Apple vs. Samsung: Erlaubte Geräte und entstandener Schaden

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Derzeit gibt es keinen Tag, an dem der Patentstreit zwischen Apple und Samsung nicht für Schlagzeilen sorgt. Die neuesten Nachrichten beinhalten einen ganz kleinen Sieg für Samsung und dass Apple wegen der Patentverletzungen 2 Millionen Geräte weniger verkauft haben soll.

Apple vs. Samsung: Erlaubte Geräte und entstandener Schaden

 

Der angerichtete Schaden

Gestern hat ein Finanzexperte vor Gericht ausgesagt, dass Samsungs Patentverletzungen für eine Verkaufseinbußung bei Apple gesorgt haben soll. So könnte Apple insgesamt 2 Millionen Geräte (iPhones und iPads) weniger verkauft haben, als wenn Samsung sich nicht an Apples Design und anderen Patenten vergangen hätte. Soweit so gut, zwei Millionen Produkte  sind für ein normales Unternehmen ja eine ganze Menge und können da wirklich viel Schaden anrichten. Aber Apple ist kein „normales“ Unternehmen, genauso wenig wie Samsung eins ist. Was meine ich damit? Nun, alleine in Apples letztem Finanzquartal hat das Unternehmen aus Cupertino 26 Millionen iPhones und 17 Millionen iPads verkauft. Das sind zusammen 43 Millionen Geräte, und zwar in nur drei Monaten.  Da sind zwei Millionen mögliche Geräte insgesamt, falls Samsung nun Apples Patente verletzt hat, doch eigentlich absolute Peanuts. Und wie wird die Zahl von 2 Millionen Geräten überhaupt ausgerechnet? Wird da auch der Medienwert, den die Streiterei erzielt und die für noch mehr Abverkauf sorgt, mit eingerechnet? Immerhin sind das Werbekosten, die beiden Unternehmen einsparen.

Aber es gibt ja auch noch andere Zahlen, die da wunderbar aufgelistet werden können. Zum Beispiel die Schadensersatzforderung von 2,5 bis 2,75 Milliarden Dollar. Und wie kommt diese Zahl zustande? Nun, dafür gibt es eine ganz einfache, mathematische Erklärung, die da wie folgt lautet:

Die Einnahme, die Samsung mit den angeklagten Geräten gemacht hat + die auf den verletzten Patenten basierenden Abgabegebühren + jegliche Profite, die Apple wegen Samsungs Verkauf verloren hat (laut des Wirtschaftsprüfers Terry Musika geschätzte 488,8 Millionen Dollar) = 2,5 bis 2,75 Milliarden.

Logisch. Zwar bemerkte Musika, dass Samsungs eigene Daten nicht ganz konsistent seien und auch die tatsächlichen Einnahmen aufgrund der Art der Versteuerung etwas schwammig wären, das Ergebnis kann man ja aber trotzdem mal aufführen. Wenn meine mündliche Abi-Prüfung in Mathe so verlaufen wäre, hätte ich wahrscheinlich auch etwas besser abgeschnitten. Man sollte außerdem gleichzeitig erwähnen, dass Terry Musika und sein 20-köpfiges Team für die Ablieferung dieser Zahlen laut The Verge von Apple bezahlt wurde, und zwar mit 1,75 Millionen Dollar.

Samsung hat dazu natürlich auch etwas zu sagen, denn laut deren Anwalt Bill Price sind solche Zahlen alles andere als leicht auszurechnen und könnten daher auch ganz anders ausfallen. Ich kenne das nur unter dem Begriff “Milchmädchenrechnung”.

Samsung kleiner Erfolg

Nun ja, wie anfangs beschrieben, hat Samsung für sich einen kleinen Gewinn einfahren können, denn die zuständige Richterin Lucy Koh entschied, dass die internationalen Versionen des Galaxy S, des Galaxy SII und des Galaxy Ace von nun an vom Prozess ausgeschlossen seien, was bedeutet, dass die Geschworenen nun nicht mehr darüber entscheiden können, ob diese drei Geräte nun Patente von Apple verletzen oder nicht. Begründet wurde dies nach einer langen Argumentation, in der Samsung anmerkte, dass die drei Geräte in den USA überhaupt nicht zum direkten Verkauf angeboten werden. Da es im Prozess aber eben nur um Geräte ginge, die in Amerika angeboten würden, dürften die drei aufgelisteten Smartphones nicht hinzugezogen werden. Das überzeugte die Richterin dann auch. Aber es gibt ja noch 17 andere Produkte, über die gestritten werden kann. Dennoch ist diese Entscheidung eine  interessante.

Ich weiß, eigentlich sollte ein Artikel wie dieser möglichst wertfrei geschrieben werden, aber ich kann es einfach nicht kommentarlos ertragen, was die beiden Unternehmen da abziehen. Und nein, ich bin für keines der beiden Unternehmen, auch wenn in diesem Artikel eher Apple schlecht dasteht. Dafür war gestern Samsung dran. Wenn es bei einem der beiden um deren Existenz gehen würde, könnte ich die ganze Sache verstehen, aber da wird auf beiden Seiten so viel gescheffelt, dass dieser ganze Streit um noch mehr Geld einfach nur noch ekelhaft ist. Es ist mir absolut egal, wer angefangen hat, ich kann mittlerweile keinen von beiden mehr ernst nehmen.

 

Quelle: The Verge (1,2), Bildquelle: iCatcher

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Weitere Themen: Samsung Galaxy Ace, Samsung Galaxy S2, Samsung Galaxy S, Galaxy Core 2, Galaxy S5 mini, Galaxy Tab S, Galaxy S3 Neo, Samsung Galaxy Tab 3, Samsung Galaxy Ace, Samsung


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