Samsung-Erbe wegen Korruption verhaftet

Philipp Gombert
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Nach dem überstandenen Galaxy-Note-7-Debakel rutscht Samsung in einen weiteren Skandal. Der Erbe und inoffizielle Chef des Unternehmens, Lee Jae Yong, wurde unter anderem wegen Korruption verhaftet.

Samsung-Erbe wegen Korruption verhaftet

Der MWC 2017 steht vor der Tür — ein Event von großer Wichtigkeit für Technikunternehmen. Doch darauf kann sich der inoffizielle Chef von Samsung Lee Jae Yong derzeit nicht konzentrieren. Im Korruptionsskandal um die enge Vertraute Choi Soon Sil der ehemaligen Präsidentin Südkoreas Park Geun-hye sind neue Vorwürfe zutage gekommen, die eine Verhaftung Lees zur Folge hatten. Den designierten Erben erwartet eine Klage wegen Korruption, Meineids und Untreue. Zudem soll er Gewinne aus Straftaten nicht offengelegt haben. Lee ist der einzige Sohn des schwer erkrankten Samsung-Chefs Lee Kun Hee und steht im Grunde bereits an der Spitze des Technikriesen.

Millionengelder zur Beeinflussung politischer Entscheidungen

Samsung als größter Geldgeber soll mit der Genehmigung Lees umgerechnet rund 35,4 Millionen Euro an Stiftungen und Unternehmen Chois gezahlt haben, die wiederum ihre Beziehungen zur Präsidentin Park zur Beeinflussung von Regierungsgeschäften und persönlichen Bereicherung genutzt haben soll. Samsung hingegen habe dadurch politische Unterstützung bei der Fusion zweier Töchterunternehmen erhalten.

Park soll laut der Ermittler als Mittäterin den staatlichen Pensionsfonds beeinflusst haben, der vor zwei Jahren der Übernahme des Bauunternehmens Samsung C&T durch Cheil Industries zugestimmt hatte. Die vorläufig entmachtete Präsidentin bestreitet dieses Vergehen. Auch Samsung weist die Korruptionsvorwürfe zurück, in künftigen Gerichtsverfahren wolle man die Wahrheit aufdecken und mit der Justiz zusammenarbeiten.

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Samsung finanzierte die Reitausbildung von Chois Tochter

Außerdem soll der größte südkoreanische Industriekonzern ein Unternehmen von Choi in Deutschland zur Förderung des Pferdereitsports mit Millionengeldern unterstützt und damit die Reitausbildung von Chois Tochter finanziert haben. Da Samsung jedoch keine Gegenleistung verlangt habe, handle es sich auch nicht um Bestechung, so Chois Anwälte.

Im Januar 2017 hatte das Gericht einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Haftbefehl gegen Lee abgelehnt. Am Dienstag folgte ein zweiter Antrag, der 48-Jährige wurde Anfang dieser Woche verhört und in ein Untersuchungsgefängnis gebracht.

Quelle: Golem & T-Online

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