Smart TV: Brauchen wir das wirklich? (ein Kommentar)

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Smart TV: Brauchen wir das wirklich? (ein Kommentar)

Im Zuge meines smarten Selbstversuchs hat mir Samsung gleich mehrere Geräte zugeschickt, die ich ausprobieren sollte. Dazu zählte auch ein 40 Zoll LED Smart TV. Nachdem ich diesen nun ein paar Wochen lang ausgiebig testen konnte, stellt sich mir die  Frage: Brauchen wir sowas wirklich?

Auch auf der diesjährigen IFA stand alles im Zeichen von Smart TV. Höhere Auflösungen, dünnere  und größere Bildschirme, mehr Funktionen. Wir sind bei U-HD (also Ultra High Definition) für Konsumenten-Produkte angekommen, auch wenn die Inhalte dafür bisher eigentlich noch nicht vorhanden sind. Aber natürlich wird das, wie das auch schon bei Full-HD der Fall war, bald kommen.

Während ich einen größeren Bildschirm und eine bessere Auflösung wirklich toll finde, ist mir im Zuge meines smarten Selbstversuchs aufgefallen, dass zumindest mir persönlich viele der smarten Funktionen eines Fernsehers nicht so wichtig sind.

Pro

Ich finde es super, dass der mir zur Verfügung gestellte Fernseher ein integriertes WLAN-Modul hat, wodurch ich problemlos auf Inhalte aus dem Internet zugreifen kann. So wird etwa auch YouTube neben dem normalen Fernsehangebot schnell griffbereit.

Zahlreiche Anschlüsse (HDMI, USB etc.) machen den Anschluss weiterer Geräte extrem einfach, einem Vernetzen der heimischen Geräte steht also nichts mehr im Wege. Gerade Funktionen wie Samsung Link, mit der man Inhalte vom Smartphone oder Tablet relativ einfach auch direkt auf dem Fernseher anzeigen bzw. spiegeln lassen kann, sind ganz lustig.

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Weniger pro

Neben den erwähnten Funktionen ist der Fernseher aber vor allem auch deshalb smart, weil er vom eigenen Fernsehverhalten lernen kann. Zumindest in der Theorie. Ich selbst bin ein Mensch, der normalerweise nicht sonderlich viel Fernsehen schaut. Das liegt zum einen daran, dass mir dazu oft die Zeit fehlt und zum anderen, weil ich das Programm zu 90% furchtbar finde. Die anderen 10% suche ich mir raus, um dann gezielt zu glotzen. Oder aber ich lasse mich ganz stumpf von möglichst sinnlosen Inhalten berieseln. Und ja, dabei kann ich durchaus auch mal auf einem Shopping-Kanal oder einer Sondersendung der Volksparade hängen bleiben, auch wenn mich dieses Sachen wirklich überhaupt nicht interessieren. Natürlich will ich aber nicht, dass der Fernseher mir zukünftig dann eben solche Programme vorschlägt.

Ich will also gar nicht, dass der Fernseher irgendetwas von mir lernt. Ich bin so aufgewachsen, dass ich mir größtenteils bewusst aussuche, was ich will. Natürlich kann es sein, dass mir durch ein intelligentes Lernverfahren eines technischen Gerätes noch mehr Zeug präsentiert wird, das mir gefallen könnte (das ist ja eigentlich nichts anderes als das, was Google macht). Aber wenn ich ehrlich bin, will ich das gar nicht.

Was ich ebenso nicht wirklich nützlich finde, ist die “intelligente“ Steuerung des mir vorliegenden Samsung Smart TV. Nicht nur, dass das Gerät mit gleich zwei unterschiedlichen Fernbedienungen ausgestattet ist (eine “normale“ und eine “smarte“ mit einem Touch-Panel), nein, der Fernseher kann auch mittels Gesten und Sprache gesteuert werden. Das klingt in der Theorie erstmal ganz witzig, ist in der Praxis meines Erachtens nach aber sowas von unpraktisch, da es einfach länger dauert und nicht so reibungslos funktioniert, wie das mit der guten alten (oder der neuen, smarten) Fernbedienung der Fall ist.

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Ist die Sprachsteuerung aktiviert, öffnet sich auch immer mal wieder ungefragt ein Menü, das zur Eingabe eines Sprachbefehls auffordert. Um dies zu schließen, musste ich dann mehrfach den entsprechenden Befehl zum Schließen dieses Menüs ausrufen oder aber zur Fernbedienung greifen, um es zu schließen (meine erste Wahl).

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Mein Fazit:

Während ein paar der Funktionen eines Smart TVs wirklich sehr gut sind (integriete Kamera für Skype-Telefonate, einfache Vernetzung durch WLAN und zahlreiche Anschlüsse etc.), sind viele der integrierten smarten Funktionen in meinen Augen reine Spielerei, auf die ich (noch) gerne verzichten kann. Wenn ich unbedingt auf Facebook oder Twitter unterwegs sein will, greife ich lieber zu meinem “Second Screen” (in meinem Fall mein Smartphone, gerne aber auch ein Tablet), anstatt mich kompliziert mit der Fernbedienung durch das Menü des Fernsehers zu arbeiten, um dann mühsam einzelne Zeichen einzugeben, um etwa auf YouTube nach einem bestimmten Video zu suchen.

Natürlich könnte ich mich dann auch entscheiden, mein Smartphone als Fernbedienung zu nutzen, wenn ich das dann aber schon in der Hand habe, nutze ich doch lieber gleich dessen anderen Funkionen mit.

Ach ja, bewor ich es vergesse. Ihr könnt bei uns derzeit neben ein paar anderen tollen geräten auch einen Smart TV gewinnen. Zum Gewinnspiel geht es hier entlang.

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