Revolution: Qualcomm integriert Fingerabdruckscanner ins Display von Smartphones

Johann Philipp
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Der kalifornische Chip-Entwickler Qualcomm präsentiert als erstes Unternehmen einen Fingerabdruckscanner, der im Display von Smartphones integriert ist. Was kann der Scanner und wann kommt er?

Revolution: Qualcomm integriert Fingerabdruckscanner ins Display von Smartphones
Bildquelle: GIGA

Samsung wollte es im Galaxy S8 einbauen, hat es aber nicht geschafft, Apple möchte es im iPhone 8 integrieren, doch das sind bisher nur Gerüchte. Wirkliche Meilensteine hat noch keiner der beiden Tech-Riesen vorgestellt. Ganz anders jetzt Qualcomm. Es geht um die wohl komfortabelste Entsperrmethode für Smartphone-Nutzer: Einen Fingerabdruckscanner, der im Display integriert ist. Drei verschiedene Versionen sollen angeboten werden.

Fingerabdruckscanner im Display kommt 2018

Ab Sommer 2018 wird Qualcomm die Technologie für Smartphones anbieten können, heißt es in der Ankündigung des Unternehmens. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2018 sollen die ersten Smartphones damit ausgerüstet sein. Es wird drei Versionen geben: Eine, die unter Glas gebaut wird und in Einsteiger-Smartphones verwendet werden soll. Eine für Metall, um den Sensor beispielsweise auf die Rückseite des Geräts zu bringen und eine Version für die Top-Smartphones, die komplett im Display integriert ist.

Qualcomm will die Technik allen Herstellern anbieten, egal ob das Gerät mit oder ohne Qualcomm-Chip ausgestattet ist. Die Versionen für Glas und Metall werden bereits die neuen Snapdragon 660- und 630-SoCs unterstützen. Die Variante mit vollständiger Integration ins Display wird allerdings erst mit den nächsten Generationen der Chips kompatibel sein.

Scanner kann in Glas, Metall und unter dem Display integriert werden

Die Technologie erfordert allerdings auch ein paar weitere Anforderungen an das Gerät: Das Material darf nicht zu dick sein. Bei Metall auf der Rückseite ist das kein Problem, es darf bis zu 650 μm dick ein. Glas darf bis zu 800 μm dick sein und wenn der Sensor im Display integriert werden soll, darf es nicht dicker als 1200 μm sein – also 0,12 cm. Diesen Wert erreicht man nur mit einem OLED-Display. Soll der Scanner also unter das Display verbaut werden, muss das Smartphone ein OLED-Display bieten.

Pulsmessung wird ebenfalls unterstützt

Der Fingerabdruckscanner von Qualcomm soll nicht nur zum Entsperren verwendet werden, sondern kann auch die Herzfrequenz und den Blutfluss messen. Die bisher verwendeten kapazitiven Scanner haben diese Funktion nicht. Die neue Technik bringt auch noch einen weiteren Vorteil: Sie funktioniert auch mit nassen Fingern und sogar unter Wasser. Auch hier zeigen die bisherigen Fingerabdruckscanner deutliche Schwächen.

Neue Designs möglich

Mit dem quasi unsichtbaren Fingerabdruckscanner können Hersteller auch neue Designs verwirklichen. Es müssen keine Löcher mehr ins Gehäuse gebohrt werden, was gleichzeitig auch für einen Zuwachs an wasserdichten Smartphones sorgen dürfte. Der Fingerabdruckscanner im Display ist die nächste Revolution für Smartphones. Samsung und andere Hersteller können also nun auf die Hilfe von Qualcomm hoffen. Bleibt abzuwarten, ob der Zeitplan auch eingehalten werden kann.

Quelle: Qualcomm, via: androidpolice

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