Samsung vs. Apple: ITC soll iPhone-Import verbieten

Flavio Trillo
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Mit einer Beschwerde bei der US-Handelskommission ITC will Samsung ein Import-Verbot für Apples iPhone und iPad erreichen. Dies geht aus Informationen hervor, welche die Behörde kürzlich veröffentlichte. Damit dürften die Gerüchte über ein baldiges Ende der Zusammenarbeit zwischen Chip-Hersteller und iPad-Macher wieder aufleben.

Samsung stellt derzeit für Apple eine Reihe von Komponenten her, darunter NAND-Flashspeicher, LC-Displays und die Prozessoren für iOS-Geräte. Im iPad 2 kommt aktuell ein Apple A5 zum Einsatz, den das koreanische Unternehmen nach Vorgaben aus Cupertino fertigt.

Die nächste mobile CPU aus dieser Serie, den A6, soll allerdings ein anderer Auftragnehmer für Apple herstellen: Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist dafür angeblich im Gespräch. Für Samsung wäre das ein schwerer Verlust, immerhin ist Steve Jobs augenscheinlich einer der besten Kunden des Elektronik-Herstellers.

Vielleicht weiß man bei Samsung aber auch um das Ende dieser Zeiten und wappnet sich daher für die verschärfte Konfrontation mit dem ehemaligen Geschäftspartner. Die Beschwerde bei der International Trade Commission ist das jüngste Zeugnis einer solchen Haltung – Samsung bittet die Behörde um eine Untersuchung, deren Ergebnis möglichst ein Import-Verbot für iPhone, iPad und iPod touch sein möge. So deutet Patentrechts-Experte Florian Müller die von der ITC veröffentlichten Informationen.

Diverse Waren führt das Unternehmen in seiner Beschwerde an, die Gegenstand der Untersuchung sein sollen: Mobile Elektronikgeräte, darunter Geräte für drahtlose Kommunikation, tragbare Musik- und Datenverarbeitungsgeräte und Tablet-Computer. Völlig problemlos lassen sich hierunter iPhone, iPod und iPad subsumieren.

Zuvor hatten sich die beiden Technik-Giganten bereits ein Scharmützel vor diversen Gerichten in den USA und Südkorea geliefert. Gegenseitige Anträge auf einstweilige Verfügungen, Forderungen nach Aushändigung von Prototypen und ähnliche Manöver gingen dieser ITC-Beschwerde bereits voraus. Von einer intakten Beziehung kann also schon seit längerem nicht mehr gesprochen werden.

Ob die Gerüchte über einen Produzenten-Wechsel seitens Apple wahr sind, bleibt abzuwarten. Es scheint jedoch für beide Seiten einen strategischen Vorteil zu bieten, sich nicht durch die gegenseitige Verbundenheit auf einem Gebiet, von der Verfolgung von Patentverstößen in einem anderen Bereich abhalten zu lassen.

Mit anderen Worten: Samsung tut gut daran, seine Urheberrechte an Samsung Galaxy Tab und dem Galaxy-Smartphone zu verteidigen und nötigenfalls auf die Chip-Aufträge aus Cupertino zu verzichten. Apple ist ebenfalls besser beraten, sich andere Zulieferer zu suchen, wenn die Kooperation mit Samsung eine konsequente Verfolgung von Patentrechtsverletzungen zu behindern droht.

Davon profitieren Unternehmen wie TSMC, die anders als Samsung keinerlei eigene Konkurrenzprodukte auf dem Markt haben. Apple müsste sich keine Gedanken um mögliche Wechselwirkungen oder Unverträglichkeiten zwischen verschiedenartigen Kooperationen mit dem gleichen Konzern machen. Allerdings kommt die Zusammenarbeit mit Samsung nicht von Ungefähr, immerhin bietet der koreanische Hersteller enorme Produktionsvolumina und beste Qualität. Das muss ihm der Nachfolger erst einmal nachmachen.

Nachfrage und Ansprüche der Kunden wollen bedient werden. Steve Jobs wird einen potentiellen Zulieferer also auf Herz und Nieren getestet haben, bevor er einen so großen Schritt wagt, wie den Wechsel des Herstellers solch zentraler Komponenten.

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