Sonos: Gib uns deine Daten oder dein Lautsprecher verstummt [Update: Statement Sonos]

Stefan Bubeck
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Du verweigerst deinem Sonos-Lautsprecher, dass er Nutzungsdaten „nach Hause telefoniert“. Die Strafe dafür: Keine Updates mehr, also immer weniger Funktionen und irgendwann kommt kein Ton mehr aus der Box. Das ist kein Scherz, sondern die bittere Wahrheit.

Sonos: Gib uns deine Daten oder dein Lautsprecher verstummt [Update: Statement Sonos]
Bildquelle: GIGA
Update vom 23.08.2017, 20:28 Uhr: Soeben hat uns ein offizielles Statement von Sonos erreicht. Hier im unveränderten Wortlaut:

Wir legen bei unserer Datenschutzerklärung viel Wert auf Transparenz und Verständlichkeit. Jeder Sonos Nutzer kann sich dagegen entscheiden, gewisse persönliche Daten mit uns zu teilen – das betrifft zum Beispiel Details zum persönlichen Nutzungsverhalten. Andere, sogenannte funktionale Daten, sind höchstrelevant für uns, um sicherzustellen, dass unsere Produkte ihre volle Funktion erfüllen. Diese Daten können daher nicht ausgelassen werden, wurden aber auch bereits vor dem Update von uns gesammelt – daher ergibt sich für Sonos Nutzer in dieser Hinsicht keine Änderung. Unter folgendem Link finden sich Details dazu, welche Datenangaben notwendig sind und welche nicht: http://www.sonos.com/en-us/legal/privacy#controlling-personal-information

Anmerkung GIGA: Der angegebene Link verweist auf die US-Seite, eine deutsche Version liegt offenbar noch nicht vor. Für deutsche Kunden empfiehlt sich der Blogpost „Was du über unsere neue Datenschutzerklärung wissen musst“.

Originalartikel vom 02.05.2017:

„Wir aktualisieren unsere Datenschutzerklärung,“ so der Betreff der E-Mail, die dieser Tage an Besitzer von Sonos-Produkten versendet wurde. Die Erklärung wurde überarbeitet und verständlicher formuliert.

Was dem Kunden allerdings auch mitgeteilt wird: Es werden intensiv Nutzerdaten gesammelt und zur Verarbeitung an die Sonos-Rechenzentren gesendet. Wer der Datensammlung nicht zustimmt, muss mit schwerwiegenden Folgen rechnen. Das geht bis hin zu einem lahmgelegten Produkt. Denn ohne Einwilligung zur „neuen Datenschutzerklärung“ werden die gekauften Lautsprecher nicht mehr mit Software-Updates versorgt. ZDNet zitiert einen Firmensprecher von Sonos mit folgenden Worten:

Der Kunde kann den neuen Vorgaben zustimmen, oder akzeptieren, dass sein Produkt vielleicht mit der Zeit aufhört, zu funktionieren.

Stark vernetzte Produkte wie Multiroom-Lautsprecher-Systeme sind auf Updates angewiesen, um dauerhaft zu funktionieren. Ein denkbares Szenario: Eine kleine Änderung an der API eines Streamingdienstes (z.B. Apple Music) könnte die teuer erstandene Sonos-Box nutzlos machen, weil sie softwareseitig nicht mehr dazu in der Lage ist, den Musik-Stream abzugreifen. Die Lösung wäre ein Update – aber das gibt’s nur gegen Nutzerdaten.

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Zwangsumstellung für SONOS-Kunden: Empörung macht sich breit

Auf Reddit ist innerhalb weniger Stunden bereits ein Feuer aus wütenden Kommentaren entbrannt. Einige Kunden zeigen Verständnis, die meisten sind allerdings sauer: „Das ist Bullshit! Wenn man für ein Produkt bezahlt hat, sollte man das Recht dazu haben, aus der Datenübermittlung auszusteigen,“ so der Nutzer Peetipablo.

Streaming-Lautsprecher für die Wohnung im Überblick

Welche Daten bekommt Sonos?

Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Lieferadresse, Zahlungsinformationen, Anschrift, IP-Adresse und Social-Media-Daten. Außerdem werden über Cookies und vergleichbare Technologien bereitgestellte Daten, Funktionsdaten wie Registrierungs- und Systemdaten sowie Nutzungsdaten, wie Leistungs- und Aktivitätsdaten erfasst. Bei der Nutzung des Raum-Einmess-Systems Trueplay werden zudem Audiodaten erfasst. Diese Informationen werden laut Hersteller benötigt, um „das beste Erlebnis mit unseren Produkten und Services zu bieten“.

Sonos unterscheidet zwischen Funktionsdaten (E-Mail, IP-Adresse etc.) und „zusätzlichen Nutzungsdaten“ (Signalstärke des WLANs etc.), wo immerhin bei Letzterem der Weitergabe widersprochen werden kann. Wie das geht, ist hier auf der Sonos-Webseite beschrieben. Eine komplette Verweigerung der Übermittlung in Form eines Opt-Out ist nicht möglich. Ein Löschen schon – allerdings bleibt das nicht ohne Folgen, wie der Hersteller erklärt:

Schicke uns jederzeit eine E-Mail an privacy@sonos.com oder wende dich an den Kunden-Support, um die Löschung deiner Daten zu verlangen. Beachte jedoch, dass deine Sonos Produkte dann nicht mehr funktionieren.

Quellen: Sonos, ZDNET, Heise, Reddit

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