Wenn neun zufällig gewählte Menschen über die Zukunft entscheiden

Kamal Nicholas
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Tja, es ist soweit. Nachdem Samsung und Apple es nicht geschafft haben, sich zu einigen, geht die Sache in klassischer Manier nun an eine Jury, die über Wohl und Wehe der Patentstreitereien entscheiden.  Die Frage ist nur: Sollten wirklich „ganz normale Menschen“ über ein solch komplexes Thema wie Patentverletzungen entscheiden?

Wenn neun zufällig gewählte Menschen über die Zukunft entscheiden

Nachdem ich gestern einen Artikel auf TechCrunch gelesen habe, der sich mit eben dieser Frage beschäftigt, konnte ich nicht aufhören, darüber nachzudenken. Die Situation ist eine mittlerweile wirklich äußerst festgefahrene und es scheint weder ein Vor noch ein Zurück zu geben. Apple wirft Samsung etwas vor, Samsung wirft Apple etwas vor, keiner von beiden will nachgeben, sondern den anderen in die Knie zwingen.

Da der ganze Patentstreit nun ja in den USA stattfindet, greift dort auch das System eines Geschworenengerichts, die über die weitere Entwicklung des ganzen Prozesses entscheiden soll. Im Grunde ist das ja vielleicht eine ganz gute Idee, vorausgesetzt, die Leute sind absolut nicht voreingenommen und dementsprechend unparteiisch. Sobald es aber um ein solch komplexes Thema  wie die Verletzung von Patenten geht, ein Thema, mit dem sich so manche Anwälte hauptberuflich auseinander setzen, sollte man doch vielleicht auf eine andere Methode zurückgreifen. Ganz ehrlich: Ich hätte extreme Schwierigkeiten damit, eine Frage wie „Wie viele Dollar stehen Samsung von Apple für Samsungs Patenverletzungsvorwürfe der Patente '516 und '941 zu?“ auch nur annähernd nutzbringend zu beantworten. Und das ist nur eine von vielen stumpfen und dennoch äußerst komplexen Fragen des Arbeitsblattes, das der Jury vorgesetzt wird und das diese beantworten sollen.

Aber eins nach dem anderen. Wer sind eigentlich die Leute, die nun für die äußerst schwerwiegende Entscheidung zuständig sind? Insgesamt wurden neun „normale“ Personen ausgesucht, sieben von diesen sind Männer, zwei davon Frauen. Hier schon meine erste Frage: Wieso sind es nicht wenigstens zehn Leute und von diesen jeweils fünf  Männer und fünf Frauen? Wäre das nicht irgendwie „ausgeglichener“?

TechCrucnch hat mit Hilfe verschiedener Quellen (Reuters und Ars Technica) die Liste der wahrscheinlichen Jury-Mitglieder und deren Berufe aufgelistet, die auch ich gerne mit Euch teilen möchte (wer genau die zweite Frau ist, weiß ich leider nicht):

  1. Ein Elektroingenieur
  2. Eine Hausfrau
  3. Ein Bauarbeiter
  4. Ein junger, arbeitsloser Mann, der Videospiele mag
  5. Ein Versicherungsvertreter
  6. Ein Ex-Navy Luftfahrt-Techniker
  7. Ein Geschäftsleiter eines Fahrrad-Geschäfts
  8. Ein Projektmanager des Telekommunikationsunternehmens AT&T
  9. Ein Lohnbuchhalter, der mit Startups arbeitet

Tja, da haben wir den bunten Haufen, der sich nun mit dem hochkomplexen Thema auseinander setzen muss/soll/darf. Aber wie auch die zuständige Richterin Lucy Koh schon sagt: „Ich habe das ungute Gefühl, dass wir hier eine ernsthaft verwirrte Jury haben. Ich habe schon Probleme,   zu verstehen und habe mich ein wenig mehr damit auseinander gesetzt, als sie das getan haben.“ Und auch wir hier in der Redaktion, die sich ständig mit der Materie auseinandersetzen, haben ein wirklich großes Problem damit zu entscheiden, was denn nun richtig und was falsch ist.

TechCrunch hat es für mich mit einem Satz wirklich auf den Punkt gebracht: „Wenn es doch einen Weg gäbe, dass wir Leute hätten, die sich wirklich mit Patentverletzungen auskennen um wichtige Entscheidungen über Patentverletzungen zu treffen.“Aber das scheint wohl zu viel verlangt zu sein.

Ich finde die ganze Sache wirklich äußerst frag- und merkwürdig, Begriffe wie „Farce“ kommen mir in den Sinn. Wie sollen diese Leute die mehr als 700 Fragen des Fragenkataloges, die sich mit dutzenden Geräten und Patenten auseinandersetzen, zureichend beantworten? Aber vielleicht sehe ich das ja auch falsch und diese Jury ist die beste Lösung für das Problem. Was denkt Ihr darüber?

 

Quelle: TechCrunch, Bild: Michael Finney

 

 

 

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