Sonos will fremdgehen: Neben Amazon Partnerschaft mit Google und Apple angedacht

Stefan Bubeck

Der Multiroom-Lautsprecher-Spezialist Sonos muss sich unter Zeitdruck neu aufstellen: Die sprachgesteuerte Zukunft wird rasant zur Realität. Gesellen sich zu Alexa bald auch Siri und Google Assistant?

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Sonos und Amazon Alexa

Wie geht es weiter mit Sonos? Der 2002 gegründete Nischenanbieter hat eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hinter sich, konnte den Markt für digitale Lautsprechersysteme innerhalb weniger Jahre aufmischen und nahm dabei etablierten Playern aus dem HiFi-Bereich den einen oder anderen Kunden ab. „Sonos ist heute das führende WLAN-basierte Home Sound System“, behauptet das Unternehmen von sich. Doch die Erde dreht sich weiter: Bald genügt es nicht mehr, dass der Benutzer per Smartphone oder Tablet Zugriff auf Millionen Songs von Musikdiensten wie Spotify oder Deezer hat und diese beliebig in seinem Wohnraum abspielen kann. Das nächste große Zukunfts-Ding heißt Sprachsteuerung.

Wir sagen dem Computer, dass er uns mit Musik unterhalten soll. Dahinter steckt künstliche Intelligenz – ein Bereich, in dem Sonos anderen – weitaus größeren – Unternehmen die Vorherrschaft überlassen muss. Sonos’ neue Gegner sind nicht mittelständische Audio-Unternehmen, sondern gigantische IT-Konzerne.

Spätestens seit dem Erfolg von Amazons Echo und der integrierten Assistentin Alexa muss der Lautsprecherspezialist eine Strategie finden, die das Überleben sichert – auch langfristig. Da kann man fast von Glück sprechen, dass die Soundqualität von Echo im Test nicht bis in die Spitzenklasse vordringen konnte.

Sonos beschäftigt neben der Konkurrenzsituation ein weiteres heikles Thema: Der Mitgründer und langjährige Chef John MacFarlane gibt seinen Posten unter anderem aus gesundheitlichen Gründen ab. Vielleicht ist ein Wechsel aber auch eine Chance, den bisherigen Erfolg weiterzuführen.

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Die neuen Konkurrenten sind zugleich die wichtigsten Partner

In einem Brief an sein Team ruft der neue CEO Patrick Spence seine Mitarbeiter dazu auf, Innovationen voranzutreiben. Was viel spannender ist: Er kündigt die Partnerschaft mit „global führenden Unternehmen“ an. Der erste Schritt ist bereits gemacht, denn die Sonos-Produkte sollen noch in diesem Jahr beginnen, auf die Befehle von Alexa hören – welche wiederum auf uns Benutzer hört. Amazon bringt das Sprachsteuerungs-Know-How und Sonos den Hifi-Sound – klingt nach einer fruchtbaren Partnerschaften und zugleich nach dem einzigen sinnvollen Weg, der überhaupt beschritten werden konnte.

Doch das reicht dem Unternehmen nicht: Spence’ Ankündigung nennt ohne Umschweife die Namen Google und Apple. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, was da kommen könnte: Die Verbindung zu Googles Assistant und vielleicht sogar Apples Siri dürften in greifbare Nähe rücken. „Mit dem, was Amazon und Google machen, hat sich die Welt komplett verändert. Wir sind Teil dieser neuen Welt,” so Spence im Interview mit der New York Times.

Quellen: The Verge, Handelsblatt, New York Times

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