Was ist SCHUFA? Alles über Scores und negative Einträge!

Kristina Kielblock

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz SCHUFA, ist eine privatwirtschaftliche Daten-Sammelstelle mit dem Zweck, Vertragspartner über die Zahlungsbereitschaft und Kreditwürdigkeit Dritter zu informieren. Gehört hat davon jeder schon mal, aber wer genau verbirgt sich hinter der als Aktiengesellschaft operierenden Wirtschaftsauskunftei? Welche Daten werden gesammelt und wie kann man sie ggf. korrigieren lassen? Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die häufigsten Fragen zu einem Unternehmen, das im Besitz von mehr als 720 Millionen wirtschaftsrelevanter Einzeldaten der Deutschen ist.

Was ist SCHUFA? Alles über Scores und negative Einträge!

Wenn ihr ein Girokonto eröffnet oder einen Ratenkredit abschließt, unterschreibt ihr die SCHUFA-Klausel. Damit gebt ihr die Einwilligung, dass eure Daten an die Schufa weitergegeben und dort gespeichert werden dürfen. Insgesamt rund 9.000 Unternehmen leiten auf diese Weise die Daten ihrer Kunden an die Schufa-Sammelstelle. Dort selbst werden keine Recherchen durchgeführt oder Daten erhoben. Einzig die Schuldnerverzeichnisse der deutschen Amtsgerichte werden von der SCHUFA selbst ausgewertet.

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Vertragspartner der SCHUFA sind natürlich Banken, Versicherungen, Bausparkassen, Versandhandelsunternehmen, Kaufhäuser, Telekommunikationsunternehmen u.a. Zu den Anteilseignern der AG gehören Handelsunternehmen, Kreditinstitute und verschiedene Dienstleister.

Was ist SCHUFA? Welche Daten werden dort gespeichert?

  1. Persönliche Daten: Name, Vorname, aktuelle und frühere Adressen, Geburtsdatum, Geschlecht
  2. Mobilfunkverträge
  3. Bestehende Girokonten
  4. Leasingverträge
  5. Kreditkarten
  6. Laufende und bereits abgezahlte Kredite
  7. Bürgschaften
  8. Zahlungsausfälle oder diskontinuierliche Rückzahlungen
  9. Kontokündigung und Einzug von Bank- bzw. Kreditkarten
  10. Informationen zu Vollstreckungsmaßnahmen: Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung (früher: Offenbarungseid), Haftbefehle, Eröffnung oder Abwendung von Insolvenzverfahren
  11. Alle Informationen, die mit diesen Daten zusammenhängen.

Die Datensammlung der SCHUFA ist also sehr umfassend und ihre Auskünfte können im negativen Fall erhebliche Konsequenzen für das betroffene Individuum haben. So kann zum Beispiel die Eröffnung eines neuen Kontos, das Mieten einer Wohnung, Ratenkauf oder der Abschluss eines neuen Handyvertrags trotz SCHUFA-Eintrags sehr erschwert bis unmöglich sein.

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Was speichert die SCHUFA nicht?

  1. Angaben zum Familienstand
  2. Angaben zum Arbeitgeber
  3. Informationen zum Einkommen
  4. Informationen über Vermögen/Depotwerte

Gerade letztere Angaben könnten im Falle eines negativen SCHUFA-Eintrags den Betroffenen teilweise hilfreich zugute kommen, stehen aber bei einer Bonitätsprüfung nicht zur Verfügung.

SCHUFA: Welche Daten werden an die Vertragspartner übermittelt und wie funktioniert das Scoring-Verfahren?

Die SCHUFA unterteilt ihre Geschäftspartner in drei Kategorien, die jeweils unterschiedliche Auskünfte erhalten:

  • A-Auskunft: Wird an Kreditinstitute, Leasing-Gesellschaften und Kreditkartenunternehmen erteilt. Enthält Informationen über die komplette Belastung der Person (Negativ- und Positiv-Einträge).
  • B-Auskunft: Für alle anderen Unternehmen, die keine Banken sind. Enthalten sind nur Negativ-Einträge.
  • F-Auskunft: Für Inkasso-Unternehmen. Enthält die Adressdaten.

