofft sich, dass die Vereinbarung für nichtig erklärt wird und damit die iPad-Namensrechte in der Europäischen Union, Südkorea, Mexiko, Singapur, Indonesien, Thailand und Vietnam an Proview Taiwan zurückfallen. Die US-Namensrechte hatte Apple im März 2010 von Fujitsu übernommen.

Weitere Themen: iPad 2, iPad 1, Apple

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