Samsung, Apple, Nokia & Co: Die Macht der (Falsch-)Werbung

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Gestern bin ich auf PocketNow über einen interessanten Artikel gestolpert, der etwas angesprochen hat, das mich zum Nachdenken angeregt hat. Während derzeit nämlich Nokia stark für deren unwahre Präsentation kritisiert wird, gehört dieses Verhalten bei vielen anderen Herstellern zum ganz normalen Tagesgeschäft.

Samsung, Apple, Nokia & Co: Die Macht der (Falsch-)Werbung

Nokias Schummelei

Ich gebe es zu, ich habe mich selbst auch sofort über die Tatsache, dass Nokia bei eine Präsentation „geschummelt“ hat, etwas aufgeregt. Das Unternehmen hat behauptet – falls Ihr es noch nicht mitbekommen habt – ein präsentiertes Video sei mit der Kamera eines neuen Smartphones aufgezeichnet worden. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass dies nicht der Wahrheit entspricht, sondern dass das Filmchen mit professionellem Videoequipment gedreht wurde.

Klar ist das eine unschöne Erkenntnis für den Nutzer und ein Verhalten, das so eigentlich nicht wirklich zu entschuldigen ist. Nokia hat sich trotzdem zu Wort gemeldet und sich öffentlich zum Falschverhalten bekannt. Vergessen und vergeben? Generell eigentlich eine gute Idee. Denn wenn man sich mal bei den anderen Herstellern und Unternehmen umschaut, scheint ein solches Verhalten zum ganz normalen Tagesgeschäft zu gehören.

Die lügende Welt der Werbung

Nehmen wir doch zuerst einmal Apple. Warum? Weil ich etwas gegen den iKonzern habe? Nein. Ich bin weder ein Android-Fanboy noch Anti-Apple, aber das Unternehmen aus Cupertino ist ein doch recht gutes Beispiel dafür, dass das Verhalten eines beworbenes Produkts in der Realität dann doch etwas anders aussehen kann. Und weil es dazu auch ein sehr interessantes Video gibt, das diesen Unterschied deutlich macht.

Aber nein, es ist natürlich nicht nur Apple, die sich in ihrer Werbung gerne einmal in Gefühlsduselei verlieren und dabei etwas mehr versprechen, als dann tatsächlich gehalten wird. Kommen wir deshalb zu ein paar Werbespots, die mit der Realität eigentlich gar nichts mehr zu tun haben. Zuerst ein wenig HTC:

Ich bin ja wirklich ganz froh, dass das nicht passiert, wenn ich Beats by Dre-Kopfhörer aufziehe.

Dann eine Prise Motorola:

Ich bezweifle, dass das Motorola RAZR eine solche Wirkung auf das andere Geschlecht hat oder das man das Smartphone so in einem Fahrstuhl einsetzen sollte.

Aber auch Samsung kann das:

Hier weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Da wird ein S2 ins Wasser geworfen, das nicht wasserdicht ist (ok, der Hinweis wird dazu eingeblendet, aber was soll das?). Dann die Nummer mit dem Typ vor der Tür? Wie zur Hölle hat er das Foto gemacht?

Die Frage ist doch am Ende die: Wo genau fängt die Werbung an bzw. wann hört die Realität auf? Oder besser: Was genau darf Werbung? Ist es in Ordnung, dass ein Produkt einem etwas offensichtlich vorlügt (und natürlich gilt das nicht nur für die Tech-Welt, sondern auch für alle anderen Produkte, vor allem solche, die dem Konsumenten ein schöneres, besseres, gesünderes, tolleres oder glücklicheres Leben versprechen)? Natürlich werden die Unternehmen Ihr Produkt bestmöglich präsentieren, allerdings sollte es für jeden dieser Konzerne doch auch eine Art moralische Frage sein, ob es denn in Ordnung ist, dem Kunden eine Funktionalität eines Gerätes vorzugaukeln, mit dem Wissen, dass diese in echt gar nicht so einwandfrei funktioniert. Vor allem, wenn die Kunden sich ein Gerät ja auch genau wegen dieser einen Funktionalität kaufen.

Generation Photoshop

In der “Generation Photoshop”, wie ich sie hier gerne einmal nennen möchte, scheint es leider mittlerweile vollkommen in Ordnung zu sein, die Realität so zu verzerren, dass das beworbene Produkt am Ende nur noch wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. Noch viel schlimmer als diesen Zustand finde ich allerdings, dass der Konsument sich im Großen und Ganzen relativ unkritisch damit abzufinden scheint und es auch noch in Ordnung findet, dass die Werbung etwas impliziert, was so gar nicht wirklich existiert.

Im Falle des HTC Rezound wird natürlich schnell klar, dass es sich dabei nicht um die Realität handeln kann. Bei Apples Siri ist diese Sache schon um einiges schwieriger und der aktuelle Nokia Faux-Pas wurde nur deshalb aufgedeckt, weil jemand sich sehr aufmerksam die Präsentation angeschaut und Nokia sich einen ziemlich dummen Fehler erlaubt hat. Meine Frage deshalb: Ist es in Ordnung, dass die Werbung mehr verspricht als sie hält? Ist das eine Sache, die wir einfach in Kauf nehmen müssen? Was für Werbungen aus dem Tech-Bereich fallen Euch noch ein, die mehr versprechen als sie halten? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare

Quelle: PocketNow, Bild: Magnus Ohlin

Nokia

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