Zusätzlich zu diesen Angaben können die Vertragspartner noch einen Score-Wert erhalten. Dieser Wert bezieht sich nicht auf eure persönliche finanzielle Situation, sondern ist ein statistischer Vergleichswert mit einer Gruppe Personen, deren Daten den euren ähneln.

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Dieser Score kann dazu führen, dass eure Bonität angezweifelt wird, obwohl ihr noch nie Schulden hattet, denn er ist von rein prognostischer Natur und gibt mit einer Zahl zwischen eins und hundert die prozentuale Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls an.

Wird euch ein Anliegen nur aufgrund eines schlechten Scores abgelehnt, solltet ihr den Punkt stark machen, dass es sich nur um einen statistischen Vergleichswert handelt, der mit eurem persönlichen Finanzgebaren nichts zu tun hat.

Der Vermieter und die SCHUFA

Tatsächlich sind Vermieter keine originären Geschäftspartner der SCHUFA, dennoch wird immer häufiger bei der Vermietung einer Wohnung eine SCHUFA-Selbstauskunft verlangt. Gegen diesen Missbrauch kann man sich nur schwer wehren, wenn man eine Wohnung gerne haben möchte. In jedem Fall kann man aber die Angaben, die den Vermieter nichts angehen, wie beispielsweise Kontonummern schwärzen.

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SCHUFA-Daten: Wann werden sie gelöscht?

Alle SCHUFA-Daten müssen nach einer gewissen Zeit wieder gelöscht werden, die Zeiträume sind unterschiedlich:

  1. Kredite: Bleiben bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Rückzahlung gespeichert.
  2. Bürgschaften werden sofort gelöscht, sobald die Hauptschuld beglichen ist.
  3. Nicht vertragsgemäße Geschäftsabwicklung: Drei Jahre nach Begleichung der Forderungen.
  4. Giro- und Kreditkarten-Daten werden sofort gelöscht, wenn das Konto vom Kunden aufgelöst wurde.
  5. Kundenkonten des Handels: Nach drei Jahren.
  6. Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte und Haftbefehle bezüglich eidesstattlicher Versicherungen: Nach drei Jahren oder bei Nachweis über die Löschung des Eintrags beim Amtsgericht.

Wie kann man die ordnungsgemäße Löschung der Daten durch die SCHUFA kontrollieren?

Auch wenn die SCHUFA verpflichtet ist, die Daten nach der vorgesehenen Zeit zu löschen, empfiehlt es sich, einmal im Jahr die eigenen Daten zu kontrollieren. Oftmals hat es sich auch gezeigt, dass die SCHUFA-Daten gar nicht den Tatsachen entsprachen, was ein zusätzliches Argument für eine regelmäßige Kontrolle ist.

 

Bis vor einiger Zeit war eine solche Auskunft noch kostenpflichtig, aber inzwischen hat jeder Verbraucher das Recht, einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA zu beantragen. Ihr könnt dafür einen Formbrief downloaden und diesen mit einer Kopie der Vor- und Rückseite eures Personalausweises per Post schicken:

SCHUFA Holding AG

Privatkunden ServiceCenter

Postfach 103441

50474 Köln

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Unter www.meineschufa.de lässt sich das Ganze auch online absenden. Hier muss man allerdings aufpassen, denn kostenfrei ist die Selbstauskunft nur, wenn sie über den Menüpunkt “Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz” angefordert wird. 

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Wie kann man SCHUFA-Einträge löschen?

Sollten euch veraltete oder falsche Einträge auffallen, solltet ihr dies unbedingt schriftlich festhalten und an die oben genannte Adresse der SCHUFA richten. Nach eigenen Angaben ist die SCHUFA bemüht, falsche Angaben schnellstmöglich zu korrigieren. Habt ihr Quittungen oder sonstige Dokumente, die den Sachverhalt beweisen? Dann schickt Kopien davon mit, um die Bearbeitung zu beschleunigen.

Screenshots via SCHUFA

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