Bada wird Open Source - Was hat Samsung mit dem eigenen Smartphone-Betriebssystem vor?

Holger Blessenohl
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Der Markt für Handy-Betriebssysteme bleibt in Bewegung. Die Bewegung heißt allerdings in erster Linie hin zu den zwei großen iOS und Android. Als letzter halbwegs ernst zu nehmender Gegner ist nach der Implosion von webOS nur noch Windows Phone 7 übrig geblieben, und auch die müssen ganz schön kämpfen, um wenigstens auf Sichtweite zu bleiben. Wenn man einem Bericht des Wall Street Journal folgt, könnte ein weiterer Konkurrent gerade unter Druck stehen: Samsungs Bada.

Bada wird Open Source - Was hat Samsung mit dem eigenen Smartphone-Betriebssystem vor?

Samsung hatte sein eigenes Smartphone-Betriebssystem erst 2009 vorgestellt, die eigenen Highend-Geräte aber von Anfang an mit Android statt Bada bestückt. Von Beginn an litt Bada daher unter dem Manko, nur in bestenfalls zweitklassigen Touchscreen-Handys eingesetzt zu werden. Zudem gibt es im Bada-Shop deutlich weniger Apps als dies die drei großen Konkurrenten anbieten können.

Wie das Wall Street Journal unter Verweis auf einen anonymen Informanten schreibt, will Samsung sein Bada-System nächstes Jahr zu Open Source machen. Damit könnten auch andere Smartphone-Hersteller Bada-Handys veröffentlichen. Möglicherweise würden mehr unabhängige Entwickler auch Bada-Apps programmieren, wenn das System verbreiterter wäre. Zugleich möchte Samsung Bada aber, wie das WSJ weiter ausführt, auch als Betriebssystem für smart TVs, also internetfähige Fernseher machen. Wie Bada dabei mit der gewaltig größeren Pixelanzahl eines metergroßen Full HD-Fernsehers umgehen soll, ist dabei noch völlig unklar.

Auslöser für Samsungs Strategie-Überlegungen könnte der Google-Motorola-Deal vor etwa einem Monat gewesen sein. Eine zu große Abhängigkeit von Googles Betriebssystem Android dürfte langfristig Nachteile bringen, wenn Google Motorola zukünftig bei der Entwicklung von Smartphones unterstützt. Wegen des Nokia-Microsoft-Deals ist auch Windows Phone 7 kein wirklich neutrales System mehr. Analysten hatten schon bei der webOS-Geschäftsaufgabe mit einer Übernahme durch Samsung spekuliert, was Samsung jedoch umgehend dementierte. Vielleicht wollen sie aus Bada ja doch noch ein konkurrenzfähiges Betriebssystem machen.

Wie findet Ihr, dass Samsung aus Bada Open Source machen will? Könnte Bada mit iOS, Android und Phone 7 mithalten, wenn es mehr Apps gäbe? Oder reichen die 10000 Bada-Apps nicht auch? Schreibt Eure Comments.

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