Der unersättliche Upgrade-Hunger – Eine eigene Bestandsaufnahme

Kaum kaufe ich mir ein neues Smartphone, werde ich schon wieder über ein neues, besseres, schnelleres informiert, welches das gerade eben gekaufte irgendwie bereits  in den Schatten stellt. Einerseits nervt mich das total, andererseits weckt das neue Gerät natürlich auch gleich mein Interesse.

Der unersättliche Upgrade-Hunger – Eine eigene Bestandsaufnahme

Ich habe mal gelesen, dass die schlimmste Sucht die Spielsucht ist, weil der Glücksmoment, wenn er denn überhaupt kommt, nur von extrem kurzer Dauer ist und schnell wieder dem Frust weicht.

Natürlich ist es beim Kauf von Smartphones und Tablets in keinster Weise so extrem,  doch soll der Vergleich auch eher zur Veranschaulichung dienen,  was da gerade um uns herum passiert. Schon seit einiger Zeit schwebt mir ein Artikel dieser Art im Kopf herum, nun haben zwei Artikel den finalen Anstoß gegeben.  Ob es nun unzufriedene iPhone-Besitzer sind, die langsam frustriert zu werden scheinen und an einer „Upgrade-Ermüdung“ leiden (wie es das Wall Street Journal schreibt, ein Artikel allerdings, den ich insgesamt doch eher trollig finde, der aber dennoch einige interessante Aspekte  anspricht) oder wenn kurz nach Samsungs neuestem Telefon (namentlich Galaxy S3) schon wieder die Rede von einem besseren Prozessor für Mobilfunkgeräte die Rede ist (der Exynos 5 Dual, der deutlich schneller sein soll als der gegenwärtige Quad-Core Exynos im aktuellen Flaggschiff), das Resultat ist immer dasselbe: Das, was man sich gerade gekauft hat,  fühlt sich kurz danach schon wieder irgendwie „alt“ an. Das muss nicht nach einem Tag oder einer Woche sein, aber vielleicht nach 3 oder 4 Monaten wächst zumindest bei mir schon wieder das Interesse an einem anderen Gerät.

Natürlich hängt das auch mit meinem Job zusammen, durch den ich mich konstant mit der Materie und den aktuellsten Geräten auseinander setze. Doch lese ich ähnliches auch von verschiedenen Nutzern, die ihrem Unmut in diversen Foren Luft verschaffen.

Das iPhone ist hierbei noch das einfachste Beispiel. Während viele Besitzer ihrem Betriebssystem treu bleiben möchten, nach einer Weile aber gerne einen „Upgrade“ Ihres eigentlich noch ziemlich guten und vor allem erst einem Jahr altem Smartphone durchführen wollen, ist die Sache im Android-Bereich noch anstrengender. Zahlreiche Hersteller, die sich alle ständig zu übertrumpfen versuchen, sind da nur die Spitze des Eisbergs, denn die Hersteller versuchen ja sogar, sich selbst innerhalb kürzester Zeit selbst zu übertrumpfen. Allen voran steht hier natürlich Samsung, die ein „Über“-Gerät nach dem anderen herausballern, dass dem Kunden eigentlich nur noch der Kopf rauchen kann.

Versteht mich nicht falsch, ich mag ein breites Angebot und Konkurrenz ist gesund,  aber ich fühle mich mittlerweile leicht überfordert, eben weil ich nicht nur eins der Geräte gut finde. Was mich aber viel mehr stört ist das Gefühl, etwas über den Tisch gezogen zu werden, wenn kurz nach einem wirklich guten Gerät direkt ein noch besseres – und zwar vom gleichen Hersteller – vorgestellt wird. Klar, das ist das Problem der Werbung und so funktioniert Kapitalismus, aber die Frequenz, in der ich als Nutzer das Gefühl habe aufholen zu wollen, wird immer kürzer.

My-Cellphones

Als ich damals mein Nokia 5110 bekommen habe, war ich damit mindestens 3 Jahre rundum zufrieden, bis dieses von einem anderen, dem Sony Ericsson K800i, abgelöst wurde. Dann wechselte ich zu meinem ersten „Smartphone“, dem LG K990 Viewty. Eigentlich ganz schick, aber auf Dauer absolut unbrauchbar wegen seines resistiven Tochscreens. Dann musste ein besseres Gerät her, es wurde das Samsung Wave. Das nervte mich dann auch, weil kein Android sondern Bada drauf war und ich „verliebte“ mich in das HTC Desire. Und damit war ich dann auch eine Weile wirklich sehr zufrieden, bis der geringe interne Speicher mich unglaublich nervte, so schön das Gerät auch sein mochte. Und danach, ja, da ging alles ziemlich schnell: Nexus S, Galaxy S2, Galaxy Note und nun das Galaxy Nexus. Immerhin bin ich bei einem Hersteller geblieben.  Dennoch sind das vier Geräte in etwas mehr als einem Jahr. Ich weiß, dass ich erst einmal beim Galaxy Nexus bleiben will, aber irgendwie juckt es mich jetzt schon wieder in den Fingern. Und das Galaxy Nexus habe ich gerade einmal 2 Monate.

Bei der Software sieht es bei mir ähnlich aus, ich kann es nicht erwarten, bis die neueste Firmware kommt. Allerdings ist diese für mich kostenlos und sorgt neben ein paar neuen netten Funktion vor allem für einen besseren Betrieb meines Gerätes. Deshalb finde ich das auch in Ordnung und bin der Meinung, dass die Hersteller sich wirklich noch mehr darum bemühen sollten, ihren Kunden möglichst zeitnah die Updates zur Verfügung zu stellen.

Wie geht es Euch bei der ganzen Sache. Werdet Ihr auch müde vom ständigen Gefühl des greifbaren Upgrades oder ist Euch das insgesamt eher egal? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Natürlich könnt Ihr auch in unserem Forum Eure Meinung zu dem Thema abgeben, den entsprechenden Thread findet Ihr hier.

 

Bildquelle: digitaljournal.com

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Weitere Themen: Samsung Galaxy S5, Samsung Galaxy Ace 2, Samsung Galaxy Tab Active, Samsung SSD 850 Pro, Galaxy Core 2, Galaxy S5 mini, Galaxy Tab S, Galaxy S3 Neo, Samsung Galaxy Tab 3, Samsung

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